Seit Mageia 9 sind fast drei Jahre vergangen, doch jetzt erreicht die in der Erbreihenfolge von Mandrake und Mandriva stehende Distribution 15 Jahre nach ihrer ersten Veröffentlichung die runde Versionsnummer10.
Wayland allerorten
Das Herzstück der neuen Veröffentlichung ist der Umstieg auf Plasma 6.5.5, das auf Qt 6.10.0 und KDE Frameworks 6.22.0 basiert und bei dem Wayland jetzt die Standard-Session ist. Wer lieber bei X11 bleiben möchte, kann das Paket task-plasma-x11 nachinstallieren, das dann im Anmeldebildschirm zur Auswahl steht.
Auch GNOME 49 setzt standardmäßig auf Wayland, NVIDIA-Nutzer mit proprietären Treibern landen aber weiterhin automatisch bei X11. Neu mit dabei: SDDM ersetzt als Display-Manager den bisherigen Standard, und plasma-systemmonitor löst ksysguard ab. Außerdem bringt Mageia 10 mit liquidshell eine schlanke Alternative zu plasmashell mit.
Aktualisierte Software
Als Kernel kommt die Linux-6.18-LTS-Reihe zum Einsatz, dazu Mesa 26.0 als Grafiktreiber. Beim Paketmanagement vollzieht Mageia einen größeren Schritt: DNF v5 ersetzt DNF v4 aus Mageia 9. DNF 5 bringt verbessertes Bug-Reporting, genaueres Tracking schwacher Abhängigkeiten und eine detailliertere Transaktionsanzeige. Bei Neuinstallationen wird DNF parallel zu urpmi installiert.
Auch sonst ist Mageia auf einem aktualisierten Softwarebestand: Firefox 140 ESR, LibreOffice 26.2.3, GCC 15.2 und Python 3.13 sind mit an Bord, während Chromium nur noch per Flatpak angeboten wird. Wer gerne zockt, profitiert von Wine in Version 11 sowie zahlreichen neu gepackten Spielen.
Update grundsätzlich möglich
Anlässlich der Größe des Sprungs von Mageia 9 empfehlen die Entwickler dringend, vor einem Update die Upgrade-Dokumentation und die Errata zu lesen. Prinzipiell steht Bestandsanwendern der Weg des Updates aber offen. Beim Umstieg von Mageia 9 stehen am Log-in-Bildschirm sowohl X11- als auch Wayland-Sessions zur Auswahl.
32-Bit lebt
Mageia bietet auf seinem Download-Portal neben den Live-Medien auch traditionelle Installationsmedien und einen Network-Installer. Bei den Live-Medien gibt es bei Xfce sowohl eine 32-Bit- als auch eine 64-Bit-Variante; Plasma und GNOME sind als Live-Medien nur in 64-Bit verfügbar. Über den Classic Installer lassen sich aber grundsätzlich mehr Desktops auch auf 32-Bit-Systemen installieren. Dort stehen neben Xfce 4.21 auch LXDE und LXQt 2.3 zur Auswahl, die sich beide über das klassische Installer-ISO installieren lassen, das ebenfalls in 32-Bit-Version verfügbar ist.
Erhöhte Hardwareanforderungen
Eines müssen die Besitzer älterer Schätzchen jedoch wissen: Mageia 10 erhöht die Hardware-Anforderungen für 32-Bit-Systeme. Es wird jetzt eine CPU mit SSE2 vorausgesetzt, und die Architekturbezeichnung wechselt von i586 zu i686. Ältere 32-Bit-Prozessoren fallen damit raus. Die Release Notes vermitteln weitere Neuerungen und Informationen.
