Mullvad VPN

VPN-Dienstleister Mullvad zum kürzlichen Besuch der schwedischen Polizei

Der schwedische VPN-Dienstleister Mullvad erhielt am 18. April Besuch von der schwedischen Polizei, die einen Durchsuchungsbefehl zur Beschlagnahmung von Rechnern mit Kundendaten vorlegte. Das war der erste Besuch der Polizei in den 14 Jahren des Bestehens von Mullvad.

Nur eine Nummer

Es gilt als allgemein bekannt, dass Mullvad keine Daten von Kunden erhebt, wenn der Kunde das wünscht. Als Kunde kann man den Dienst völlig anonym nutzen, wenn man das möchte. Dann ist man nur eine Nummer, die Gebühren für den Dienst können per Postbrief eingezahlt werden. Auch die Zahlung per Stripe garantiert Anonymität. Da nach schwedischem Recht ein VPN-Anbieter keine Daten seiner Kunden vorhalten oder Logs aufbewahren muss, sieht die Polizei üblicherweise von einem Auskunftsersuchen ab.

Nachfrage

Dieser Fall lag offensichtlich anders, wie ein aktueller Eintrag im Mullvad-Blog erläutert. Nachdem die Polizei unverrichteter Dinge wieder abgezogen war, versuchte Mullvad an Dokumente und Protokolle der Aktion zu kommen. Man fragte sich dort, was den Besuch rechtfertigte, obwohl bekannt war, dass keinerlei Daten existieren.

Rechtshilfeersuchen aus Deutschland

Der zuständige Staatsanwalt teilte daraufhin mit, dass der Durchsuchungsbefehl eine Entscheidung war, die in internationaler rechtlicher Zusammenarbeit mit Deutschland getroffen wurde. Weitere Einzelheiten erfuhr man nicht. Diese gab es dann aber offiziell im schwedischen Fernsehen. Die Journalisten waren dem Fall nachgegangen und hatten eine Auskunft des zuständigen Staatsanwalts in Rostock erhalten. Demzufolge stand die Operation im Kontext eines Erpressungsangriffes, der im Oktober 2021 mehrere kommunale Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern traf. Bei den noch andauernden Ermittlungen wurde eine IP-Adresse gefunden, die zu dem VPN-Dienst Mullvad führte.

Das liest sich so, als habe man den Durchsuchungsbefehl wegen des deutschen Amtshilfeersuchens pro Forma ausgeführt, obwohl klar war, dass die Suche erfolglos bleiben würde. Mit seiner Richtlinie zur Datenhaltung hebt sich Mullvad glaubhaft von vielen anderen VPN-Diensten ab.

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2 Kommentare

  1. Ich hab diesen und Ghostery eine zeitlang verwendet und hatte immer wieder das Gefühl unter Generalverdacht zustehen. Bei vielen Betreibern und Diensten stehen IPs von VPN Anbietern auf der Schwarzen Liste. Sehr aktiv dabei ist Netflix oder Amazon. Aber auch ganz normale Seiten blocken bekannte IPs. Meine Bank ebenfalls. Emails, Steam uvm. sind auch nur eingeschränkt möglich. Was damals noch gut funktioniert hatte, geht heute nichtmehr und ist auch illegal. Ich kann Betreiber auch verstehen, mit sowas möchte ich auch nichts zutun haben wollen. Das ganze VPN ist eine riesig große Gelddruckmaschine für ein paar wenige. Für uns Verbraucher gibt es kaum einen Mehrwert, eher anders herum. Das mit der Privatsphäre ist nur ein vorgeschobenes Argument, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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    1. Du hast bestimmt schon mal etwas von Home Office gehört. Jedenfalls wird VPN dazu eingesetzt, dass Menschen von zu Hause aus arbeiten können. Auch deine Bank, Netflix und Amazon setzen VPN intern für sich ein. Von illegal kann überhaupt keine Rede sein.

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