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Unraid 8 wechselt von Slackware zu Fedora

Das NAS- und Homeserver-Betriebssystem Unraid basiert seit seiner Einführung vor 20 Jahren auf einem Slackware-Kern, den die Entwickler bereits lange, bevor Immutable ein Begriff war, zu einem unveränderlichen System umgebaut hatten.

Von Slackware zu uCore

Laut einem aktuellen YouTube-Video der Uncast-Show wird die Distribution in der nächsten Evolutionsstufe Unraid 8 einen Wechsel zu einem Fedora-basierten Unterbau vollziehen. Während die Erwartungen im Netz nach der ersten Ankündigung eines Wechsels in Richtung Debian gingen, fiel die Wahl auf uCore, ein minimalistisches Server-Image aus dem Universal-Blue-Projekt von Jorge Castro, aufgebaut auf Fedora CoreOS. Es handelt sich um ein OCI-Container-Image von Fedora CoreOS mit zusätzlichen vorinstallierten Tools und Diensten.

Schnellere Reaktion auf CVEs

Lime Technologies, die Firma hinter Unraid erwartet vom Wechsel zu uCore eine generell besser wartbare Basis, was die Aktualität von Paketen und die Auslagerung der Verwaltung der Sicherheit des gemeinsamen Kerns an eine größere Community betrifft. Slackware wird primär von Gründer und Maintainer Patrick Volkerding gepflegt. Für das Unraid-Team bedeutete dies enormen manuellen Aufwand, um moderne Softwarepakete, neue Hardware-Treiber und Sicherheits-Patches (CVEs) mühsam selbst zurückzuportieren. Auch bei den zunehmend im Fokus vieler Anwender stehenden KI-Workloads versprechen sich die Entwickler dank vorhandenem CDI-Support (Container Device Interface) Vorteile gegenüber Slackware.

Atomic Rollback

Unraid ist zudem stark auf Docker-Container ausgelegt. uCore wird täglich automatisiert gebaut und signiert nach ghcr.io/ gepusht. Das System nutzt eine Cloud-Native-Pipeline mit rpm-ostree und bootc, bei der das gesamte Betriebssystem im Grunde wie ein Container-Image via GitHub ausgeliefert, aktualisiert und verwaltet wird. Sollte bei einem Unraid-Update etwas schiefgehen, ermöglicht das immutable System von uCore ein risikofreies und sekundenschnelles Zurückrollen per Atomic Rollback auf den vorherigen, funktionierenden Systemzustand.

Weitere Vorteile

Neue CPU- und GPU-Generationen werden durch den modernen Upstream-Kernel von uCore sofort nach Release unterstützt, ohne dass Lime Technology eigene Treiber-Patches stricken muss. Da das System weiterhin schlank bleibt, sind keine Performanceeinbrüche bei der bewährten Speicher- und Cache-Performance von Unraid-Arrays oder ZFS-Pools zu erwarten.

Wann steht Unraid 8 bereit?

Es gibt derzeit keine offizielle Roadmap oder einen Zeitpunkt, wann Unraid 8 bereitstehen soll. Es war aber zu erfahren, dass auf eine bald beginnende Closed Beta, für die man sich bereits anmelden kann, eine offene Beta-Phase und ein oder mehrere Release Candidates folgen sollen. Auch die Features des ersten Releases auf der Basis von uCore sind noch nicht in Stein gemeißelt.

Natives Backup-Tool geplant

Auf jeden Fall soll die mit Unraid 7.3 eingeführte Möglichkeit, Unraid auch auf internen Medien wie SSD und NVMe zu installieren, enthalten sein. Langfristiges Ziel ist es, die Betriebssystem-Basis weiter vom Unraid-Aufbau zu entkoppeln, sodass Anwender die Basis selbst aktualisieren können, ohne auf ein Update von Unraid zu warten. Das würde auch ermöglichen, anstelle der derzeit verwendeten LTS-Kernel aktuellere Kernel anzubieten. Dafür ist uCore eine exzellente Wahl. Weitere Ziele für Unraid 8 sind ein einheitlicheres Benutzer-Interface, eine engere Einbindung von Docker Compose sowie ein lange gefordertes, nativ integriertes Backup-Tool.

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