Fedora 35: Kinoite als neue Edition

Nach zwei Verschiebungen um je eine Woche wird heute Fedora 35 freigegeben. Die prominentesten Eckdaten dabei sind Kernel 5.14 und bei der Workstation-Edition das erst vor wenigen Wochen freigegebene GNOME 41. Neben der Workstation wurden auch Versionen für Fedora Server und Fedora IoT sowie für Spins, Labs und die ARM-Plattform zum Testen bereitgestellt. Neu ist neben Fedora Silverblue auch Kinoite, der Umsetzung von Silverblue mit KDE Plasma anstatt mit GNOME.

PipeWire erhält Session-Manager

Ansonsten geht es bei Fedora 35 eher um Feinschliff als um Aufmerksamkeit heischende Neuerungen. So wird etwa dem neuen Soundserver PipeWire der Session-Manager WirePlumber anstelle vom bisher verwendeten pipewire-media-session zur Seite gestellt, mit dem unter anderem die Anpassung von Regeln für das Routing von Streams von und zu Geräten einfacher vorgenommen werden kann.

Repositories einfacher einzubinden

Das Einbinden neuer Repositories war bisher in Fedora nicht wirklich transparent gelöst. so sind ausgewählte Anwendungen von Flathub auch ohne die manuelle Einbindung des Flathub-Repositories über GNOME Software oder als Flatpak im Terminal installierbar. Bereits freigegeben sind Zoom, Microsoft Teams, Skype, Bitwarden, Postman, Minecraft, vermutlich freigegeben werden Anwendungen wie Discord, Anydesk, WPS Office, OnlyOffice, MasterPDFEditor, Slack, UngoogledChromium, Flatseal, WhatsAppQT und GreenWithEnvy.

Zudem wird das Einbinden von weiteren Repositories aus dritter Hand durch das neue Paket fedora-third-party erleichtert, indem ein eingebundenes Repository automatisch aktiviert wird. Dieses Verhalten muss vom Anwender in einer Infozeile in GNOME Software oder durch Ausführung von fedora-third-party enable aktiviert werden.

Fedora Workstation wird mit dem power-profiles-daemon ausgeliefert. Der standardmäßig aktivierte Dienst ermöglicht es dem Benutzer, zwischen der Optimierung der Systemleistung oder der Akkulaufzeit zu wählen.

Toolchain- und Sprachen-Updates

Die GNU-Toolchain wird auf gcc 11, glibc 2.34, binutils 2.37 und gdb 10.2 aktualisiert. Bei den Sprachen sind Node.js 16.x, Perl 5.34, Python 3.10 und PHP 8.0 an Bord, während Python 3.5 in Rente geht. Firewalld wird in Version 1.0 ausgeliefert und erhält ein verbessertes Zonenmodell. Die erste stabile Version des Projekts enthält einige inkompatible Änderungen, entfernt den Python-2-Support und reduziert die Anzahl der Abhängigkeiten. Das Packaging-Tool RPM erhält ein Update auf Version 4.17.

Fedora 35 bietet seine Cloud-Images jetzt mit hybrider BIOS+UEFI-Boot-Unterstützung an. Das bedeutet, dass Benutzer die BIOS-Unterstützung als Fallback haben, aber bei Bedarf UEFI nutzen können. Zudem wird Btrfs jetzt auch in Fedora Cloud als Standard-Dateisystem verwendet.

Fedora hat in der Vergangenheit beim Bau von Paketen GCC als Compiler erzwungen, es sei denn, das Upstream-Projekt unterstützt nur Clang/LLVM. Dieser Änderungsvorschlag ersetzt diese Politik durch eine, bei der ein Paketierer, wenn er einen guten technischen Grund hat, Clang/LLVM auch nutzen kann, wenn GCC angeboten wird, als auch GCC zu nutzen ohne das Upstream dies vorsieht.

Auszeichnung

Ende September wurde Fedora von der Digital Public Goods Alliance (DPGA) zum digitalen öffentlichen Gut erklärt. Diese von der UNICEF ins Leben gerufene Organisation verfolgt das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung durch Open-Source-Lösungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, indem die Entdeckung, Entwicklung, Nutzung und Investition in digitale öffentliche Güter erleichtert wird. Fedora wurde unter anderem mit der Auszeichnung bedacht, da es Standards einhält und bewährte Verfahren einsetzt.

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