Red Hat blickt in diesem Frühjahr auf 20 Jahre Red Hat Enterprise Linux (RHEL) zurück. Was als Server-Betriebssystem begann, ist jetzt mit der aktuellen stabilen Freigabe von RHEL 9 auf dem Red Hat Summit in Boston vollständig in der Cloud angekommen. Gleichzeitig erhielt RHEL 8 ein Update auf Version 8.6.
Aus CentOS Stream gebaut
RHEL 9 setzt auf Kernel 5.14 und unterstützt Intel und AMD64, ARM-64, IBMs Power-LE-Plattform und die IBM-Z Großrechner-Architektur. Es ist die erste RHEL-Version, die auf der kontinuierlich bereitgestellten Linux-Distribution CentOS Stream basiert. Wie Red Hat in seiner Ankündigung schreibt, finden keine tiefgreifenden Veränderungen in der Bedienweise statt, sodass sich Anwender von RHEL 8 nicht sonderlich umstellen müssen. Die wichtigen Neuerungen bei RHEL 9 liegen in den Bereichen der offenen Hybrid Cloud, von Bare-Metal-Servern bis hin zu Cloud-Anbietern und Edge-Computing in Unternehmensnetzwerken.
Podman rollt zurück
Konkret gibt es unter anderem Neuerungen beim Container-Rollback. Wenn ein aktualisierter Container nicht startet, kommt Podman zum Einsatz, um den letzten startfähigen Stand des Containers hochzuziehen. Des Weiteren wurde ein umfassendes Edge-Management implementiert, das über eine einzige Schnittstelle die Überwachung von Remote-Bereitstellungen einschließlich Zero-Touch-Provisioning.
Neuer Image Builder
Ein neuer Image-Builder-Service, der in der Navigation der Red Hat Hybrid Cloud-Konsole zu finden ist, vereinfacht den Prozess der Zusammenstellung eigener angepasster RHEL-Betriebssystem-Images mit den neuesten Inhalten und Sicherheitsupdates für alle Hybrid-Cloud-Umgebungen. RHEL-Server-Images lassen sich für Amazon EC2, Microsoft Azure und die Google Cloud Platform ebenso erstellen wie generische virtuelle Gast-Images, die für Red Hat OpenStack, Red Hat Virtualization und grundlegende RHEL-KVM-Virtualisierung geeignet sind. Ferner ermöglicht der Builder eine benutzerdefinierte Paketauswahl, sodass Benutzer ein Vorlagenbild definieren können, das ihren Workload-Anforderungen besser entspricht.

Integrity Measurement Architecture
In Sachen Sicherheit bietet RHEL 9 unter anderem Funktionen, die dabei helfen, Sicherheitsschwachstellen auf Hardwareebene wie Spectre und Meltdown zu beheben. Zusätzlich führt RHEL 9 digitale Hashes und Signaturen der Integrity Measurement Architecture (IMA) ein. Mit der Integritätsmessarchitektur können Benutzer die Integrität des Betriebssystems mit digitalen Signaturen und Hashes überprüfen. Dies hilft, unbefugte Änderungen an der Infrastruktur zu erkennen, wodurch es einfacher wird, das Risiko einer Kompromittierung von Systemen zu begrenzen.
Die Red Hat Enterprise Linux-Webkonsole bietet mit RHEL 9 das Kernel-Live-Patching und erlaubt damit, Updates über verteilte Systembereitstellungen über mehrere Clouds hinweg auszurollen, ohne auf Befehlszeilentools zugreifen zu müssen. Red Hat Enterprise Linux 9 wird in den kommenden Wochen über das Red Hat Kundenportal verfügbar sein. Details zu den Änderungen halten wie immer die Release Notes vor.

Endlich! Aus Adminperspektive bringt RHEL 9 längst überfällige Funktionen wie System Roles und sinnvolle Verbesserungen wie z.B. systemd-resolved.
Viel wichtiger, als neue Funktionen einzuführen, ist es alte, unsichere Funktionen endlich loszuwerden. So ist in RHEL 9 Beta endlich die Kompatibilität zu RHEL 5/6 mehr, oder weniger folgerichtig gekappt wurden. Es bleibt aber abzuwarten, mit wie viel Nachdruck bis zum Final von RHEL 9.0 vorgegangen wird?
In geschirmten Umgebungen ist das weniger relevant. Dennoch nicht unwichtig alte Zöpfe regelmäßig abzuschneiden. Apple wäre dafür ein radikaleres Beispiel
Bekanntlich stehen Red Hat Server nicht nur in „geschirmten“ Umgebungen.
Red Hat und Apple in einen Topf werfen, diesen Vergleich würde ich nicht anstellen wollen.
Das habe ich auch nie behauptet das das ausschließlich der Fall ist ^^ Schau dich mal in großen DAX Konzernen oder bei den Fortune 500 um, dort ist das die Regel.
In einen Topf habe ich niemand geworfen, eher in Relation gesetzt. M. E. n. geht RedHat nicht radikal genug vor, können sie auch nicht da sonst die Unternehmen auf die Barrikaden gehen.
Wobei?
Die Balance aus Innovation und Solidität finde ich ganz gut gelungen. Es gibt da andere Distributoren, die zwar auch viel probieren, aber meist mit wenig Erfolg.