BlendOS 3

BlendOS 3 unterstützt weitere Distributionen

Der Trend zu unveränderlichen Distributionen hält weiter an. Was im Enterprise-Bereich begann, macht vor dem Desktop nicht halt. Zwei Distributionen nutzen die unveränderlichen Eigenschaften des nur lesbaren Root-Dateisystems, um verschiedene Distributionen etwa per Distrobox oder Podman als Meta-Distribution nutzbar zu machen.

Neben dem von mir sehr geschätzten Vanilla OS, dessen zweite Veröffentlichung »Vanilla OS 2 »Orchid« kurz bevorsteht, hat das auf Arch Linux basierte BlendOS seine dritte Veröffentlichung »Bhatura« freigegeben. Die Inspiration zu BlendOS erhielt Entwickler Rudra Saraswat von Bedrock Linux, über das ich bereits 2016 einen Artikel verfasste.

Eines für (fast) alle

BlendOS unterstützt die Distributionen Arch Linux, AlmaLinux OS, Crystal Linux, Debian GNU/Linux, Fedora Linux, Kali Linux, Neurodebian Bookworm, Rocky Linux und Ubuntu. Um Anwendungen aus einer der unterstützten Distributionen nutzen zu können, muss zunächst ein eigener Container pro Distribution erstellt werden. Neben Paketen aus diesen Quellen werden auch Android-APKs und Nix Packages unterstützt. Flatpak-Integration ist ebenfalls vorinstalliert. Zudem werden die Desktop-Umgebungen GNOME, KDE Plasma, Cinnamon, XFCE, Deepin, MATE und LXQt unterstützt, zwischen denen nahtlos mit dem Befehl sudo system track gewechselt werden kann.

Nach der Auswahl eines Desktops wird im Hintergrund ein neues Image erstellt und ein folgender Reboot startet in die neue Desktop-Umgebung. Der Wechsel zwischen bereits installierten Desktops gelingt ohne Reboot und dauert etwa ein bis zwei Minuten.

Nach dem Aufsetzen der gewünschten Container öffnet ein Klick auf den Pfeil rechts die Installation von Anwendungen über den jeweiligen Paketmanager.

Die Unveränderlichkeit von BlendOS bezieht sich auf die Verzeichnisse /usr/bin, /usr/sbin und /usr/share. Diese sind nicht beschreibbar. Um hier Änderungen vorzunehmen, werden zur Laufzeit Overlays eingehängt, die beim nächsten Reboot abgeglichen werden. Snapshots des gesamten Systems werden standardmäßig bei jedem Bootvorgang sowie alle 12 Stunden erstellt.

Ich mag unveränderliche Systeme, auch wenn ich sie bisher nur in Proxmox nutze. Die Projekte setzen innovative Ideen um, die bestimmt auch an anderer Stelle Verwendung finden können. Für mich eine klare Bereicherung des Linux-Ökosystems.

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