Sailfish 4.4

Sailfish OS 4.4 mit neuer Gecko Engine

Die Veröffentlichung von Sailfish OS 4.4 ging letzte Woche bei mir etwas unter. Dehalb jetzt mit Verspätung: Das Update auf Sailfish OS 4.4 »Vanha Rauma« bringt als wichtigste Neuerung eine neue Browser-Engine mit, indem es die Version von Mozilla Gecko von ESR 60 auf ESR 78 anhebt, wobei ESR für Extended Support Release steht.

Neue Browser-Engine

In der Ankündigung von Sailfish OS 4.4 im Blog von Jolla beschreiben die Entwickler das Update einer Browser-Engine als langwieriges Unterfangen, da alleine die Kern-Engine aus fast 40.000 Dateien mit generiertem und kompiliertem Code und über 70.000 Dateien mit dynamischem Code besteht. Sailfish OS 4.4 nutzt nun erstmals die Gecko Quantum Engine, die zweimal so schnell sein soll wie der Vorgänger. Die effektiven Zugewinne sind natürlich kleiner, da die Engine nur ein Teil des gesamten Stacks ist, aber die vorläufigen Benchmarks zeigen bessere Performance für ESR 78.

WebRTC Audio und Video wurden überarbeitet, um browserbasierte Videoanrufe besser zu unterstützen. Die Navigation und die Tab-Steuerung wurden ebenfalls verbessert, sodass das Schließen eines Tabs nun zu dem Tab führt, der zuvor geöffnet war, und das Zurückklicken auf ein Pop-up-Fenster schließt dieses und führt zu dem Tab, der es erzeugt hat. Die Benutzeroberfläche und das Menü des Browsers wurden mit dem Feedback der Nutzer aktualisiert.

Weitere Highlights

Der Browser ist aber nur eine Anwendung, der Verbesserungen erfuhr. Die Release Highlights führen neben Bluetooth, dem Kalender, der Kamera App und der Gallery auch Verbesserungen bei der Android-Unterstützung für die Geräte Sony Xperia XA2, 10 und 10 II an. Bluetooth beherrscht nun das Pairing mit anderen Geräten per NFC.

In der Standard-Kamera-App können jetzt eine Vielzahl von Effektfiltern angewendet werden. Graustufen-, Sepia-, Poster-, Whiteboard- und Blackboard-Filter sind alle standardmäßig vorhanden und können auf dem Xperia 10 II mit allen drei verfügbaren Kameraobjektiven verwendet werden. Die Auswirkungen der Filter sind direkt sichtbar, während das Bild komponiert wird. Die Ergebnisse können über die integrierte Schnittstelle zum Teilen hochgeladen werden, ohne die Kamera-App verlassen zu müssen.

Balanceakt

Das sind viele neue Features in schwierigen Zeiten, denn die sind für Hersteller Jolla wieder einmal angebrochen. Der Rückzug aus Russland bringt das Unternehmen in schwieriges Fahrwasser, andererseits eröffnet die Hinwendung zu Automotive als neuem Geschäftsmodell neben finanzieller Sicherheit auch die Chance auf neue Impulse. Unter dem Namen AppSupport for Linux möchte Jolla Automobilherstellern, die auf ein eigenes Linux-basiertes Auto-Betriebssystem setzen, ganz nach der Devise data is the new oil eine Möglichkeit geben die Android Geräte der Kunden optimal anzubinden.

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