
Pine64, chinesischer Hersteller von Geräten wie PinePhone, PineTab oder dem Pinebook Pro, veröffentlicht monatliche Reports über die Fortschritte bei den diversen Projekten des Unternehmens. Jetzt ist der Report für September erschienen und macht mit einem vermutlichen Rekord auf.
Rekordverdächtig
Ein Anwender im Pine64-Forum hat auf einem PinePhone 13 Linux-Betriebssysteme im Multiboot-Verfahren installiert. Es sind fünf Versionen von postmarketOS mit verschiedenen Oberflächen, Arch Linux ARM, Lune OS, KDE Neon, PureOS, Sailfish und Ubuntu Touch installiert. Alle Systeme passen auf eine 8 GByte große eMMC oder Micro-SD, da sie sich alle Kernel 5.9 teilen.
Mainline-Kernel for the win
Hier zeigen sich wieder einmal klar die Vorteile der Mainline-Kernel-Unterstützung. Die Systeme werden vom P-Boot Bootloader gestartet. Das entsprechende Image kann mit einer Größe von rund 5 GByte entweder als Torrent oder als regulärer Download bezogen werden. Der Entwickler erklärt, dass das Abbild auf Btrfs-Subvolumes und Deduplizierung auf Dateiebene basiert. Wenn also etwas schiefgeht, ist es einfach, jede Distribution mithilfe von vorgefertigten Btrfs-Snapshots in den Originalzustand zurückzuversetzen.
Was gibt es sonst Neues bei Pine64?
Nun aber zu den Nachrichten von der Front bei Pine64 selbst. Ein neuer Pine Store ist in der Entwicklung, der nicht nur besser aussehen, sondern auch weitere Zahlungsmöglichkeiten bieten soll. Pine64 ist ab sofort offizieller ARM-Ecosystem-Partner. Was das angesichts der Gerüchte zum Verkauf von ARM an Nvidia noch bedeutet, bleibt abzuwarten. Bekanntermaßen schließen sich Nvidia und Open Source bisher kategorisch aus.
PineTab auf dem Weg zu mir
Die Vorbestellungen für das Pinebook Pro sind derzeit Corona geschuldet wegen Lieferengpässen bei LCD-Displays gestoppt und werden hoffentlich in zwei Monaten wieder geöffnet. Die PineTabs sind in Auslieferung begriffen, erste positive Resonanzen sind bereits eingetroffen. Meins lässt noch auf sich warten. Dafür wurde aber bekannt, dass nun auch Builds für Mobian und Arch Linux für das Tab verfügbar sind. Wer außer mir noch auf ein Gerät von Pine64 wartet, der kann sich in einem Forenthread über den Stand bei den Auslieferungen schlaumachen.
Kamera-Apps aufgewertet
Am 17. September sollen die Vorbestellungen für das PinePhone Manjaro CE eröffnet werden. Für Ubuntu Touch und postMarketOS auf dem PinePhone sind Fortschritte bei den Kamera-Apps zu verzeichnen. Unter pmOS soll die App Megapixels Aufnahmen in höheren Auflösungen ermöglichen. Das funktioniert vermutlich nicht mit dem oben erwähnten Multiboot-Image, da dort ein anderer Kernel verwendet wird, der die Hacks für die Kamera bei pmOS nicht enthält.

Leider scheint bei postmarketOS aktuell das Telefon noch immer nicht zu klingeln, zumindest mit der Version 1.1. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Hallo, schön von dir zu hören.
Hier steht was dazu. https://gitlab.com/postmarketOS/pmaports/-/issues/704
Dank für den Hinweis, wenn es auch nur die Bestätigung ist, dass es nicht läuft. Ich meldete das Problem (und auch wie ich es für AVMultimedia behoben konnte) am 3. Juli 2020:
Leider erhielt ich darauf nur die Antwort, könne gar nicht sein. Ich schrieb dann zurück, dass ich es reproduzierbar aufzeigen könnte. Es würde Sinn ergeben, es weiter zu testn, worauf ich keine Antowrt mehr erhielt. All meine Versuche, im IRC-Channel darauf hinzuweisen scheiterten (bislang).
Stellt sich die Frage, warum es kein neues Image von AVMultiPhone gibt, welches das Problem abschliessend behebt? Leider lief bei mir mit Crust anderes wieder nicht (z.B. konnte ich das Telefon (zu) oft nicht aus dem Tiefschlaf aufwecken.
Auch hängte sich das Modem irgendwann nach ca. 5 bis 10 Versuchen) auf. Stabil wäre anders. Ich werde das Projekt gerne weiterverfolgen, wenn der postmarketOS-Kernel out of the box läuft.
Schade finde ich, dass da gute 3000 Leute die postmarketOS CE Edition ausgeliefert bekommen haben, mit dem aktuell nicht telefoniert werden kann. Natürlich ist der Kaufpreis jetzt nicht wahnsinnig hoch, ich fürchte aber doch, dass da einiges an Enttäuschung zurückbleiben wird.
P.S: Ich wäre im übrigen bereit gewesen, es weiter zu testen. Aber nicht um den Preis, dass einfach das Feedback kommt, könne nicht sein.
Trag doch deinen Vorschlag nochmal in das passende issue bei gitlab ein.
Wenn man auf andere Weise nicht weiter kommt wird schon jemand darüber fallen und das testen. Klar, ist schon recht blöde, wenn das feedback im IRC nicht stimmt und einen eigenen fork von pmOS möchtest du ja auch nicht machen. 😉
Das Feedback erfolgte per Mail an den Hauptentwickler (IRC war die zweite Schiene). Aktuell mag ich nicht (mehr). Wenn Du nach mehreren Tagen Arbeit (solange benötigte ich, um gute 100 Kernel zu bauen und zu testen) solche Feedback kriegst, ist bei mir die “Luft” draussen.
Das Problem ist ja auch, dass jede Distribution beim PinePhone einen eigenen Kernel patcht bzw forkt, und zwar irgendwann am Tag X. Später geht es zum nächsten Sollte es nicht laufen, wird die Situation ganz grundsätzich nochmals überdacht.Patch, auch dann wieder beliebig an Tag Y. Dies hat zur Folge, dass zwar andere Kernelzweige (z.B. UBPorts) mit anderen Flags und Patches gebacken werden können, nur laufen dann andere Dinge (z.B. mit postmarketOS [nur Beispiel, gilt auch andersrum]) nicht mehr (Kamera, GPS, Crust, Stromsparmodus WLAN etc).
Das sind aufwändige Tests, und dafür fehlt mir (ich gehe davon aus, nicht nur mir) die Zeit. Sollte postmarketOS (wünsche dem Projekt wirklich alles Gute) stabil laufen, werde ich den postmarketOS-Kernel gerne in AVMultiPhone einbauen. Zu mehr reicht es aktuell einfach nicht.
Das verstehe ich sehr gut. Dann hoffe ich mal, dass es bald stabiler wird.
Dir alles Gute soweit.
tuxnix
Man hat von der PostmarketOS-Community Edition des PinePhones erststaunlich wenig gehört. Wahrscheinlich weil die Auslieferung erst in den letzten Tagen stattfand. Vielleicht kommt ja bald mal ein YT-Video. Bei allen Fortschritten scheint auch bei Manjaro Crust und das Telefonieren noch nicht benutzbar zu sein. Bei aller Euphorie, das hemmt ein wenig.