Mit Shelly ist in diesem Frühjahr ein neuer Paketmanager für Arch Linux und darauf basierende Distributionen erschienen. Das Open-Source-Projekt versteht sich nicht als bloßes Frontend für Pacman, sondern nutzt die zugrunde liegende libalpm-Bibliothek direkt und kombiniert klassische Paketverwaltung mit einer modernen GTK-4-Oberfläche. Neben den offiziellen Arch-Repositories unterstützt Shelly auch das AUR, Flatpaks sowie AppImages und bringt darüber hinaus eine eigene Kommandozeilenschnittstelle mit. Bekanntheit erlangte das Projekt zuletzt, als die Entwickler von CachyOS Shelly als Nachfolger des bisherigen Paketmanagers Octopi einführten.
Happy Eyeballs
Mit Version 2.4.1 liefert das Projekt bereits das erste Wartungsupdate für den vor einer Woche erschienenen 2.4-Zweig aus. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen bei Netzwerkverbindungen, Sicherheit und der Unterstützung alternativer Paketquellen. So implementiert Shelly nun die aus Webbrowsern bekannte Happy Eyeballs-Strategie (Fast Fallback), bei der IPv4- und IPv6-Verbindungen parallel aufgebaut werden, um Verzögerungen durch fehlerhafte IPv6-Routen zu vermeiden. Weiterhin haben die Entwickler die Unterstützung für Flatpak und AppImages überarbeitet, mehrere Fehler behoben und die Kommandozeilenschnittstelle im Rahmen eines umfassenden Refactorings um zusätzliche Optionen erweitert.
Der schnelle Veröffentlichungsrhythmus zeigt, dass sich Shelly weiterhin in intensiver Weiterentwicklung befindet. Wer eine moderne grafische Alternative zu Pacman-Frontends wie Octopi sucht, sollte einmal einen Blick auf Shelly riskieren. Einzelheiten zu Shelly 2.4.1 bieten die Release Notes auf GitHub.
