Lennart Poettering hat auf Mastodon eine neue Funktion vorgestellt, an der die Entwickler von systemd derzeit arbeiten. Die Funktion wird soft-reboot heißen und es handelt sich um einen Reboot nur für den Userspace.
Kernel bleibt
Um Greyout-Zeiten bei Image-basierten Betriebssystem-Updates auf ein Minimum zu reduzieren, wird dabei ein Reboot durchgeführt, bei dem der Kernel so bleibt, wie er ist, aber der Userspace wie üblich herunterfährt, dann möglicherweise in ein neues RootFS wechselt und mit einer anfänglichen Transaktion startet, wie es bei einem klassischen Systemstart der Fall wäre. Während des Übergangs können ausgewählte Dienste ihre Dateideskriptoren (fds, file descriptors) und lauschenden Sockets weitergeben, um aktive Ressourcen vom alten System auf das neue System weiterzugeben.
Warten wir nicht darauf, dass sich Hardware, Firmware, Bootloader, Kernel und initrd bei einem Neustart neu initialisieren, sondern konzentrieren wir uns allein auf den Userspace.
Lennart Poettering
Schneller Wechsel
Das ermöglicht einen superschnellen Wechsel von einer OS-Version zur nächsten, wobei der gesamte Service-Code sauber und umfassend neu gestartet wird, aber ausgewählte Ressourcen unangetastet durchgereicht werden, sodass sie weiterarbeiten können. Das sei, so Poettering, gar nicht mal so schwer zu realisieren gewesen. Das kann jeder selbst auf GitHub überprüfen.

Der superschnelle Wechsel des Sattels im jagenden Galopp.
Früher wäre der Reiter vom Pferd gestiegen und hätte sich und dem Gaul mal eine Pause gegönnt.
Ob das so sinnig ist, dem User seinen space während der Arbeit wegzuziehen und mal schnell auszutauschen?
Mitunter haben Änderungen im Userspace auch eine veränderte Handhabung zur Folge.
Aber es geht hier wohl eher um die Belange der Fernwartung, als um denjenigen der an dem PC seine Arbeit verrichten soll.
Es geht um neue Möglichkeiten einen Workflow zu erarbeiten.