Homelab

Node64 vereint sechs Homelab-Dienste in einem Container

Wer ein Homelab betreibt, setzt häufig eine ganze Reihe unterschiedlicher Anwendungen ein. Uptime Kuma übernimmt das Monitoring, Nginx Proxy Manager kümmert sich um den Zugriff auf Webdienste, Pi-hole oder AdGuard Home filtern Werbung und Tracker. Hinzu kommen möglicherweise Cloudflare Tunnel, DynDNS und weitere Sicherheitswerkzeuge. Mit Node64 möchte der deutsche Entwickler Dennis Schröder diese Aufgaben in einem einzigen Docker-Container zusammenführen. Die erste stabile Version wurde am 4. November veröffentlicht.

Node64 ist ein Open-Source-Projekt aus dem Umfeld des deutschen Tech-YouTubers Dennis Schröder, der auch den DynDNS-Dienst ipv64.net betreibt. Die jetzt vorgestellte Software kombiniert sechs einzeln aktivierbare Module unter einer gemeinsamen Weboberfläche. Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Funktionen in einem Container unterzubringen. Die Module sollen auch miteinander kommunizieren und beispielsweise erkannte Angreifer automatisch blockieren oder überwachte Dienste über einen Reverse Proxy bereitstellen.

Monitoring von innen und außen

Eine zentrale Komponente bilden die Healthchecks. Damit lassen sich Webseiten, Server, Netzwerkports, TLS-Zertifikate und regelmäßig ausgeführte Aufgaben überwachen. Auch Docker-Container und virtuelle Maschinen beziehungsweise Container unter Proxmox VE werden unterstützt. Aus den Ergebnissen lassen sich öffentliche Statusseiten erstellen.

Eine Besonderheit ist das hybride Monitoring. Während Node64 die Erreichbarkeit eines Dienstes innerhalb des Heimnetzes überprüft, können die Server von ipv64.net dessen externe Erreichbarkeit kontrollieren. So lässt sich leichter feststellen, ob beispielsweise eine Nextcloud-Instanz selbst ausgefallen ist oder lediglich die Verbindung von außen nicht funktioniert. Die externen Prüfungen erfolgen über Server in Nürnberg und Falkenstein.

Reverse Proxy und Tunnel ohne Portfreigabe

Das Modul PROXY64 übernimmt die Aufgaben eines Reverse Proxys und unterstützt unter anderem Let’s Encrypt, HTTP/3, Zugriffslisten und geografische Sperren. Zertifikate lassen sich zentral verwalten. Docker-Container können über Labels automatisch als Proxy-Ziele eingerichtet werden.

DNS-Filter und gemeinschaftliche Blocklisten

Mit CDN64 lassen sich darüber hinaus Dienste aus dem Heimnetz veröffentlichen, ohne Ports am Router freigeben zu müssen. Dazu baut Node64 eine ausgehende Verbindung zu den Edge-Servern von ipv64.net auf. Das funktioniert auch an Anschlüssen mit DS-Lite oder Carrier-Grade NAT (CGNAT), bei denen klassische IPv4-Portweiterleitungen nicht möglich sind.

Im standardmäßigen Betriebsmodus endet die TLS-Verschlüsselung erst auf der eigenen Node. Laut Entwickler bleiben damit Zertifikate und Schlüssel im eigenen Netzwerk. Neben HTTP-Diensten unterstützt CDN64 über einen Portmapper auch TCP- und UDP-Verbindungen, etwa für SSH oder WireGuard.

Mit DNS64 integriert Node64 zudem einen netzwerkweiten DNS-Filter, der eine Alternative zu Pi-hole oder AdGuard Home darstellen soll. Vordefinierte Blocklisten filtern Werbung, Tracker und bekannte Malware-Domains. Für unterschiedliche Gerätegruppen lassen sich eigene Regeln und Zeitpläne festlegen.

Die Namensauflösung zu externen Resolvern erfolgt verschlüsselt über DNS-over-HTTPS, DNS-over-TLS oder DNS-over-QUIC. Auch lokale DNS-Einträge und eine verschlüsselte Namensauflösung innerhalb des Heimnetzes werden unterstützt.

Das Modul DynDNS64 aktualisiert automatisch die IPv4- und IPv6-Adressen von Domains bei ipv64.net. Honeypot64 ergänzt das Paket um verschiedene Köderdienste, die automatisierte Angriffsversuche erkennen sollen. Optional können entsprechende Meldungen an ipv64.net übermittelt werden. Dort entsteht aus den Beobachtungen mehrerer unabhängiger Sensoren eine gemeinschaftlich gepflegte Blockliste, die sich wiederum in PROXY64 oder Firewalls einbinden lässt.

Lokaler Betrieb ohne Benutzerkonto

Node64 benötigt für seine lokalen Funktionen weder einen Cloud-Dienst noch ein Benutzerkonto. Die Daten bleiben zunächst auf dem eigenen System. Erst für zusätzliche Angebote wie externe Healthchecks oder CDN64 ist eine Verbindung zu ipv64.net erforderlich. Dabei werden je nach aktivierter Funktion auch Daten an den Anbieter übertragen.

Die Software steht unter der Apache-2.0-Lizenz und unterstützt die Architekturen amd64, arm64 und armv7. Damit kommt neben klassischen Servern und NAS-Systemen auch ein Raspberry Pi als Host infrage. Zur Installation genügt grundsätzlich ein Docker-Container mit persistentem Datenverzeichnis. Eine Docker-Compose-Vorlage steht ebenfalls bereit.

Node64 selbst ist kostenlos. Auch der kostenlose ipv64.net-Account bietet bereits einen CDN64-Hostnamen mit monatlich 10 GByte Datenverkehr. Höhere Kontingente sind kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten.

Mit der Zusammenführung zahlreicher Homelab-Funktionen verfolgt Node64 einen interessanten Ansatz. Ob die noch junge Software langfristig etablierte Speziallösungen ersetzen kann, muss sich allerdings erst im praktischen Einsatz zeigen. Die enge Integration vereinfacht zwar potenziell die Verwaltung, schafft zugleich aber eine stärkere Abhängigkeit von einem zentralen Dienst. Weitere Informationen, Installationsanleitungen und die Dokumentation stehen auf node64.de bereit. Der Quellcode ist auf GitHub verfügbar.

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