Phoenix from the Ashes

X11 lebt!

2025 war das Jahr, in dem Wayland die Führung übernommen hat. Angesichts des drohenden Verschwindens von X11 sind jedoch Projekte entstanden, die auf verschiedene Art und Weise versuchen, X11 zu bewahren. Da wäre einmal das XLibre-Projekt, das X11 als Ganzes erhalten möchte. Gestern berichteten wir über Wayback, ein Projekt von Alpine Linux, das eine noch experimentelle X-Kompatibilitätsschicht darstellt, die es ermöglichen soll, vollständige X11-Desktop-Umgebungen unter Wayland auszuführen, ohne den gesamten X11-Code mitzuschleppen.

Wie Phoenix aus der Asche

Als drittes Projekt gesellte sich vor wenigen Tagen Phoenix hinzu, das versucht, den X-Server in der Programmiersprache Zig zu modernisieren, ohne dabei auf alten X11-Code zurückzugreifen. Die Entwickler möchten damit beweisen, dass das X11-Protokoll selbst nicht unbedingt veraltet ist und auf sicherere und modernere Weise neu implementiert werden kann.

X11-Protokoll teilweise unterstützt

Phoenix soll ein einfacherer X-Server werden, der nur einen Teil des X11-Protokolls unterstützt, nämlich die Funktionen, die von relativ modernen Anwendungen aus den letzten 20 Jahren benötigt werden. Das reicht bis hin zu alten GTK2-Anwendungen. Es werden nur relativ moderne Hardwarekomponenten mit Treibern unterstützt, die die Linux-DRM- und Mesa-GBM-APIs implementieren, und es wird keine Server-Treiberschnittstelle wie beim Xorg-Server geben. Damit ähnelt Phoenix eher der Funktionsweise von Wayland-Compositoren.

Mehr Sicherheit angestrebt

Sicherheit ist ein weiterer wichtiger Punkt. Mehr Sicherheit als beim Xorg-Server soll durch automatische Analyse von Protokollmeldungen mittels der Zig-eigenen Funktion ReleaseSafe erreicht werden, die unzulässige Verhaltensweisen aufzeigt. Phoenix steht noch sehr am Anfang und ist bislang nicht einsatzbereit. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, findet Informationen im README.

Foto von The New York Public Library auf Unsplash

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