Dateimanager sind, ähnlich, wie Browser, eine der wichtigsten und am häufigsten genutzten Komponenten bei der Arbeit am Computer. Wie üblich, ist die Vielfalt auch dieser Gattung unter Linux groß und die Vorlieben werden ähnlich kontrovers diskutiert wie bei Desktop-Umgebungen. Hier nur mal eine Auswahl der Dateimanager für Linux ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Dateimanager mit grafischer Oberfläche:
- Caja
- Dolphin
- Double Commander
- GNOME Commander
- emelFM2
- Konqueror
- Krusader
- Nautilus
- Nemo
- PCMan File Manager
- Polo
- Rox-Filer
- Thunar
- XFE
- Dateimanager ohne grafische Oberfläche:
- Broot
- Cfiles
- Last File Manager
- Lf
- Midhight Commander
- Nnn
- Ranger
- Vifm
- WCM Commander
Was muss euer Dateimanager können?
Dateimanager gibt es in vielen Varianten. Zu den Grundfähigkeiten zählen Kopieren, Verschieben und Löschen. Darüber hinaus gibt es kaum Grenzen nach oben, was alles in einen Dateimanager integriert werden kann. Das reicht von der 2-Fenster-Ansicht über Tabs und einer ausgewachsenen Suchfunktion bis hin zu transparent dargestellten Zip-Archiven, der Vorschau verschiedener Dateitypen oder eingebundener Git-Repositories. Abgespeckte Anwendung oder eierlegende Wollmilchsau – das angebotene Spektrum gibt all das her.
Dolphin for the win
Ich bekenne mich als Fan von Dolphin aus dem KDE-Software-Fundus. Dolphin ist für mich nicht nur der beste Dateimanager unter Linux, sondern generell über alle mir bekannten Betriebssysteme hinweg. Wie bei KDE-Software üblich ist er umfassend konfigurier- und erweiterbar. Er bietet alles, was ich täglich benötige.
Während ich bei Root-Aktionen in den Anfangsjahren meiner Linux-Nutzung, als es Dolphin noch nicht gab, von Konqueror auf Krusader ausgewichen bin, führt mich der Weg bei Aktionen, die Root-Rechte benötigen, schon lange in die Konsole. Die Taste [F4] öffnet diese bei Dolphin im gerade gewählten Verzeichnis. Best of both worlds.
Für manche Aufgaben ist die Konsole schneller, bei anderen eher Dolphin. Aber das sind Vorlieben des jeweils eigenen Workflows. Das einzige, was ich bei Dolphin nicht nutze, ist die von Balou gestützte Suchfunktion. Hier sind externe Tools wie das kürzlich vorgestellte FSearch um Lichtjahre schneller.
Wie haltet ihr es mit dem Dateimanager? Welchen nutzt ihr und warum. Was muss er können und was ist Schnickschnack?

Ich bin da recht pragmatisch und nutze i.d.R. den jeweils in der Distro voreingestellten Dateimanager, meistens also einen der folgenden: Dolphin, Konqueror, Nautilus, Nemo oder Thunar.
Thunar stürzt allerdings (unter Ubuntu Studio) öfters mal ohne weitere Meldung ab, i.d.R. wohl beim Erzeugen von Thumbnails für größere Verzeichnisbäume, bspw. meiner Musiksammlung von >150k FLAC- und MP3-Dateien.
Die Suchfunktionen in diesen Dateimanagern nutze ich nie, da sie viel zu langsam sind. “find” auf der Konsole ist zig-fach schneller.
Von Dateimanagern im Terminal halte ich garnichts, aber das ist persönliche Präferenz – die mochte ich schon zu DOS- und Windows-Zeiten nicht.
Ich nutze Cinnamon als DE und nutze Nemo als Dateimanager. Distro/DE übergreifend im Terminal/Konsole den mc und graphisch den DoubleCommander.
Hier in den Posts wurden auch viele Alternativen genannt, welche ich noch nicht kannte. Danke.
MC, Krusader
das sind die, die ich schon seit Jahrzehnten nutze.
Nemo / MC. Wobei ich Dolphin auch sehr gerne mag.
Dolphin ist da schon echt nahe am Optimum finde ich.
Hin und wieder weiche ich noch auf krusader aus, vor allem wenns um massenhaftes Verschieben oder Root-Access geht.
Bei mir läuft auf dem Desktop (KDE) natürlich Dolphin. Im Terminal früher eher mc, heute mehr und mehr ranger – weil näher an den vim keybindings.
Warum schreibst du nur Dolphin in die Tags?
Tu ich ja nicht. Da sind auch ‘Dateimanager’ und ‘Umfrage’ als Tag drin.
In der Tat.
Mit Linux mit nutze ich im Normalfall Nemo.
Aber da Nemo manchmal nicht so schnell reagiert, wie man es eigentlich erwarten sollte, nutze ich auch gerne Caja, weil es einfach besser läuft.
Ich nutze trotz Xfce und Thunar als Hauptdateimanager Spacefm, auf der Konsole auch MC.
Spacefm ist der am umfassendsten konfigurierbare Dateimanager, es gibt einfach nichts, was sich nicht einrichten ließe, sei es Programmaufrufe, Scripte oder auch die Optik. Da der Dateimanager so umfangreich ist, dauert es schon seine Zeit, bis man alle Funktionen mal angesehen bzw. ausprobiert hat. Ebenfalls gibt es eine umfangreiche Doku dazu.
Angesehen und ausprobiert habe ich _alle_ schon einmal, aber Spacefm ist für mich unübertroffen.
Habe SpaceFM mal installiert und bin wirklich überrascht. Wiesel schnell, schaut gut aus, hat alles und viel mehr, ordentlich konfigurierbar, … ich werden weiter testen. Einzig die gtk3 Variante will nicht starten, aber das ist nicht so tragisch und deswegen werde ich da auch nicht weiter wühlen.
Welcher Dateimanager auch noch gut ist: Nemo
Ich bin leider ein Gewohnheitstiert aber trotzdem neugierig!
Danke für den Tip mit SpaceFM.
Ich habe jetzt erst Deine Antwort gesehen, zwar etwas spät, aber nicht zu spät…
Ich nutze Debian Sid, im Repo gibt es zwei Pakete für spacefm, einmal nur “spacefm” für Gtk2 und dann noch “spacefm-gtk3”. Evtl. hast Du nur das falsche Paket installiert. Bei anderen Distros wird es diese Unterteilung sicher auch geben, schau mal nach.
Ich nutze Debian Bullseye. Habe das richtige Paket genutzt. Ist nicht wirklich wichtig. Deswegen werde ich da keine weitere Energie rein stecken …aber danke.
Den Nemo und den Midnight Commander (mc).
Jahrelang Krusader, seit einiger Zeit DoubleCommander. Sind beide toll und empfehlenswert. Aber ich stellle auch fest, dass ich immer mehr Sachen im Web mache und weniger mit Dateien arbeiten muss.
Als Linux Mint Cinnamon User benutze ich den enthaltenen Nemo, und für Serversachen den MC.
An Nemo gefällt mir dass er nicht überladen wirkt aber trotzdem sehr viele Funktionen hat die man dazu konfigurieren kann oder auch mit addons erweitern kann was meinem täglichen Workflow sehr erleichtert.
– wichtig ist mir auch die zwei Fensteransicht,
– aktuellen Ordner als root aufrufen – oder dort eine Konsole öffnen.
Beim Mate oder den XFCE Desktop würde ich Nemo nachinstallieren,
bei Gnome den Nautilus Hoch-Tweaken.
Bei KDE wäre natürlich auch der Dolphin super.
Konqueror und mc.
Da ich mit Xfce arbeite und Thunar keine geteilten Fenster bietet bin ich vor langer Zeit auf Xfe umgestiegen. Klein, schnell und bietet alles, was ich täglich brauche.
Nutze Nautilus mit Gnome und wayland.
Gerne auch das Terminal mit midnight commander.
Dolphin auf dem Desktop für laid-back Filemanagement oder in Zusammenarbeit mit Ark bei der Arbeit mit Archiven.
Öfter bin ich jedoch in der Konsole unterwegs, da ist Ranger der FM meiner Wahl, weil er sich mit den bekannten vim-ähnlichen Keybinds steuern lässt. Ergibt dann z.B. beim Bearbeiten von Konfigurationsdatein oder ähnlichem, mit meinem Lieblingseditor Kakoune, einen Workflow, wie aus einem Guss.
Nautilus ist einfach zu bedienen und sieht schick aus. Nutze ich für basics.
Parallel habe ich immer Nemo installiert, da er ein paar Zusatzfunktionen bietet (Als Administrator öffnen!).
Konsole kommt immer häufiger auch zum Einsatz (ich übe noch 🙂
Du weißt das Nautilus auch eine “root” Funktion hat? Funktioniert problemlos.
Wusste ich nicht! Wie rufe ich die auf? Ich sehe da nur ‘In Terminal öffnen’ …
Das ist eine Erweiterung für Nautilus: nautilus-admin. Über das Gnome-Software Center werden ebenfalls Erweiterungen für Nautilus angeboten wie EasyTag und Sushi (Dateivorschau mit Space-Taste).
Danke, war zu spät 😂.
Ich orientiere mich an dem, was die jeweilige Distribution mit ihrer Arbeitsumgebung mitbringt:
Auf dem Desktop: Linux Mint 21 – Cinnamon – Nemo
Auf dem Laptop: antiX 19 – IceWM – SpaceFM
Auf dem Netbook: Devuan Beowulf – Mate – Caja
Von diesen dreien gefällt mir Nemo am besten, gefolgt von Caja und schließlich SpaceFM. Wobei ich generell keine großen Ansprüche habe.
Da ich GNOME nutze, habe ich mich für Nautilus entschieden. Bringt für mich (kleine Erweiterungen voraus gesetzt) alles mit was ich benötige. Läuft stabil, beliebig viele Tabs möglich (ersetzt für mich den Split Screen als Kompromiss), Spricht mit allen Laufwerken die ich brauche, SSH kein Problem (ersetzt fast den MC😂), für mich in der Konfiguration vollkommen ausreichend, …ich brauche nicht mehr.
Vermute mal, dass die User i.d.R. den Dateimanager des jeweiligen DE’s nutzen.
Ich habe auch schon andere probiert und bin auch immer wieder neugierig und probiere aus. Letztlich nutze ich aber für die tägliche Arbeit den Nautilus.
Da ich beruflich unter Windows arbeiten muss, bleibt nur noch der eher geringere Teil des Tages mit Linux und dem lieblings Dateimanager über. Daher mache ich mir da nicht ganz so viele Gedanken. Der muss dann einfach nur funktionieren. Würde ich beruflich mit Linux arbeiten, wäre die Aufgabe eine andere.
Interessante Umfrage Ferdinand. Danke!
Ich bin auch sehr zufrieden mit Nautilus. Tut einfach was es soll. Was etwas schade ist, das viele Einstellungen nur über den Dconf-Editor erreichbar sind.
Krusader: Mein Killerfeature ist copy/move Jobs in eine Queue stellen können
MC: Läuft immer
Eigentlich vermisse ich so was wie Directory Opus für Linux.
Das Amiga-Original?
Ja! Ich fand das Prinzip der nahezu unbegrenzten Konfigurierbarkeit seinerzeit sensationell. Dazu noch die ARexx-Schnittstelle zum Skripten und Fernsteuern. Unerreicht!
Der ActionMan vom Krusader bietet aber auch schon viele interessante Möglichkeiten.
Event . worker ?
Leck – mich – fett. Seit ’97 runkel ich mit Linux-Distros herum und habe dieses Tool bisher nicht wahrgenommen. Unfassbar… Danke für den Wink.
Da ich ebenfalls hauptsächlich mit XFCE unterwegs bin, nutze ich Thunar und für die
Dateisuche FSearch.
Für das meiste verwende ich Krusader. Ab und an auch mal Dolphin. Und in der Konsole, vor allem über ssh dann den Midnight Commander.
Schon lange ist Dolphin mein Favorit. Allein schon wegen der geteilten Ansicht. Wer das nicht kann, der ist bei mir gleich unten durch.
Da ich mich irgentwann mal für xfce entschieden habe, ist es bei mir Thunar, bringt eigendlich alles nötige mit was man braucht, ergänzt mit der Dateisuche Catfish hat man alles nötige.
Dolphin ist seit Jahrzehnten meine Wahl. Allein schon wegen der geteilten Ansicht. Wer das nicht kann, ist bei mir gleich unten durch.
als bekennender KDE – Nutzer: Dolphin aber, meist bin ich in der Konsole unterwegs und nutze da das Urgestein MC. Ab und an, wenn nut etwas zu kopieren /verschieben ist, dann erledige ich das auch direkt in der Konsole via cp oder mv
Bei mit remote gelegentlich MC. Ansonsten wie bei dir Dolphin seit er existiert und davor Kinqueror.
Warum die suche bei dir langsam ist weiß ich nicht. Bei mir geht es selbst auf einen NFS gemounteten mit 8TB gefüllten Laufwerk sehr schnell (< 1s). Benutze aber Tumbleweed evtl. Sind da ein paar Einstellungen anders?
Was an Dolphin besonders schätze ist die Unterstützung von Netzlaufwerken. So kann ich auf meine 1&1 Cloud (in jeden DSL/Mobile Vertrag enthalten) via WebDAVs als auch mein root Server via SSH/fish. Auch SMB umd ftp geht, wird bei mir nicht mehr benutzt. Gut ist dabei, das die Login Informationen GnuPG verschlüsselt im Kwallet(manager) abgelegt werden. Auch die sehr gute Vorschau, editierbarkeit von multimedia tags (ID3 tags) und zusatzinfos (erweiterte Attribute) für jede Datei sind für mich unverzichtbar.
Die Suche in Dolphin ist nicht unbedingt langsam, aber FSearch ist trotzdem viel schneller. Ich rufe es mit einer F-Taste auf und kann sofort tippen. Die Ergebnisse treffen während des Tippens ein und sind meist komplett, bevor der letzte Buchstabe getippt ist. Da kann Dolphin meines Erachtens nicht mithalten.
Ich muss jetzt mal nachfragen. FSearch habe ich gelesen. Darauf hin habe ich mal die Suchfunktion in Nautilus ausprobiert und war ganz überrascht (ich nutze das nicht so häufig) wie schnell die Suche funktioniert. Ob ich Textdateien suche, Bilder oder irgend eine andere Datei, Nautilus zeigt prompt ein mögliches oder das Ergebnis an. Auch wenn ich mit “*.jpg” oder ähnlichem suche, erhalte ich prompt alle Möglichkeiten. FSearch hat sicherlich einen höheren Funktionsumfang wie Nautilus, aber wo genau ist der Vorteil, wenn diese Funktionsvielfalt nicht benötigt wird. On top ist es bereits intigriert.
Ich vermute mal, dass ich etwas essentielles übersehen habe 😅.
Probiers halt aus, gibt doch jetzt ein .deb.
Viele unterschätzen auch die Suche unter Gnome im Aktivitätenpanel (Erreichbar über die Windows-Taste) Darüber wird ebenfalls vieles gefunden und angezeigt. Zusätzlich wird auch gleich im Software-Center, Zeitzone, Schriften uvm nachgeschaut.
Ziemlich brauchbar und schnell zugänglich. Einfach Taste drücken und losschreiben. https://gnulinux.ch/die-gnome-suche
Ich kann dem nur bei Pflichten. Auch wenn es FSearch als .deb gibt 😂. Ich habe nicht wirklich die Notwendigkeit und dafür reicht Nautilus. FSearch wäre reine Neugierde.
Hallo
Wie geht das mit KWallet und einer GnuPG Verschlüsselung? Vor allem für Netzlaufwerke und Cloud.
Voraussetzung
Als erstes musst Du in den KDE Systemeinstellungen oder öffnest direkt den KDE Passwortmanger (KWalletmanager). Dort musst Du ein Wallet anlegen wenn nicht schon geschehen. Ich empfehle GnuPG Verschlüsselung mit dem eigenen Key (muss man dann mit kgpg oder Kleopatra angelegt haben).
Dolphin
Seitenleiste “Orte” (kann man z.B. mit [F9] ein-/ausblenden), “Fremdgerät” – “Netzwerk” öffnen und dort rechts oben neben dem Verzeichnis “Netzwerkordner hinzufügen …”. Wenn du dort die Anmeldeinformation mit angibst (steht glaube ich auch da) werden die Logindaten automatisch in KWallet gespeichert.
Vielen Dank. Das werde ich mir Mal genauer ansehen.
Nautilus aka GNOME Files. Ist schnell, stabil, aufgeräumt und hat Tabs. Unterstützt auch das Zugreifen auf Remote-Verzeichnisse.
Für alles andere außer Dateien erstellen, öffnen oder verschieben, kommt aber das Terminal zum Einsatz.
Habe früher auch Dolphin geliebt, aber auf GNOME sieht der nicht so schön aus.