COW

Bcachefs via DKMS in Debian und Ubuntu

In unserem News-Rückblick vom Wochenende hatten wir berichtet, dass Bcachefs-Entwickler Kent Overstreet sein Next-Gen-Dateisystem künftig per DKMS verteilen wird, nachdem Linus Torvalds es für den Mainline-Kernel gesperrt hatte. Nun liegt es an den Distributionen, Bcachefs per DKMS zu unterstützen.

Bcachefs-Tools

Eine gewichtige Rolle spielt dabei das Paket bcachefs-tools, das benötigt wird, um das bcachefs-Dateisystem auf Linux-Systemen zu verwalten und zu konfigurieren. Es vereint die Nutzerwerkzeuge, mit denen sich bcachefs-Dateisysteme anlegen, überprüfen, reparieren und verwalten lassen.

In Debian wurden die bcachefs-tools vor über einem Jahr mit Debian 12.7 als verwaist erklärt und somit aus der Distribution entfernt, genauer gesagt auf das Experimental-Repository beschränkt. Die Debian-Entwickler, allen voran Jonathan Carter, erklärten das Paket für unwartbar in der stabilen Ausgabe von Debian. In Ubuntu ist das Paket zwar noch verfügbar, ist aber veraltet und ohne aktive Pflege mehr oder weniger nutzlos.

Repository der Bcachefs-Community

Dem will die Bcachefs-Community jetzt mit einem neuen APT-Repository für die mit DKMS-Support versehenenbcachefs-tools in Debian und Ubuntu abhelfen. Das neue Repo unterstützt Debian 13 »Trixie«, das derzeit im Testing-Repo entwickelte Debian 14 »Forky« sowie Debian Unstable aka Sid. Bei Ubuntu werden die Versionen 25.04 »Plucky Puffin« sowie das derzeit als Beta vorliegende 25.10 »Questing Quokka« unterstützt.

Einrichtung des Repositories

Um das Repository einzurichten, wird zunächst der Schlüssel zum Signieren heruntergeladen und sicher abgelegt:

wget -qO- https://apt.bcachefs.org/apt.bcachefs.org.asc | sudo tee /etc/apt/trusted.gpg.d/apt.bcachefs.org.asc

Der Eintrag in die Quellenliste im neuen Format DEB822 mit der Endung .sources sieht für Debian 13 wie folgt aus:

Types: deb deb-src
URIs: https://apt.bcachefs.org/trixie/
Suites: bcachefs-tools-release
Components: main
Signed-By: /etc/apt/trusted.gpg.d/apt.bcachefs.org.asc

In der Zeile mit den URIs kann die Distribution angepasst werden, während die Zeile mit den Suites wie oben entweder auf den Stable-Build bcachefs-tools-release zeigt oder auf die fürs Testing geeignete Option bcachefs-tools-snapshot.

Danach kann die Unterstützung für Bcachefs installiert werden:

sudo apt update && sudo apt install bcachefs-tools

Jetzt kann eine Partition mit Bcachefs formatiert werden:

sudo mkfs.bcachefs /dev/sdX

Dabei muss natürlich klar sein, dass alle Daten auf der entsprechenden Partition gelöscht werden. Die Verwendung von Bcachefs ist derzeit nur zum Testen zu empfehlen, es sei denn, man weiß sehr genau, was man tut. Ich werde demnächst eine Testinstallation starten und meine Erkenntnisse später hier teilen.

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Ein Kommentar

  1. Die Entwicklung von bcachefs verläuft zu dynamisch um ins übliche Schema zu passen. Sowohl beim kernel als auch bei Debian. Man wird sehen wie es läuft, aber die jetzige Lösung scheint mir für alle Seiten passender zu sein, als das bisherige Prozedere. In zwei drei Jahren, wenn bcachefs eine stabile Version herausgeben konnte, kann sich das auch wieder ändern.

    Soweit man das schon absehen kann, wird bcachefs bei Arch Linux wohl im ganz normalen Repository mit ausgeliefert werden. Die berechtigten Bedenken des Debian-Paket-Maintainers entfallen hier, weil Arch Linux keine Pakete über längere Zeit pflegen muss. Ich bin jedenfalls auch schon gespannt darauf wie es laufen wird und werde es bald mal einem Praxistest unterziehen.

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