Im Juli 2025 berichteten wir über Wayback 0.1, das erste Release eines Projekts der Entwickler bei Alpine Linux, das die Funktionalität von X11 erhalten will, ohne den Code selbst mitschleppen zu müssen. Wayback ist eine noch experimentelle X-Kompatibilitätsschicht, die es ermöglichen soll, vollständige X11-Desktop-Umgebungen unter Wayland auszuführen.
Es handelt sich im Wesentlichen um einen X11-Server, der von Wayland unterstützt wird und wlroots und Xwayland nutzt. Ziel ist es, dass Wayback letztlich ein vollständiger Ersatz für die Xorg-Binärdatei wird, wodurch sich der Wartungsaufwand für Distributions-Maintainer verringert.
Mehr Sichtbarkeit
Kurz vor Weihnachten ist Version 0.3 von Wayback erschienen. Die Entwickler weisen darauf hin, dass es sich immer noch um eine Alpha-Version handelt. Um eine höhere Sichtbarkeit zu erreichen, wurde Wayback bei Alpine Linux vom Testing- in den Community-Zweig verlagert und ist somit Teil der offiziellen Alpine-Veröffentlichungen. Zudem ist Wayback in Fedora 42 und 43 verfügbar.
Roadmap
Auf der Liste der Entwickler steht jetzt die Umstellung von Xwaylands Rootful-Modus auf Rootless. Dies soll unter anderem dabei helfen, die Unterstützung für mehrere Monitore ordnungsgemäß zu implementieren. Weitere Informationen zu Wayback vermittelt ein YouTube-Video von der X.Org-Entwicklerkonferenz XDC vom September 2025.

Okay, das verstehe ich nicht: es soll der Code von X11 nicht mitgeschleppt werden, aber es wird XWayland verwendet, was ein X11-Server in einem Wayland-Fenster ist.
Kann mir das jemand erklären?
Xwayland beinhaltet nur den Protokoll-Teil. Xorgs DDX-Schicht, die rund 30% des Codes ausmacht, ist nicht mit drin. Dazu kommt bei Alpine ein kleiner Stub-Compositor mit ~ 100k LoC.
Danke fur die Aufklärung. Ich hatte XWayland dann offenbar falsch verstanden bzw. mal falsch erlesen. Ich prüfe das noch mal.