ArcoLinux wird eingestellt

Nach acht Jahren wird die auf Arch Linux basierende Distribution ArcoLinux eingestellt. Das teilte der Entwickler in einer Abschiedsnachricht mit.

Mehr als nur eine Distribution

ArcoLinux war mehr als eine Distribution, es war eine Bildungsinitiative in Sachen Linux. Erik Dubois, der Gründer und Entwickler, wollte, dass die Anwender seiner Distribution diese nicht nur nutzen, sondern mit ArcoLinux zu »selbstbewussten Benutzern, Tüftlern und Entwicklern« werden. Vom Erfolg dieser Initiative zeugt eine Community, die über 5.000 Lehrvideos auf YouTube – von den Arch-Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Konfigurationen bereitgestellt hat. Weitere Höhepunkte umfassen den hauseigenen Installer ArcoInstall, Carli (Custom Arch Linux ISO), ein Projekt, mit dem ein eigenes Arch-basiertes ISO von Grund auf erstellt werden oder ALCI (Arch Linux Calamares Installer), der zeigt, wie man die Leistungsfähigkeit von Arch Linux mit grafischer Einfachheit verbinden kann. Weitere Projekte waren ArcoPlasma, ArcoNet, ArcoPro und Ariser.

ArcoLinux bleibt online erhalten

Der Code, die Videos, die Dokumentation bleiben online erhalten, damit andere davon lernen oder sie forken können. Dubois hofft, dass andere sich davon inspirieren lassen. Der Grund, warum er ArcoLinux aufgibt, ist sein bevorstehender 60. Geburtstag. Er müsse realisieren, dass er nicht mehr die geistige Schärfe habe, die nötig sei, ein solch großes Projekt zu leiten, ohne dabei Fehler zu machen. Er will künftig nur noch Linux-Anwender sein. Bleibt zu hoffen, dass sich jemand findet, der dieses engagierte Projekt weiterführt und gleichzeitig die Community erhalten bleibt. Erik Dubois danken wir für diese hervorragende Distribution und wünschen ihm viel Spaß als reiner Anwender. Ich bin sicher, man wird hier und da von ihm hören.

Für Anwender von ArcoLinux bietet Dubois den Umstieg auf Arch Linux an. Dazu müssen hauptsächlich die Repositorys in der pacman.conf angepasst werden. Eine detaillierte Anleitung bietet DT auf DistroTube.

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12 Kommentare

  1. Ein Problem ist eben auch, dass die Distros immer umfangreicher werden, die Zyklen teilweise immer kürzer. Als One-Man-Show einen eigenen Fork unterhalten ist eine Mammutaufgabe. Und der Nutzen ist teilweise fragwürdig, wenn es kaum einen USP gibt, während Anwender grundsätzlich mit populären Distros besser beraten sind, weil dort Support regelmäßig leichter zu erhalten ist.

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  2. Schade aber es ist kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, denn irgendwann findet sich Einer, der das Forkt und weiterfuehrt.
    Davuer gibt es bei Linux genug Beispiele, wo Programme, Distributionen nach Jahren wieder auferstehen.

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  3. Das ist schade. Wenn man genauer hinschaut, sind aber die meisten Linux-Entwickler inzwischen über 60 Jahre alt. Es kommen zudem viel zu wenige junge Leute nach. Mit den sog. Boomern verlässt eine Generation die Bühne, die in der Tat die letzte Generation ihrer Art ist.

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    1. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Die Linux-Kernel-Entwickler verwenden immer noch Mailinglisten zum Austausch von und Diskutieren über ihren Code.

      Bei GitHub & Co. ist der Entwicklungsprozess wesentlich komfortabler. Da gehen junge Entwickler hin. Damit kann man auch ein Portfolio aufbauen und bei Bewerbungen verwenden.

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  4. Ich muss zugeben, mich mit ArcoLinux nie näher beschäftigt zu haben. Auch war mir beim kurzen Hinschauen, nie klar geworden, ob es sich dabei um eine Distribution oder um ein spezielles Schulungskonzept handelt. Ich vermute mal, dass dieses wenig abgegrenzte Konzept dann letztlich doch zu aufwendig geworden ist, hoffe aber dass es vielen Leuten Spaß bereitet und sie weitergebracht hat.

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  5. “Mit 66Jahren fängt das Leben erst an…”
    war ein Hit von Udo Jürgens.

    Warum man bereits mit 60 von sich selbst den Eindruck hat, daß es an geistiger Schärfe fehle?

    Sei’s drum, wünsche dem “Veteranen” einen fröhlichen Unruhestand.

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    1. Schwierig dieses Thema. Schade das da jemand “geht”, aber auch gut, dass das Wissen erhalten bleibt.

      Wir kennen ja seine gesundheitlichen Hintergründe nicht. Ab 50 knackt es häufiger im Gebälk, und man muss einsehen, das manche Dinge nun schwerer fallen, oder ganz ausfallen.
      Die jungen Leute verstehen das nicht immer.

      Und jeder ist so alt wie er sich fühlt.
      Mein bester Freund ist mit mir eingeschult worden. 1983. Ja, so alt bin ich schon. 🙈

      Also wir sind gleich alt, aber er ist “älter”.
      In allem. Wie ein über 70jähriger…gefühlt.
      Will nix neues lernen, “ist eben so”, hat er schon immer so gemacht. Von Windows werde ich den niemals weg bekommen. 🙄

      Ich versuche dagegen immer neues zu probieren, z.b. mit Linux, oder neue Denkweisen zu bestimmten Themen…
      Menschen verändern sich.

      Und evtl. Will der Entwickler ja lieber reisen oder malen, also sich noch Wünsche erfüllen.
      Wir kennen die Gründe nicht.

      Die Welt, gerade die Technische, verändert sich rasend schnell. Evtl. Zu schnell für die Mehrheit der Menschen. 🤔

      Meine Meinung.

      Einen schönen Sonntag! 🍀☀️☕

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      1. Kann ich so nicht unterschreiben, es aendert sich nicht grundlegend, denn es basiert alles auf dem, was die Pioniere erdacht und umgesetzt haben. Es gibt nichts wirklich Neues es wird nur immer etwas anders kombiniert und verpackt und ggf etwas erweitert.

        Und mit den 60 muss ich sagen, ich bin 62, wenn man staendig, sein Leben lang in der Programmierung, Systemprogrammierung in Linux/unix arbeitet, noch nebenher ne eigene Distro hat, dann ist man irgendwann einfach ausgebrannt.
        Das war auch der Grund, warum ich damals bei Debian raus bin, es ging einfach nicht mehr.
        Und man hat ja auch noch Familie, Kinder, Enkel etc., wann bitte soll man das alles unter einen Hut bekommen?
        Und Hobby’s und Urlaub ja auch noch.

        Nee da ist man dann so ausgebrannt, das man sich da raus nimmt und man endlich mal an sich denkt. Gut als Angestellter kann man das vielleicht so nicht verstehen aber als Freelancer ist das so, da da der Tag immer 14-16 ArbeitsStunden hat.

        Also kurz und gut, ich kann ihn voll verstehen und er muss ja niemanden mehr etwas beweisen, man hat seine lebensaufgaben erledigt.

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        1. Ich kann diese Perspektive gut nachvollziehen, auch wenn ich kein Programmierer bin.
          Die Situation lässt sich ja analog betrachten.
          Sicherlich kommt es da auf viele Parameter des Lebens an und nicht alles ist bei jedem gleich.
          Wenn das für ihn so ist, finde ich muss das auch respektiert werden.
          Da gibt es mMn nichts zu diskutieren und kann doch nur akzeptiert werden.

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    2. Wundert mich auch, denn soweit ich weiß, ist er weiterhin Tutor an einer belgischen Universität. Ich hatte auch mal privat mit ihm geschrieben, da er einen sehr aktiven Telegram Kanal betrieben hat, an dem ich mitgewirkt habe.

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