openSUSE

SUSE fordert openSUSE zum Rebranding auf

SUSE bittet das seit fast 20 Jahren auf seinem Code basierende Community-Projekt openSUSE, eine Umbenennung in Betracht zu ziehen, um die Verwirrung über die Beziehung zwischen SUSE als Unternehmen und openSUSE als Community-Projekt zu beseitigen und die eigene Wortmarke besser schützen zu können.

openSUSE wurde bislang immer von SUSE gesponsert, ohne eine eigene unabhängige Organisation zu haben, die Markenrechte hält, die Infrastruktur verwaltet oder Spenden und Sponsorengelder annimmt. Noch vor vier Jahren, im April 2020, schlug SUSE-CTO Gerald Pfeifer vor, Suse Linux Enterprise und Opensuse Leap sollten noch näher zusammenrücken.

Sanfter Druck

Auf der openSUSE Conference 2024 wurde in einem Vortrag unter anderem von Richard Brown vorgeschlagen, es sei an der Zeit, openSUSE beim Branding besser von SUSE unterscheidbar zu machen, da openSUSE nunmal nicht SUSE sei. Dabei hat der Vorschlag von SUSE-CTO Gerald Pfeifer von vor vier Jahren eigentlich dazu geführt, dass das Projekt und Unternehmen über die Distribution näher beieinander sind als jemals zuvor.

Was kommt als Nächstes?

Auf den Vortrag folgte eine Diskussion, bei der viele Teilnehmer sich fragen, was SUSE als Nächstes vorhat. SUSE sitzt hier jedoch klar am längeren Hebel, da openSUSE ohne die finanzielle und organisatorische Unterstützung von SUSE kaum überlebensfähig ist. SUSE trägt neben den finanziellen Zuwendungen nicht nur die Codebasis bei, sondern kümmert sich in Ermangelung einer tragfähigen Projektverwaltung bei openSUSE auch um rechtliche Dinge wie die Verteidigung der Wortmarke.

Hausgemachte Probleme

Nachdem openSUSE auf der Basis der SUSE-Codebasis mit Leap und der Stabilisierung von Tumbleweed als produktiv einsetzbarer Distribution in der Lage war, viele neue User zu gewinnen, verwirrte man diese kurz darauf im Rahmen des anstehenden Architekturwechsels auf ALP mit neuen Konzepten wie Krypton, MicroOS, Aeon, Kalpa, Argon, and Leap Micro.

Für mich klingen die meisten Probleme, die openSUSE mit sich selbst und mit SUSE hat, hausgemacht. Dem Projekt wird keine andere Wahl bleiben, dem von SUSE bisher ohne Druck an das Projekt herangetragenen Namenswechsel nachzukommen, um seine Zukunft zu sichern. Zudem muss openSUSE lernen, mehr auf eigenen Füßen zu stehen, was die Führung und Verwaltung des Projekts betrifft. Daran wird auch keine Community-Diskussion etwas ändern, denn Suse könnte ohne openSUSE auskommen, umgekehrt gilt das nach meiner Ansicht aber nicht.

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8 Kommentare

  1. Bin ja gespannt, was dabei rauskommt, wenn man konkret auf die Aufforderung reagiert. openSUSE ist doch schon ziemlich eindeutig. Eine “offenere” Variante von SUSE. Wenn man ganz auf die Buchstaben SUSE verzichten soll, wie können Leute dann noch den Bezug herstellen? Bei Red Hat und Fedora hat man zumindest noch die Gemeinsamkeit “Hut”. Sollen sie sich z.B. LISA nennen oder EMMA?

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  2. Ob das etwas mit dem Börsengang 2021 zu tun hat?
    Aktiengesellschaften stehen grundsätzlich immer unter dem Druck, die Investoren durch entsprechende Renditen glücklich zu machen.
    Da kommt vermutlich die Unterstützung eines OpenSource-Projektes in finanzieller, organisatorischer und personeller Hinsicht schnell unter die Räder, da direkte Korrelation zwischen Kosten/Umsatz nicht oder nicht leicht zu erfassen ist.
    Charity war früher, heute heißt es: Geiz ist geil 😀

    Sorry, da war natürlich ein großer Anteil an “Glaskugel-Weisheit” in meiner Aussage.

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        1. Der verlinkte Thread ist sehr aufschlussreich.

          In dem Thread ist ein Video verlinkt:
          https://media.ccc.de/v/4411-we-re-all-grown-up-opensuse-is-not-suse

          Das, was die beiden SuSE – Vertreter – Richard Brown und Robert Sirchia dort präsentieren ist schon sehr klar:

          SuSE möchte seine Marke verteidigen und inhaltlich fokussieren. Kein Streß, keine Deadline. Aber mittelfristig ohne Alternative.

          Sie bringen viele Beispiele und Argumente. Kann ich gut nachvollziehen. Bin mal gespannt, wie die Community sich entscheiden wird.

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