Volla Phone X als Rugged-Ausführung

Das Volla Phone ist ein Mittelklasse-Smartphone aus Deutschland, das sich Datenschutz und einfache Bedienung auf die Fahnen geschrieben hat. Es wurde per Crowdfunding finanziert und wird im Volla Shop für 359 € angeboten. Beim Betriebssystem besteht die Wahl zwischen Volla OS, das auf AOSP basiert und keine Google Apps enthält, oder als Linux-Variante Ubuntu Touch. Gastautor Matthias Böhm lieferte uns bereits im Dezember einen Alltagsbericht mit einem Vergleich des Volla Phone mit Ubuntu Touch gegenüber dem Sony Xperia XA2 Plus mit Sailfish OS.

Für den harten Alltag

Jetzt deutet sich mit dem Volla Phone X eine Rugged-Ausführung, also eine robustere Version des Smartphones für den besonders harten Alltagsbetrieb an, wie TuxPhones berichtet. Das Volla X wurde am 2. Tag der Volla Community Days 2021 bekannt gegeben. Im YouTube der live gestreamten Veranstaltung wird das Volla Phone X ab der Zeitmarke 1:34:33 kurz vorgestellt, leider ist der Ton teilweise schlecht zu verstehen.

Staub- und Wasserdicht

Was sich der kurzen Vorstellung entnehmen lässt ist, dass das robuste Gehäuse der IP68-Zertifizierung entsprechen soll und daher einen mit einer Klappe verschließbaren USB-C Port aufweist. Die IP68-Zertifizierung bedeutet, dass das Gerät staubdicht und bis maximal 1,5 Meter Wassertiefe für maximal 30 Minuten auch wasserdicht ist. Im Gegensatz zum normalen Volla Phone, das einen Akku mit 5.000 mAh aufweist, soll das Volla Phone X hier 6.200mAh bieten.

Gigaset GX290 als Basis

Während das Volla Phone das Siemens Gigaset GS290 als Basis nutzt, wird das Phone X auf dem kürzlich veröffentlichten Gigaset GX290 basieren. Das lassen zumindest die Bilder beider Gehäuse vermuten. Bei einer Größe von 6,1-Zoll und einem Verhältnis von 19,5:9-Display kommt Corning Gorilla Glas 3 zum Einsatz. Neben zwei Kameras wird das Gerät auch über Gesichtserkennung und einen multifunktionalen Fingerprint-Sensor auf der Rückseite verfügen. Als SoC ist der MediaTek OctaCore-Chip Helio P23 mit 2,3 GHz verbaut. Damit bleibt es vermutlich dabei, dass Volla-Geräte weiterhin auf Halium als Abstraktionsschicht angewiesen sind und keine Mainline-Kernel verwenden können. Softwareseitig wird es vermutlich beim Angebot von Volla OS, Ubuntu Touch und Sailfish OS sowie inoffiziell postmarketOS bleiben.

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24 Kommentare

  1. Weiß jemand ob das Volla X auf dem GX290 oder dem GX290 plus basiert (OK, beide sind sehr änlich, dass Plus hat einige Verbesserungen wie größerer RAM/FLASH). Habe nicht wirklich eine entsprechende Info gefunden.

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  2. Kurzer Hinweis der Link im Abschnitt: “Gastautor Matthias Böhm lieferte uns bereits im Dezember einen Alltagsbericht mit einem Vergleich des Volla Phone mit Ubuntu Touch gegenüber dem Sony Xperia XA2 Plus mit Sailfish OS.” tut nicht, der will da hin führen: “http://Volla Phone mit Ubuntu Touch gegen Sony Xperia XA2 Plus mit Sailfish OS” (upsi? 😉 ).

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  3. Ein interessantes Projekt wäre ein “europäisches” Open-Source Smartphone. Hersteller von entsprechenden Komponenten gäbe es in Europa genügend (Gigaset, Kamera von Zeiss oder Leica, Akku von Varta, Bildschirmglas von Schott Mainz, Prozessor von NXP usw.). Inzwischen steht für das OS eine ausreichende Auswahl an Open Source Lösungen zur Verfügung. Schließlich noch die Nachhaltigkeit berücksichtigen und schon hätte der Anbieter ein Alleinstellungsmerkmal. Ob es dafür einen Markt gibt, ließe sich mit einer Crowdfunding-Aktion ermitteln. Ich weiß, alles im Konjunktiv. Aber träumen darf man wohl noch.

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    1. Wenn dass dann wirklich in EU hergestellt würde (und nicht einfach nur die Verwaltung in D sitzt und auf den China-Produkten dann “Made in Germany” draufsteht – siehe z.b. Varta abseits der Sonderlösungen), dann wäre aber leider zu befürchten, dass das Librem5 dann fast schon als Schnäppchen durchgeht :/

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      1. Je nach dem was man unter Produktion versteht. Sie produzieren wirklich Smartphones in Bocholt, NRW. Dabei sprechen wir natürlich über das was man heute Assembly nennt, eine Halbleiterfertigung gibt es dort meines Wissens nicht. Wenn das in der EU überhaupt noch möglich wäre, würde es zu Preisen wie dem der US gefertigten Version des Librem 5 führen.

        https://www.azonline.de/Welt/Ratgeber/Digitales/3389230-Gigaset-Wie-in-Bocholt-Smartphones-Made-in-Germany-gebaut-werden

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      2. Die Nachhaltigkeit wird ihren Preis haben. Das müsste offen kommuniziert werden. Dafür entfällt die Notwendigkeit, jährlich irgendwelche Scheininnovationen anzubieten, um eine Nachfrage zu stimulieren.

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    2. Interessanter Gedanke.
      Ich habe zum Libren5 viel gelesen und habe einen Eindruck davon bekommen wie komplex das sein kann aus dem nichts ein Smartphone zu stampfen.
      Auf der anderen Seite ist es vielleicht nicht unmöglich, da sich dieses Projekt zwischen dem Volla Phone und dem Librem5 (sehr vereinfacht dargestellt) bewegen würde. Allerdings wären wir dann im Bereich vom PinePhone.
      Interessant finde ich den europäischen Gedanken.
      Frage wäre allerdings auch der Preis.
      Das Librem5 wird schon alleine deswegen niemals größere Stückzahlen erreichen (will es auch nicht). War vielleicht auch nur ein Vorläufer…
      Wenn ich an FairPhone, Schiftphone & Co. denke, glaube ich das die Leute bereit wären bei entsprechend nachhaltiger HW und OpenSource OS, auch 500€ auszugeben.
      Ich finde die Idee nicht so abwegig.

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      1. Ich möchte es bewusst etwas provokant formulieren: In China erkennt man das Potential, dass Linux bzw. open source besitzt. Ein Beispiel ist das – auch schon hier öfters erwähnte – JingPad. Ein wohl recht hochwertiges Tablet, dass gegenwärtig in China produziert wird. Für dieses Tablet hat das Unternehmen ein eigenes, linux-basiertes OS mit dem Namen JingOS entwickelt. Es wäre schön, wenn auch europäische Unternehmen die Risikobereitschaft besäßen, einen solchen Schritt zu wagen. Auch wenn ich es nicht wirklich beurteilen kann: ich denke, die Entwicklungen auch in anderen Bereichen (Stichwort: RISC-V) machen doch open-source Lösungen immer wahrscheinlicher. Vielleicht verschläft Europa gerade eine Möglichkeit.

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        1. Ich denke auch, dass der Open Source Gedanke und HW die damit läuft, vielmehr ins Rampenlicht rückt und alltagstauglich wird.
          Selbst große unternehmen erkennen das Potential und setzen auf freie Hard- und Software.
          Unser Unternehmen (großer global Player im Automobilsektor) setzt z.B. Raspi, RHEL Linux für Simulationen, OpenProject wird gerade auf den Einsatz hin geprüft, ein.
          Ich würde mir bei den Deutschen vielmehr Mut und Initiative wünschen, auch wenn das nicht immer so einfach ist.
          Das es geht, bekommen wir leider immer wieder vorgeführt.

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        1. Weil du von einem europäischen Smartphone-Projekt geträumt hast und Phytec Produktentwicklung gerade auch mit den NXP-SoCs macht. Ich wollte damit nur sagen, so weit ist deine Idee gar nicht von den Möglichkeiten entfernt.

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  4. Angeblich sollen bei entsprechendem Absatz die Blobs geöffnet werden können (durch Kauf der Binärtreiber). Damit würde das einem Linux Phone ein Stück näher kommen.
    Das Projekt ist sehr interessiert an Ubuntu Touch und unterstützt das entsprechend. Daran liegt es nicht.

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    1. Wo hast Du das denn her? Also das glaube ich erst, wenn es wahr geworden ist. Gigaset sollte meiner Meinung nach erkennen, in welcher Nische man noch Geschäfte machen kann um nicht den Weg zu gehen, den die Smartphone Sparte von LG kürzlich genommen hat. Wenn man sich mal den Preisverfall des GS290 auf dem Markt ansieht sollte der Druck ausreichend hoch sein, die Zusammenarbeit mit Volla zu intensivieren und sich auf das AOSP und Linux konzentrieren, da ist dann vielleicht noch Luft für weitere Auftragsfertigung. Die Ausgangssituation ist ähnlich wie bei seinerzeit bei BQ und es wäre doch schade, wenn die Marke Gigaset irgendwann auf vietnamesischen Geräten prangt oder den Weg der Sparte des einstigen Mutterkonzerns zu Benq beschreitet. Industrie 4.0 ist zwar ein wichtiger Schritt aber nur die halbe Miete, denn wenn man mit Effizienz den Wettbewerbsvorteil der günstigen Produktionsbedingen kompensiert, benötigt man immer noch ein Produkt, das sich von diesen Geräten abhebt und gekauft wird.

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  5. Schade, dass nicht die Chance genutzt wurde, ein “richtiges” Linux-Phone draus zu machen. Zwischen Pinephone mit schwacher Hardware und Librem5 mit sehr stolzem Preis würde sich das wunderbar platzieren ^^

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