Erst kam der Frühling – dann kam der Winter zurück. Nennt sich wechselhaft. Linuxland war dagegen vergleichsweise stabil, wenn man mal vom 1. April absieht, der wieder einmal einige Zeitgenossen hinters Licht führen konnte. So war zu lesen, dass Mark Shuttleworth ein Einsehen hatte und Canonical sich von Snaps abwendet. Wäre ja zu schön gewesen.
Dann war da Rocky Linux, dass sich von RHEL abwendet und GNU/Hurd als Basis wählt. Wäre ja auch nachzuvollziehen gewesen, denn wie hier zu lesen war, wollte Red Hat die Daumenschrauben anziehen und das Developer Program einstellen. Dann war da noch TUXEDO Computers, die nach Österreich umziehen, um in Tux im Zillertal statt Home Office zum Wohle seiner Sklaven Mitarbeiter nun »Wellblechhütten Office« einzuführen. Aber jetzt zu den tatsächlichen, weit weniger spektakulären Ereignissen der vergangenen Woche.
Distributionen
Neu in dieser Woche ist neben den Betas von Fedora und Ubuntu die Veröffentlichung von Nitrux 2.1 mit Kernel 5.17, KDE Plasma 5.24.4 und KDE Gear 21.12.3. Wer das spannend findet: Deepin 20.5 ermöglicht das Einloggen per Gesichtserkennung. Snal Linux ist bei Version 1.16 angekommen. Dabei handelt es sich um eine kleine Linux-Distribution, die auf Arch Linux basiert und mit i3-Fenstermanager als Live-USB-Image für die Fehlersuche bei Festplatten-, System- und Netzwerkproblemen verwendet werden kann.
Feren OS 2022.03 setzt auf Ubuntu als Basis und nutzt Linux 5.13 als Kernel und KDE Plasma 5.24.3 LTS als Desktop-Umgebung. Noch nicht ganz stabil ist dagegen FreeBSD 13.1, das gerade den ersten Release Candidate freigegeben hat. Wie gewohnt auf Gentoo basiert Porteus Kiosk 5.4.0, das seine Bestimmung bereits im Namen trägt, nämlich Kiosksysteme aufzusetzen. Eher im verborgenen blüht Mirage OS, das gerade Version 4.0 veröffentlicht hat. Es erlaubt auf der Basis eines Unikernels das Erstellen schlanker Abbilder für eingebettete Systeme, Netzwerke, die Cloud sowie mobile Plattformen.
Desktops und Anwendungen
Das XfceTerminal erreicht mit neuem Maintainer die stabile 1.0. Budgie 10.6.1 behebt Fehler der Vorgängerversion und ist Beleg dafür, dass das Projekt nach Unstimmigkeiten bei Solus OS weiterhin entwickelt wird. Die Woche sah auch die Veröffentlichung von KDE Plasma 5.24.4 LTS, das, wie weiter oben zu lesen, bereits mit Nitrux 2.1 ausgeliefert wurde. Nate Graham berichtet in seiner wöchentlichen Kolumne über die Entwicklungen der vergangenen Woche. Wer neue Plasma-Widgets sucht, wird vielleicht auf LinuxLinks fündig. Dedoimedo lässt uns daran teilhaben, wie er sich die optimale Plasma-Konfiguration vorstellt. Dann war da noch die Freigabe von LibreOffice 7.3.2, das 74 Fehler der Hauptversion korrigiert. Und Archinstall 2.4.0 verbessert den textbasierten Arch-Installer.
Lesestoff
Die Geschichte des Firefox User Interface über die letzten 20 Jahre stellt der Autor des Firefox-UI-Fix vor. Purisms Gründer und CEO Todd Weaver berichtet über die Schwierigkeiten, ein innovatives Unternehmen in unsteten Zeiten zur Rentabilität zu führen. Der streitbare Entwickler Drew DeVault beschäftigt sich dagegen in seinem Blog mit der Notwendigkeit, dass Freie Software mit freier Infrastruktur entwickelt werden sollte. Und immer gern als Thema genommen: Debian. Unixsheik beschäftigt sich in einem Essay mit den vermeintlichen Illusionen, denen sich die Entwickler von Debian und anderer Distributionen hingeben. Wer bei dem schlechten Wetter heute Zeit übrig hat, kann zum Spaß Windows 11 in GNOME Boxes zum Laufen bringen.

Die Rechtschreib- und Grammatikprüfung LanguageTool 5.7 ist am 29.3. erschienen und vorgestern auch das LibreOffice Add-on:
https://forum.languagetool.org/t/announcement-languagetool-5-7/7793
und hier Details zu den Neuerungen:
https://github.com/languagetool-org/languagetool/blob/master/languagetool-standalone/CHANGES.md
Das seit Jahren aufkochende Debiandesaster kocht bald über.
Halte ich für ein Gerücht.
Wir werden sehen. Vielleicht ändert sich ja etwas.
Meinst du die Kritisierenden werden vorher rausgemobbt?
Tuxedo meldet am 1. April, dass es nach Tux umziehen möchte(?). Vorfreude soll zwar schön sein, aber da warte ich mal lieber, ob es dort auch eine Auflösung geben wird. 😉
Das passiert echt.
“Ludwig Lustig,
Lokalredaktion – TUXEDO-Daily – Ressort Kleinvieh & Mist” ist eigentlich schon ziemlich offensichtlich
Nach dem 1. April könnten sie dann auch noch zu LVFS umziehen, damit man endlich BIOS- und Firmware-Updates für Tuxedo-Rechner ohne Klimmzüge machen kann 🙂
Meines Wissens ist dieses Feature kurz vor der Fertigstellung.
Mache doch eine News draus. Tuxedo kommt dann in Zugzwang sich noch mal zu äussern. 😀 😀 😀
Optimist 🙂 Also Du hattest im September 2018 auf Pro Linux berichtet, dass Tuxedo sich in einer Testphase befände….3,5 Jahre ohne sichtbares Ergebnis ist unerfreulich für einen Linux-Experten (siehe https://www.pro-linux.de/news/1/26288/firmware-update-dienst-lvfs-erreicht-3-millionen-downloads.html)
Man denkt immer, solche Dinge gingen schnell. Tatsache ist, dass, wenn man auf Teamarbeit angewiesen ist, Dinge recht lange dauern können. Im Fall von LVFS bedeutet das die Zusammenarbeit mit dem 2-Mann-Team von Richard Hughes von Red Hat. Sieht man dann noch die rasante Entwicklung dieses Projekts, kann man sich denken, dass es zu Verzögerungen kommt. Vonseiten Tuxedo ist meines Wissens alles getan, jetzt liegt der Ball bei Hughes.