Für die am 15. Oktober anstehende Veröffentlichung der Interims-Version Ubuntu 26.10 »Stonking Stingray« hat sich Canonical einiges auf den Zettel geschrieben, wie aus der kürzlich veröffentlichten Roadmap hervorgeht.
D-Bus wird abgelöst
Den Auftakt machen GNOME 51 und Kernel 7.2. Parallel dazu treibt Canonical den Umstieg von der betagten Implementierung von D-BUS per dbus-daemon auf dbus-broker voran. Diese IPC wurde für eine bessere systemd-Integration entwickelt. Fedora nutzt dbus-broker seit 2019, Arch Linux folgte 2024. Für den Nutzer fast unsichtbar, ist die Interprozesskommunikation (IPC) enorm wichtig für Stabilität, Sicherheit und Performance des gesamten Desktop-Stacks.
Auch Multimedia-Fans kommen auf ihre Kosten: GStreamer 1.30 bringt neue, in Rust geschriebene Plug-ins mit, außerdem soll die Codec-Erkennung verständlicher werden, wenn proprietäre Codecs gebraucht werden.
Spannend wird es bei RISC-V: Ubuntu 26.10 soll die erste Version sein, die ein vollständiges Desktop-Erlebnis auf RVA23-kompatibler Hardware liefert, was ein echter Meilenstein für die noch junge Architektur auf dem Linux-Desktop wäre.
Erste KI-Anwendung in Ubuntu 26.10
Beim Thema KI wird umgesetzt, was Mark Shuttleworth auf dem Ubuntu Summit 26.04 in seiner Keynote (YouTube) angekündigt und Jon Seager später präzisiert hat: Ubuntu wird mit KI angereichert. Unter dem Namen Project Myna (benannt nach dem sprachbegabten Beo-Vogel) entsteht zunächst eine rein lokale Diktierfunktion: Man drückt eine Tastenkombination, spricht ins Mikrofon und der Text landet in der aktuellen Anwendung. Dabei gibt es visuelles Feedback während der Aufnahme. Die Spracherkennungsmodelle laufen komplett lokal, eine Internetverbindung wird nach der initialen Installation des Modells nicht mehr benötigt. Das Mikrofon wird nur während aktiver Diktierfunktion angesprochen, Audio wird ausschließlich im Arbeitsspeicher verarbeitet und danach verworfen. Zum Start läuft Myna unter Wayland mit GNOME als primärer Zielumgebung, weitere Desktop-Umgebungen sollen folgen.
Dahinter steckt eine größere Vision: der Context-Aware Desktop, der nicht als aufgesetztes Chatfenster daherkommen, sondern »unter Wahrung von Ubuntus Werten wie Offenheit, Privatsphäre und Nutzerkontrolle« Kontexte und Nutzerabsichten verstehen soll.
Neues App-Center und vereinfachte Installation
Nicht zuletzt arbeitet Canonical an einem vom Paketformat unabhängigen App Center sowie an einem stark vereinfachten Installations- und Onboarding-Prozess. Dieses Vorhaben ist allerdings eher als grundlegende Vorarbeit für Ubuntu 28.04 LTS zu sehen. Auch die Release-Richtlinien werden angepasst. Künftig müssen Flavours wie Kubuntu oder Ubuntu Mate und der Rest der Familie eine Beta-Version einreichen, wenn sie ein offizielles Release zusammen mit Ubuntu selbst anstreben. Bisher wurden gelegentlich Ausnahmen gewährt, wenn eine Ubuntu-Variante nicht rechtzeitig zum Beta-Meilenstein fertig war, doch künftig wird es keine Ausnahmen mehr geben.

Find ich auch
btw: ich schrien “könntest” – eine KI hätte deinen Beitrag natürlich anders geschrieben, nicht so knapp und “Ecke Verschwörungstheoretiker”.
Aber um deinen Punkt konstruktiv aufzugreifen:
Wenn man die Privatsphäre sehr ernst nimmt, kann man auch hingehen, das System virtuell aufsetzen, davon eine Kopie ohne Zugriff auf Netzwerk starten und die diktierten Texte (je nach Anwendung) in eine Datei speichern, die man sich ins Hostsystem rüber zieht (“rettet”), bevor man die virtuelle Session verwirft – Im Prinzip ähnlich wie eine Wegwerf-VM in QubesOS.
Sofern du QubesOS noch nicht kennen solltest, ich kann dir nur empfehlen, da mal reinzulesen.
Texte die man selbst diktiert haben möchte, privat zu halten, ist nicht das Problem dabei.
Umfassende staatliche Überwachung war bisher immer durch die humanen Kapazitäten beschränkt. Zum Lauschen brauchte man Menschen, die sich den ganzen Kram anhörten und protokollierten. Das ist aufwändig. Und genau diese Beschränkungen, fallen bei dieser Technik komplett weg. Man könnte mit dieser Technik alle und jeden dauerhaft abhören und die Relevanz schon direkt auf dem Endgerät prüfen. Ich möchte mir jetzt keine Szenarien ausdenken. Es genügt momentan darauf hinzuweisen, dass diese Technik potenziell dazu geeignet ist.
Myna eignet sich auch perfekt als Überwachungstool, dass unbemerkt jedes gesprochene Wort mitschreibt.
Das (Nicht-) Vorhandensein von Myna ändert *nichts* an der Fähigkeit Deines Systems, Audio mitzuschneiden und zu versenden. Wenn Du Ubuntu mit Myna nicht vertraust, solltest Du das ohne Myna ebenso wenig tun.
Ich vertraue Ubuntu auch ohne Myna nicht.
Auch ist mir klar, dass eingebaute Mikrophone auch schon immer einen Audiomitschnitt machen konnten.
Es ist aber Qualitativ etwas ganz anderes, wenn sich jetzt technisch die Datenmenge auf eine Textdatei reduzieren lässt und KI dabei entscheiden kann was protokolliert und eventuell auch versendet wird.
Implementiert auf Smartphones und PCs macht diese Technik eine Massenüberwachung in ganz neuen Dimensionen möglich.
Darauf wollte ich zumindest einmal hinweisen.
Wenn du das wirklich ernst meinen solltest, dann gehst du sicher auch nicht mehr aus dem Haus, weil jede Person um dich herum potentiell ein Smartphone mit Siri, Gemini, Alexa und wie all die anderen Sprachsteuerungstools heißen, mit sich herum trägt und jede Brille eine smarte sein könnte – dann wirst du auch noch per Kamera überwacht…
Und ins Internet gehst du auch nicht mehr, weil du dort Unmengen von Datenspuren hinterlässt…
Ergo könntest du eine KI sein, die herum trollt?
“Wer warnt muss eine KI sein” Deine Logik ist bestechend.
Ich finde nicht, dass tuxnix trollt. Ich finde beide Meinungsseiten legitim.