Ubuntu-Logo auf Holz

Ubuntu 24.10 setzt auf Wayland für NVIDIA-Benutzer

Ubuntu wollte bereits früh auf Wayland als Standard setzen und wechselte mit Ubuntu 17.10, der ersten Version, die wieder eine GNOME Shell nutzte, zum neuen Display-Server. Zu viele Probleme führten mit 18.04 aber zurück zu X11.

Zweiter Versuch

Der zweite Versuch mit Wayland startete mit Ubuntu 21.04 und seitdem ist Canonical dabei geblieben. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wird bei der Installation eine Nvidia-Karte erkannt, blieb es bis heute bei X11 als Standard. Das soll sich mit Ubuntu 24.10 ändern. Damit sollte sich Nvidia genötigt sehen, noch mehr Fokus auf Wayland zu legen. Ein Schub in diese Richtung war bereits zu sehen, als Red Hat vor rund einem Jahr Xorg als veraltet markiert hat.

Die Entscheidung, auch für Nvidia-User Wayland als Standard auszuliefern, ist der gestiegenen Kompatibilität des Nvidia-Treibers mit Wayland zu verdanken. Wir berichteten kürzlich über die Veröffentlichung der Beta-Version des proprietären Nvidia-Treibers in Version 555, der mit Explicit Sync viele der Probleme mit Wayland ausbügeln soll.

In der Roadmap zu Ubuntu 24.10 ist zu lesen:

Es gibt immer noch einige bekannte Probleme mit dieser Kombination, und aufgrund der starken Nutzung von Ubuntu Desktop in den Bereichen AI/ML, VFX und anderen Industrien sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es zu früh ist, diesen Wechsel in Ubuntu 24.04 LTS vorzunehmen. Diese Liste ist nun auf eine Anzahl geschrumpft, die uns zuversichtlich stimmt, es in der kommenden Zwischenveröffentlichung zu aktivieren und uns die Zeit zu geben, alle zusätzlichen »Unbekannten« vor Ubuntu 26.04 LTS zu entdecken und zu lösen.

Oliver Smith Ubuntu 24.10 Roadmap

Viele aktuelle Workloads bei KI und maschinellem Lernen benötigen zwingend Nvidias Programmierschnittstelle CUDA. Die will Canonical seinen Unternehmenskunden ab Ubuntu 26.04 LTS auch mit Wayland bieten. Die Gamer-Fraktion wird es auch freuen. Bemerkenswert ist auch, dass Canonical das Ubuntu-Desktop-Team im Jahresverlauf um mindestens 50% aufstocken möchte.

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