Ubuntu unterstützt seine LTS-Versionen üblicherweise für 5 Jahre, während die Interims-Versionen dazwischen lediglich 9 Monate Support erfahren. Wie in einem Interview mit Mark Shuttleworth auf dem kürzlich abgehaltenen Ubuntu Summit zu erfahren war, wird das im April erwartete Ubuntu 24.04 LTS bis zu 12 Jahre Unterstützung erhalten.
Von 10 auf 12
Shuttleworth verkündete die Neuerung, die bisher nicht öffentlich war und sagte, neben 24.04 würde dies auch auf ältere LTS-Versionen angewendet. Er ging aber nicht weiter darauf ein, welche älteren Versionen das sein werden. Vermutlich wird dies bald aus einem Blogeintrag zu erfahren sein.
Die Verlängerung der Unterstützung über die üblichen fünf Jahre hinaus findet im Rahmen von Ubuntu Pro statt. Dieses ursprünglich für Enterprise-Kunden aufgelegte Programm wurde im Oktober 2022 für Endanwender kostenfrei auf bis zu fünf Rechnern geöffnet. Die dort zugesagte Unterstützung betrug bisher 10 Jahre und wird mit 24.04 auf 12 Jahre erhöht. Damit zieht Canonical mit Red Hats RHEL gleich, allerdings auf einer viel breiteren Paketbasis.
30.000 Pakete
War Ubuntu Pro bisher auf das Main-Repository beschränkt, so wird mit 24.04 die gesamte Distribution mit rund 30.000 Quellpaketen für 12 Jahre unterstützt. Um in den Genuss dieser Erweiterung zu kommen, ist ein Ubuntu One Konto Voraussetzung. Ein dabei erstelltes Token ermöglicht die Anmeldung bei Ubuntu Pro. Darüber hinaus muss das Paket ubuntu-advantage-tools installiert sein. Weitere Informationen zu Ubuntu Pro sind in einer Anleitung auf Discourse zu finden.

12 Jahre Support, daher Planungssicherheit ist schon eine Ansage. Wenn man jetzt Ubuntu im Unternehmensbereich einsetzt, ist es nicht die schlechteste Option. Selbst wenn man jetzt bei Ubuntu Pro das ganz große Paket mit 3.400 $ (+ evtl. Steuern) pro Server mit beliebig vielen VMs und 24/7 Support nimmt. Bei SLES sind die Preise in etwa auch so. Es kommt da auch immer auf den Einsatzzweck drauf an.
Also prinzipiell finde ich das als Anhänger von LTS-Distributionen eine gute Sache.
Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es dann einiges an Ressourcen benötigt, alle diese
Pakete für die ganze Bandbreite an verschiedenen Versionen bei Ubuntu zu pflegen.
Da bin ich dann schon gespannt, wie zuverlässig das zukünftig klappt.
Bis vor kurzem garantierten sie nur main, jetzt dann alles. Schaun wir mal.
Ich denke, sie wollen für Enterprise einen Vorteil gegenüber Red Hat und sind gewillt, dafür Geld in die Hand zu nehmen.
Ja nur sie sind doch im Enterprise Segment schon ne Ecke vor Redhat
Woher stammt die Info?
https://www.openlogic.com/blog/top-enterprise-linux-distributions
https://www.openlogic.com/sites/default/files/image/2023-05/charts-2023-oss-report-blog-2-min.jpg