Perplexity AI ist eine KI-gestützte Antwortmaschine, die wie ein intelligenter Chatbot funktioniert. Es ist eine Kombination aus Suchmaschine und Chatbot, der das Internet in Echtzeit durchsucht und Antworten in natürlicher Sprache generiert. Im Unterschied etwa zu Chatbots ist Perplexity nicht auf einen antrainierten Datenbestand beschränkt, sondern liefert Antworten in Echtzeit aus dem Internet.
Perplexity gegen Google-Suche
Ich habe eine gesunde Skepsis vor KI im Allgemeinen und finde das meiste, was für Desktop-Anwender angeboten wird, bisher nicht wirklich hilfreich. Davon gibt es zwei Ausnahmen: Die eine ist ShellGPT, über das ich am Wochenende einen Artikel für den LinuxUser verfasst habe. Das andere ist Perplexity, das ich seit rund zwei Monaten ausschließlich als Ersatz für die Suche im Internet, egal mit welcher Suchmaschine, verwende. Perplexity ist kostenfrei, es gibt aber auch eine Pro-Version, die vertiefte Recherche bietet und bis zu dreimal mehr Quellen anbietet. In der kostenfreien Version können pro Tag drei Antworten auf Pro-Ebene beantwortet werden.
Noch werbefrei
Was mich zunächst bei Perplexity begeistert, ist, dass es in Deutschland (noch) keine Werbung gibt. In den USA testet das Unternehmen dahinter verträgliche Werbeformate, da die Einnahmen aus Abonnements allein bisher nicht ausreichen, um langfristig profitabel zu bleiben. Schade. Die Werbung wird in Form von »gesponserten Folgefragen« integriert, die klar als solche gekennzeichnet sind und neben den regulären Antworten angezeigt werden. Ich werde es ohne Werbung genießen, solange es währt.
Tagesaktuell
Aber selbst mit Werbung wäre Perplexity den herkömmlichen Suchmaschinen haushoch überlegen. Perplexity nutzt Sprachmodelle wie GPT-3.5 und GPT-4 sowie ein eigenes experimentelles Modell. In der Pro-Version sind auch weitere LLMs wählbar. Die Antworten sind tagesaktuell. Wie bei jeder KI, die wir heute kennen, kann auch Perplexity falsche Antworten liefern. Da hilft es, wenn man ein wenig Ahnung von der die Frage betreffenden Materie hat.
KI: Setzen. 6.
So antwortete Perplexity auf meine Frage nach dem aktuellen RC von Linux 6.14 vorhin mit RC1. Nachdem ich geantwortet hatte, Linus habe gestern einen neuen RC veröffentlicht, kam mit RC6 die korrekte Antwort samt einer Zusammenfassung der Neuerungen.
Rede mit mir
Damit habe ich auch schon einen entscheidenden Unterschied zu Suchmaschinen erwähnt: Man kann mit Perplexity reden. Wenn eine Antwort nicht befriedigend ist, schlägt Perplexity auf Nachfrage Lösungen vor, bis das Problem gelöst ist. Bei mir war das bisher immer zielführend. Ein zweiter Vorteil gegenüber Google und Co. sind die Quellenangaben und Zitate, die es zu jeder Antwort gibt. Man weiß sofort, aus welchen Quellen die Antwort erstellt wurde und kann sich aussuchen, wo man sein Wissen gegebenenfalls vertiefen möchte.

Wie wird trainiert?
Damit sind wir beim derzeitigen Knackpunkt jeglicher KI: Wie wurde das dahinterstehende Modell trainiert? Wurde dabei das Copyright beachtet, wobei die rechtliche Bewertung des LLM-Trainings international uneinheitlich ist. Ich verstehe jeden, der angesichts solcher Fragen die Finger von KI lässt. Aber auf Dauer werden wir uns dem Thema kaum entziehen können.
Weitere Artikel zu KI
Ich sehe meine Aufgabe eher darin, in Artikeln über lokale KI zu informieren, die mehr Sicherheit verspricht und die Privatsphäre intakt lässt. Im LinuxUser, der Ende April erscheint, sind dazu drei umfassende Artikel von mir zu KI in Linux-Distributionen, KI im Terminal und KI für Nextcloud mit LocalAI zu finden.
Mein Fazit zu Perplexity AI: Ich führe Tag für Tag viele Suchen im Internet durch. Perplexity sorgt dafür, dass die Suche wieder Spaß macht und ich wesentlich schneller, wesentlich besser verwertbare Informationen erhalte. Ein von Perplexity AI inspiriertes Open-Source-Projekt namens Perplexica, das intern die Meta-Suchmaschine SearxNG nutzt, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Das Projekt kann mit Ollama und lokalen LLMs wie Llama3 und Mixtral auf der eigenen Hardware betrieben werden. Werde ich zu gegebener Zeit testen.
Logo: Perplexity AI

Ich habe Perplexity ca. eine Woche vor diesem Artikel entdeckt und bin ziemlich angetan. Zum ersten Mal habe ich mich näher mit KI/AI auseinandergesetzt. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt und mein Wissensdurst hat deutlich zugenommen. Perplexity spricht mich aus unerfindlichen Gründen mehr an als ChatGPT. Vielen Dank für den Artikel!!
Ich nutze es auch schon eine Weile.
Hier ein PRO Tip 😉
Wenn ihr Telekom Kunden seid, dann könnt ihr in der “MeinMagenta” App unter “Moments” ein Perplexcity PRO Abo für ein Jahr kostenlos abschließen.
Hat bei mir wunderbar geklappt.
Viele Grüße
Nedy
Danke für den Hinweis! Habe eben mal ein paar technische Anfragen gestartet, bei denen bisher alle KI-Dienste eher schlecht geantwortet hatten. Sah bei perplexity sehr vielversprechend aus. Werde ich weiter ausprobieren.
Ergänzung:
3 Pro Anfragen pro Tag, sogenannte Quick Searches sind unlimitiert. Mein Fehler.
Zuerst dachte ich, interessant, dann wollte ich Details. Leider fehlt dann der Link zur Homepage (nix großes, aber das gehört auch hinein). Dann fand ich was, aber auch nur spärlich. Informationen zu Kosten fand ich über eine Suchmaschine, nicht über die Seite selber. 3 Anfragen pro Tag kostenlos, will man mehr, sind es 20 € je Tag.
Dazu ist Jeff Bezoz Investor. Dann lieber nein Danke
Offtopic:
@Thommes:
Weißt Du warum mein Account hier auf Deiner/Eurer Seite wiederholt gelöscht wurde? Also wirklich gelöscht, ich konnte mich mit denselben Angaben erneut registrieren. Ist schon das zweite Mal.
3 Anfragen pro Tag kostenlos bezieht sich auf die PRO-Version. Normale Anfragen sind nicht beschränkt. Ich nutze Perplexity, ohne es gezählt zu haben, 50 – 100 Mal pro Tag und überlege dabei vorher, für welche Fragen ich die PRO-Variante einsetze. Den Link habe ich schlicht vergessen, werde ich gleich nachreichen. Was deinen Account angeht, so reiche ich das mal an Stefan weiter. Da ist was im Argen, ähnliche Vorkommnisse gab es auch bei anderen Lesern. Sorry dafür.
Danke schön. Das hatte ich leider zu spät gesehen 🙁
Dass dein Account gelöscht wird, liegt an der Mailadresse, die darf kein ‘linuxnews’ enthalten, da der Anti-Spambot das gleich verwirft. Steht auch auf der Registrierungsseite.
Hallo. Kann man den Spambot nicht auch abschalten?
Natürlich kann man das. Machen wir aber nur, wenn du dich dann freiwillig um die LKWs an Spam kümmerst 🙂
Schade, daran unterscheide ich die Seiten, jede bekommt bei mir eine andere Adresse um Mißbrauch zu erkennen. Aber dann passe ich die hier mal an. Vielen Dank.
Ich nutze Perplexity seit einiger Zeit und finde es auch toll. Nun sind drei freie Suchen pro Tag nicht gerade viel. Zudem muss man seine Email-Adresse angeben. Oder sich einen kostenpflichtigen Account zulegen. Aber andererseits finde ich das auch OK. Dafür wird man von Werbung verschont und erhält auch in der kostenlosen Version tolle Ergebnisse mit der Angabe der Quellen, die alle abrufbar sind. Das Beste ist: Man muss sich keine Suchanfragen ausdenken. Man kann einfach Fragen stellen wie” Wann geht ein Zug von Florenz nach Siena am XX.XX. um so und viel Uhr. Also die Umgangssprache anwenden. Klasse! Und übrigens auch noch in der Entwicklung.