
Am 24. Oktober 2020 reichte die Recording Industry Association of America (RIAA) einen Antrag ein, um auf der Grundlage des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) den Code von youtube-dl von der Code-Hosting-Plattform GitHub entfernen zu lassen. GitHub kam dem Antrag nach und entfernte youtube-dl von der Plattform. youtube-dl ist ein sehr populäres Kommandozeilenprogramm zum Download von Songs und Videos von YouTube und anderen Videoplattformen.
Klage und Abmahnung
Rund einen Monat später wurde das Tool wieder auf GitHub eingestellt, nachdem die Entwickler inkriminierte Teile entfernt hatten. Dabei handelte es sich um als Unit-Tests eingebundene Verweise auf durch Copyright geschütztes Videomaterial. Wer damals glaubte, die Sache sei damit erledigt, sieht sich nun eines Besseren (Schlechteren) belehrt. Wie Netzpolitik.org heute berichtet, verklagt die Musikindustrie in Form der drei Musiklabel Sony Music Entertainment Germany, Universal Music GmbH und Warner Music Group Germany Holding den deutschen Hoster Uberspace, weil er die Webseite von youtube-dl hostet.
Gleichzeitig erhielt Uberspace-Chef Jonas Pasche eine Abmahnung der unter anderem im Bereich Filesharing tätigen Anwaltskanzlei Rasch, die ihn auffordert, das Hosten der Webseite von youtube-dl zu unterlassen, denn er »leiste damit einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Nutzer sich mittels dieser Software Inhalte auf der Videoplattform YouTube herunterladen können, die nicht für den Download bestimmt sind«.
Herausgabe von Informationen
Außerdem nehme er Zahlungen für das youtube-dl-Projekt entgegen. Des Weiteren wird Pasche aufgefordert, Informationen über die Anzahl der Downloads sowie der mit youtube-dl erzielten Einnahmen inklusive Spenden herauszugeben. Zudem soll er Informationen zu den Verantwortlichen, den Entwicklern und finanziellen Unterstützern herausgeben, insbesondere die Namen und E-Mail-Adressen der hinter den Pseudonymen Sergey M, dstftw, Remitamine und Remita Amine stehenden Personen.
Providerprivileg aushebeln
Pasches Anwalt vermutet, dass hier ein Grundsatzurteil erwirkt werden soll, um Hoster auch in solchen Fällen zum Handeln zu zwingen, in denen die Illegalität der beanstandeten Inhalte juristisch nicht erwiesen ist. Damit würde das sogenannte Providerprivileg des Telemediengesetzes § 10 aufgeweicht, wonach Hoster für vermeintliche Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer nicht verantwortlich sind, wenn sie keine Kenntnis von einer rechtswidrigen Handlung haben.
Lage rechtlich umstritten
Pasche formulierte in seiner Antwort auf die Abmahnung, »dass der Download von Youtube-Inhalten in der Regel zulässig sei, sofern dafür kein Kopierschutz umgangen werden muss«. Kurios findet Pasche zudem die Tatsache, dass eine Google-Suche nach youtube download gleich oben rechts den Anreißer des entsprechenden Wikipedia-Artikels zu youtube-dl zeigt. Wenn Google so sehr daran gelegen wäre, Downloads von Youtube-Videos oder von deren Audio-Stream zu verhindern, wäre es für den YouTube-Eigner ein Leichtes, diese prominente Publikmachung zu unterbinden.

> Kurios findet Rasche zudem die Tatsache, dass eine Google-Suche nach youtube download gleich oben rechts den Anreißer des entsprechenden Wikipedia-Artikels zu youtube-dl zeigt.
sed ‘s/R/P/’
Dramen dieser Art werden nie enden, da die Anwälte der Medienkonzerne sich schon ihre Arbeit schaffen werden.
Und da ist der nächste perfide Versuch amerikanischer Gesellschaften, Recht und Gesetz nach eigenen Vorstellungen zu beugen. Glauben die wirklich das so ein Urteil irgendetwas verändern würde? Bereits heute ist “youtube-dl” rund um den Globus verteilt, genauso wie der zugrundeliegende Quellcode. Praktisch jeder kann diesen Code zu jederzeit überall wieder zugänglich machen. Und man stelle sich vor, dass geht wunderbar auch ohne Github oder anderweitig amerikanisch kontrollierte Plattformen. Noch ist das bei weitem die einzige Software die derartige Downloads ermöglicht, oder auch von anderen weiterentwickelt werden könnte. Was kommt als nächstes? Werden Debian und Co. angegriffen weil deren Repository als Verteiler dient? Oder alle bekannten Betriebssysteme, da sie allesamt erlauben abgespielte Inhalte aufzuzeichnen? Denen fällt bestimmt noch jede Menge an kreativem Blödsinn ein, was nur wieder bestätigt wie schädlich der Einfluss amerikanischer Plattformen geworden ist.
Es geht doch hier nicht darum, genau dieses Tool loszuwerden. Es geht natürlich wiedermal nur um Einschüchterung im Allgemeinen. Einfach immer wieder Leute/Tools drangsalieren, die ihnen nicht passen.
Traurig!
Och nö, nicht schon wieder.
Man muss nicht einmal den Artikel lesen um zu wissen welche (in dem Fall drei) widerlichen Drecks Firmen dahinter stecken, Sony, Universal und Warner Bros.
Die wissen ganz genau das alles unter Fair Use behandelt wird und auf rechtlichem weg nichts zu stande kommt, deswegen wird dem kleinen Man persönlich Angst gemacht und nicht einmal der DMCA Missbrauch von Github in Betracht gezogen. Hätten die wirklich Interesse daran das man nichts downloaden kann (von einer Seite die öffentlich zugänglich ist ohne Einschränkungen) würden die gar nicht erst etwas hochladen.