Rund ein Jahr nach openSUSE Leap 15.2 wurde jetzt der Nachfolger openSUSE Leap 15.3 offiziell freigegeben. Vorausgegangen war vor drei Monaten eine Beta-Version. In der Ankündigung der Veröffentlichung beschreibt der Manager für openSUSE die wohl wichtigste Änderung der aktuellen Version:
Es gibt eine große Änderung gegenüber den vorherigen Leap-Versionen. openSUSE Leap 15.3 wird nicht nur aus dem Quellcode von SUSE Linux Enterprise erstellt, wie in den vorherigen Versionen, sondern mit genau denselben Binärpaketen, was den Fluss zwischen Leap und SLE wie ein Yin-Yang verstärkt.
Douglas DeMaio
Closing the Leap Gap
In den letzten Jahren hat sich openSUSE in mehreren Schritten neu positioniert. Während Leap immer näher an SLES heranrückte, entwickelte sich openSUSE Tumbleweed zur beliebten Rolling Release-Variante. Die aktuelle Marschrichtung hatte Suse-CTO Gerald Pfeifer im April 2020 unter dem Motto »Closing the Leap Gap« vorgegeben. Mit openSUSE 15.3 ist die Distribution binärkompatibel mit SUSE Linux Enterprise 15 Service Pack 3 (SLES), sodass ein Wechsel von openSUSE zu SLES problemlos möglich ist.
Aktuelles Xfce und Sway
Die neue Ausgabe bietet im Installer neben den älteren Ausgaben von KDE Plasma 5.18 LTS und GNOME 3.34 auch Xfce in aktueller Version 4.16 an. Zudem tritt der Wayland-Compositor Sway an die Stelle des Tiling-Fenstermanagers i3. Als Kernel kommt Linux 5.3.18 zum Zug. Der auch in SLES 15 SP3 verwendete Kernel hat zwar offiziell sein Lebensende bereits erreicht, wird aber von SUSE weiter gepflegt.
AI und Analysewerkzeuge
Bei den Paketen kommen unter anderem LibreOffice 7.1.1, Firefox ESR 78.7.1, Thunderbird 78.7.1, Chromium 89 zum Einsatz. Zusätzlich stehen einige Pakete aus dem Bereich AI auf die Paketliste. Dazu zählen etwa TensorFlow, Pytorch und ONNX. Als Analyse- und Visualisierungswerkzeuge für den Einsatz auf Servern kommen Grafana und Prometheus hinzu. In Richtung Server zeigen auch die Beigabe von Containerd, CRI-O sowie der Container-Verwaltung Podman in Version.
openSUSE Leap 15.3, das bis Dezember 2022 unterstützt wird, steht im Download-Portal des Projekts als Installer sowie als JeOS- oder Live-Abbild zur freien Verfügung. Die Installer sind in den Architekturen x86_64, aarch64, ppc64le und s390x im Angebot. Die Aktualisierung von openSUSE Leap 15.2 aus ist in der Dokumentation beschrieben. Alle Änderungen sind in den Release Notes nachzulesen

Werde mit openSuse nicht warm! Bleibe lieber beim Franken Debian wie er einige sagen!
Hatte Leap seit 42.1 immer wieder mal genutzt lief immer aber 15.3 hatte ich 4 mal auf meinen MSI Laptop installiert und jedes mal nach Updaten und nen Neustart hing die Plasma Variante beim Plymouth Boot Screen der Kreisel ist eingefroren und das war es dann Wayland lässt sich starten aber die Auflösung stimmt nicht ganz und mit der FullWayland habe ich nen Schwarzen Firefox zeigt nichts mehr an. Tumbleweed läuft null Probleme setze das seit gut 2 Jahren ein auf einen MSI Latop einen Asus Laptop und einem Desktop PC in 2 Jahren hatte ich 2 mal Probleme das da was nicht lief das war aber spätestens nach 2 Tagen gefixt und ging wieder.
Leap ist mir Mittlerweile zu alt was ich auch nicht Nachvollziehen kann warum dieses auf den 5.3er Kernel setzt wo der 5.4 die LTS Variante ist.
Auch Plasma sollten Sie mal höher heben das Problem was ich jetz mit Leap 15.3 habe Existiert in den Höheren Plasma Versionen nicht mit 15.1 oder 15.2 hatte ich schon ein mal das gleiche Problem.
Naja, damit besteht LEAP aus recht betagten Paketen und vor allen im Kernel und Plasma fehlen damit die nicht ‘back’ portierte HW Unterstützung und Verbesserungen. Damit ist es eigentlich nur für Server empfehlenswert 😐
Ja, wer aktuelle Software bei SUSE möchte, der sollte openSUSE Tumbleweed in Betracht ziehen
Leider hat TW die Angewohnheit, nicht nur aktuelle Software, sondern gleich die “bleeding edge” frisch aus den developer repositories mit den letzten commits zu holen, incl aller Fehler und Probleme, bei denen die Programmierer gerade dran arbeiten. Und auch immer schön häufig das System komplett aktuell halten, damit da bloss kein Schiefstand rein kommt.
Ich bräuchte kein “bleeding edge”, einfach die derzeit von den Entwicklern freigegebenen aktuellen Releases würden doch schon reichen. Alle zwei Monate ein neues Plasma5 reicht doch bereits, ich muss nicht jede Woche den derzeitigen Entwicklungsstand mit verfolgen.
Empfindest Du TW denn als instabil? Ich teste es nur sporadisch und kann das nicht wirklich beurteilen.
Ich habe TW auch nur sporadisch genutzt, war aber jedesmal, gelinde gesagt, nicht besonders begeistert, eben auch wegen der Punkte, die ich angebracht hatte.Der Vorteil, immer die top-aktuellsten Versionen zu haben, glich die diversen Nachteile einfach nicht aus.
Ich würde vermuten, dass Solus ggf. das sein könnte, was du suchst.
Hi Ferdinand,
falls du Interesse hast, kann ich dir ja mal meine Erfahrungen schreiben. Ich wollte sowieso noch mal was Schreiben (für die GNU-Linux.ch und/oder dich istbda egal)
PS: Hier der Vortrag eines LUG Mitglieds bei uns für interessierte:
https://media.ccc.de/v/lpd2021-1-video_and_qna_-_kanal_lug-vs_-_linux_-_warum_wechseln
Erfahrungsberichte aus dem Alltag nehm ich immer gerne, da sie oft viel aussagekräftiger als News-Beiträge und eine klasse Ergänzung dazu sind.
OK, melde mich dann bei dir. Denke wird bis nächste Woche gehen 😀
Ick freu mir 🙂
TW ist Rolling Release. Natürlich gibt es da andauernd das Neueste. Jedenfalls sofern es die OpenQA-Checks übersteht.
Das was du suchst, gibt es nicht. Weder bei SUSE, noch anderswo.
Das stimmt so nicht.
Erst wird es in Factory ausgerollt. Dort einige zeit getestet. Dann ein neuer Bild gemacht der einige Automatische Tests durchläuft. Fallen hier keine relevanten Probleme auf, wird erst dann das release ausgerollt. Im schlimmsten Fall funktioniert eine SW nicht korrekt, was aber nach einigen Stunden in der Regel behoben wird. Das kann man aber dadurch umgehen, dass man einen Tag mit dem update wartet.
Das klingt dann doch in etwa vergleichbar mit Debian unstable/Siduction, oder?
Nicht nur für Server, sondern Business-Einsatz allgemein, würde ich sagen. Wer da Linux nutzt, schafft ja eh i.d.R. nicht die allerneueste Hardware an, und somit ist Leap da gut geeignet*, vor allem weil sowas wie ActiveDirectory-Anbindung, NFS4 mounts usw. sehr gut einzurichten sind.
*Solange die Pakete aus den Suse-Repositories reichen. Wenn zusätzliche Programme gebraucht werden, empfinde ich die Repo-Jagd bei SUSE nerviger als bei z.B. Ubuntu.
Bisher habe ich auch exotische Pakete immer über die Paketsuche gefunden. Ansonsten gib es immernoch Flatpack und Co.
Was für eine “Repo-Jagd”?
Man sucht das Paket in Buildservice, klickt darsuf und hat das Repo dann mit eingerichtet.
Wer es allerdings so wie vor 40 Jahren haben möchte (wie bei Debian), der kann auxh zypper benutzen.
Es ist das Dritte Minor-Release einer LTS-Distribution. Was erwartest du da? Im Einzelfall kann man über dieses oder jenes Paket sprechen (und das passiert ja auch) aber es war nie der Anspruch von Leap im Jahrestakt umstürzende Neuerungen zu veröffentlichen.
Leap 15.3 ist sowas wie RHEL 8.4: Produktpflege
Ich erwarte nix. Es ist für bestimmte fälle geeignet, aber auf keinen Fall für Anfänger. Denen empfehle ich nach schlechten Erfahrungen keine LTS Systeme mehr.
Warum? Gerade Anfänger merken doch in der Regel gar nicht ob sie aktuelle Versionen nutzen oder nicht, weil sie den OSS-News nicht folgen. Mein Vater weiß z. B. bestimmt noch nicht mal was Plasma ist, obwohl er es täglich nutzt.
Spricht für Plasma 😉
und für deinen Vater natürlich auch.
Ich glaube, Ubix hatte mit “nicht für Anfänger” eher den Fall gemeint, wenn 15.3, gerade durch den alten Kernel und alte Treiber, eben mal NICHT direkt aus der Kiste heraus funktionieren sollte. Dann muss man schon etwas mehr ans Eingemachte, bis man die richtigen repos eingebunden hat und darauf migriert ist, Klar, Handwerkszeug für einen langwierigen SuSE-Nutzer, aber für einen blutigen Anfänger eher abschrekend.
OK das hatte ich anders verstanden. Ja, die Hardware-Unterstützung beim alten 5.3er-Kernel ist trotz vieler Nachbesserungen in dem Bereich natürlich nicht optimal. Das Problem habe ich ja selber. Im weiteren Verlauf des Zyklus könnte das noch nerviger werden (es sei denn 15.4 bringt einen neuen Kernel). Da steht man als Anfänger dann bald mal vor den eigenen Grenzen.