Debian lässt sich bereits seit Jahren mehr oder weniger komfortabel auf Android-Geräten installieren und ausführen. Dazu dienten Apps aus dritter Hand wie GNURoot Debian und die grafische Oberfläche XServer XSDL oder das emulierende Script DebDroid, das über Termux installiert wird. Auf gerooteten Geräten lassen sich Debian und andere Distributionen mit der App LinuxDeploy installieren.
Native Terminal-App
Jetzt plant Google die Einführung einer nativen Linux Terminal-App auf Android, die es erlaubt, Debian getrennt von Android in einer virtuellen Maschine mithilfe des Android Virtualization Framework (AVF) auf Android-Geräten auszuführen. Es soll sich um eine vollwertige Debian-VM handeln, die jedes für ARM kompilierte Debian-Paket installieren und ab Android 16 auch GUI-Anwendungen ausführen kann. Für grafische Unterstützung arbeitet Google derzeit noch an der Hardware-Beschleunigung. Damit setzen sie ihre Bemühungen fort, Chrome OS und Android zu einem Desktop-Betriebssystem zusammenzuführen, das in der Lage ist, Linux-Anwendungen auszuführen.
No-Root
Ein Root-Zugriff ist nicht notwendig. Auf aktuellen Pixel-Phones mit Android 15 ist die App mit dem März-Update experimentell verfügbar und muss daher zunächst noch in den Entwickleroptionen aktiviert werden. Dort findet sie sich unter Einstellungen → System → Entwickleroptionen → Linux- Entwicklungsumgebung. Da diese Funktion Teil von AOSP ist, wird sie vermutlich auch auf Android-Phones anderer Hersteller umgesetzt. Bei mir ist das seit dem 4.3. ausgerollte März-Update auf meinem Pixel 7a bisher nicht angekommen, ich werde dies aber ausführlich testen, sobald es verfügbar ist.

also ich hab das probiert auf meinem Pixel 7 mit Graphene OS, Installation klappt wie hier beschrieben, allerdings funktionierte die Namensauflösung nicht, obwohl mein Router (der auch sonst als DNS Server fungiert) richtig in /etc/resolv.conf eingetragen war.
Ich musste also erst andere DNS Server (8.8.8.8) in die Config von systemd-resolved eintragen, dann gings, komisch.
sonst kann ich noch nicht viel sagen, mal schauen ob das jetzt besser ist als termux, das ich bisher verwende(te).
Lass uns an deinen Erfahrungen teilhaben, wenn es so weit ist.
ok, hier mal der aktuelle Stand:
gut finde ich die Integration ins Dateisystem des Android Hosts, so ist der Ordner ‘Interner Speicher->Download’ in der Debian VM unter /mnt/shared zu finden, und zwar incl. Schreibrecht, so etwas gibt es bei termux nicht (zumindest nicht ohne gerootetes Gerät).
was mir bis jetzt rätselhaft erscheint ist die Integration ins lokale WLAN:
wie bereits beschrieben erfordert der Zugriff auf Internet aus der Debian VM eine Änderung am DNS, dann erst geht das.
das interne WLAN bleibt aber weitgehend aussen vor, denn es wird nur der Router (in meinem Fall 192.168.0.1) und der Android Host der VM (hier 192.168.0.116) gefunden.
Die VM selbst zeigt 192.168.0.2 als eigene IP an, diese ist aber vom Router für eine andere MAC Adresse reserviert, und sie ist von anderen Geräten aus auch nicht ansprechbar.
Die VM selbst zeigt 192.168.0.2 als eigene IP an, diese ist aber vom Router für eine andere MAC Adresse reserviert, und sie ist von anderen Geräten aus auch nicht ansprechbar bzw. wird nicht gefunden.
zur Anzeige der jeweiligen Hosts aus der VM bzw. von anderen Geräten aus verwende ich diesen Befehl:
..irgendwie funktioniert das hier nicht vernünftig mit dem Einfügen von Code 🙂
der aktuelle Stand ist also der dass ich aus der Debian VM nicht auf andere Geräte im (W)LAN zugreifen kann, und umgekehrt auch nicht.
Genau das wäre aber eigentlich das Ziel, um z.B. via rsync Dateien austauschen zu können, der mit dem Android System geteilte Ordner wäre ja da.
nach etwas suchen auf reddit und im Graphene Forum scheint es wohl so zu sein, dass die Debian VM ein eigenes Netzwerk mit 192.168.0.1 als Gateway aufmacht, das kollidiert natürlich mit einem ‘echten’ Gateway auf derselben Adresse.
Abhilfe schafft hier die händische Änderung des DNS Servers, zumindest insoweit dass die VM dann den Weg nach aussen ins Internet findet.
Das interne WLAN ist dann aber immer noch versperrt.
Als Lösung hierfür wird die Änderung des eigenen Netzwerks z.B. auf 192.168.1.0/24 empfohlen, das will ich aber aktuell nicht machen da ich dann Änderungen an einigen Geräten nachziehen müsste.
Ich warte nun erst mal ob/wann Google hier eine Konfigurationsmöglichkeit für die VM einbaut – ist ja alles noch im experimentellen Stadium 🙂
Das ist doch nicht halbes und nichts ganzes. Super wäre ein vollwertiges Linux Phone. Ubuntu Touch ist da ja schon sehr weit, jedoch für den Alltag nicht wirklich zu gebrauchen, dazu muss man auf zuviel Gemütlichkeit und Faulheit verzichten. Die wichtigeb Apps gibts da halt einfach noch nicht.
Ich wünsche mir ein Phone das komplett auf OpenSource made in Europe setzt.
Ich befürchte mit dem Wegsperren in eine VM soll das System für Open Source Anwender weiter zugeschmiert werden. Die genannten Alternativen kommen jedenfalls ohne VM aus und lassen auch einen nativen Zugriff über native APIs und Intents zu.
Weiter ist zu befürchten, dass es sich mal wieder um einen Google-Testballon handelt, der nach kurzer Zeit auf dem Friedhof entsorgt wird.
Grüße
mszet