Im Rahmen der kürzlich zu Ende gegangen FOSDEM-Konferenz in Brüssel wurde auf dem »Open Source Policy Summit« auch über das 2019 initiierte Projekt BPCD gesprochen. Das steht für »Balthazar Personal Computing Device«. Ziel ist ein 13,3 ” aufrüstbares Laptop mit freier Hardware. Das Projekt wird von der in den Niederlanden beheimateten Stiftung NLnet sowie von NGI, der europäischen Initiative »Next Generation Internet« gesponsort.
Von EOMA68 inspiriert
Das Konzept des Laptops wurde von einigen Prinzipien von EOMA68 inspiriert. Die Abkürzung steht für »Embedded Open Modular Architecture Standard«, die 68 stammt von der Pinanzahl der Steckkarte. Der Standard war in den 90er Jahren der Vorläufer von PCMCIA. Im Jahr 2016 wurden die Vorarbeiten aufgegriffen, um eine modulare Open-Source-Hardware als kredikartengroße Steckkarte zu entwickeln, die verschiedene Schnittstellen wie USB, HDMI und GPIO bündelt.
RISC-V, Arm oder FPGA
Der Balthazar-Laptop kann mit einem SoM auf der Basis von RISC-V-, Arm- oder FPGA-Modul ausgestattet werden. Für den Bereich Storage können SATA SSD oder eSATA ebenso verwendet werden wie ein microSD-Kartensockel. Verbindung nach außen besteht per Ethernet oder WLAN, der Video-Output ist HDMI. Weitere Anschlüsse umfassen 2x USB 3.0, Micro USB OTG und Micro USB. Die als Standard verbaute Tastatur kann gegen die Tastatur des ThinkPad X2xx ausgetauscht werden.
Debian GNU/Linux
Die Webseite ist nicht auf dem neuesten Stand, aber auf GitHub kann die derzeitige Entwicklung verfolgt werden. Es geht nur langsam vorwärts, aber für 2023 wird ein Prototyp erwartet. Auf der offenen Architektur läuft ein vollständig quelloffener Software-Stack, ein Derivat von Debian GNU/Linux, das frei von proprietären Hardware-Treibern und anderer Closed-Source-Software ist. Mal schaun, ob wir 2023 weitere Neuigkeiten von Balthazar zu hören und zu sehen bekommen.

Hmm sieht für mich nach nem einfachen Single Board Computer aus mit nem Laptop Gehäuse. Naja mal sehen wie die Specs und Preise am Ende sind. Würde mir ja ein ARM ATX Board wünschen, aber da gibt’s leider kein mir bekanntes auf dem Markt. RISC-V Boards gibt’s ja bereits und mit FPGA hab ich mich noch nie auseinander gesetzt. Aber ich denke das man hier am Ende wieder viel für wenig unter der Haube bezahlen muss. Trotzdem schön das das Thema immer wieder versucht wird aufzubauen. Denn eigentlich wird es wirklich mal Zeit, das Notebooks keine Einweg Geräte bleiben.
Da brauchst du doch nur bei FrameWork https://frame.work/de/de Laptops zu gucken wenn es dir darum geht.
Hier geht es um mehrere Faktoren.
Oh, das hatte ich noch garnicht auf den Schirm. Finde ich super.
Wenn mein TP P50 mal aussteigt, waere das ne gute Option.
Danke fuer den Hinweis.
Definitiv und die arbeiten mittlerweile sehr eng mit der Community zusammen.
Schönes Projekt und vor allem das beste: Die kannst du kaufen 😂.
Aber mal ernsthaft. Das Konzept der Modularität für die Anschlüsse/tauschbaren Module ist schon cool und sinnvoll + Einzigartig meine ich.
Hätte ich nicht kurz vorher ein Ultrabook gekauft, dann hätte ich das gekauft.
Kannst natürlich auch bei Purism vorbei gucken, aber da ist es nicht weit her mit der Austauschbarkeit. Zudem Purism m.M.n. noch ein paar andere Themen hat.
Wobei Linux Notebooks ja nicht mehr zum Glück das Problem sind. Jedoch der Ansatz von Nachhaltigkeit fehlt dort in Punkto Austauschbar- und Reparierbarkeit gänzlich.
Allerdings muss ich auch sagen, dass dank Linux Rechner im allgemeinen schon sehr lange leben können ohne ein Sicherheitsrisiko zu werden.
Aktuelles Beispiel bei mir: Mein Desktop PC ist im 10. Jahr. Läuft mit einer Intel i3 CPU. Das ThinkPad Carbon wird auch lange laufen wenn ich das möchte.
Aber ja, wir brauchen solche Geräte!
Stimmt meine ganzen Notebooks lebten noch (zumindest bis ich sie verkauf habe).
Da ich seit jahren nur Thinkpads fahre habe ich keinerlei Probleme. Ich nutze ein Notebook ca. 2-3 Jahre beruflich, danach immernoch 2-3 Jahre privat, bis ich es wieder verkaufe.
Das Modulkonzept ist ja auch nicht neu, nur ist es eben nicht erwuenscht, weil zu wenig Geld zu generieren ist dabei.
Nachhaltigkeit hat da bis dato noch keinen interessiert (wird nur als Verkaufsargument benutzt), sonst wuerde man zb. die Zyklen des Akku’s nicht begrenzen. (wenn man den internen Zaehler resettet, geht der naemlich noch sehr lange weiter.)
Interessant bzgl. Akku und Zähler. Habe davon schon gehört, war bisher aber nie davon betroffen. Bei welchen Geräten ist das so und wie setze ich da den Zähler zurück (Chip in den Akkus,?)?
Ja das gibt es schon lange. In der elektronik des akkus gibt es einen Ladezycluszaehler. Den kann man zuruecksetzen. Habe ich selbst auch nicht gemacht, sondern weggebracht zu nem Freund, der die entsprechende HW dafuer hat.
Schon eine Schreinerei.
Da sollte der Gesetzgeber mal bei.
siehe das Bsp hier. Ist rein die elektronik. nat koennte man auch bei def. Zellen diese noch vorher tauschen.
https://www.youtube.com/watch?v=byPNqyD0SOM
Oh ich kann ja heute wieder antworten, hatte gestern irgendwie Probleme mit der Kommentar Funktion. Das Konzept ist natürlich nicht neu und ist natürlich schon verbreitet. Fände es halt allgemein sehr interessant, wenn da ein umdenken stattfinden würde und Notebooks allgemein keine wegwerf Produkte sind. Bin ja auch zu Linux weil man Hardware viel länger einsetzen kann und man auch viele weniger Hardware benötigt. Dadurch kann man seine Systeme natürlich auch viel länger einsetzen. Aber würde mir halt gerne ein ARM System aufbauen und da gibt’s ja nicht viele Optionen. Klar ich könnten zb auf Pine64 setzen oder auch die Pi Einplatinen Boards. Aber es ergibt für mich wenig Sinn das mein Mittelklasse Smartphone einen stärkeren CPU hat, als die Dinger. War schon fast soweit mir das überteuerte Dev Kit von Microsoft zu kaufen um ne gute Basis zu haben. Aber weiß nicht welche schickanen da gegen Linux User eingebaut wurden oder wie es mit den Treibern aussieht.
Hatte gestern Abend auch Schwierigkeiten mit der Plattform (keine Kommentare).
Ich sage mal ARM, RISC & Co. sind noch nicht so weit, aber zumindest läuft da etwas. Das halte ich für wichtig!
Ja ist natürlich noch recht jung und braucht noch etwas liebe das ganze, aber manchmal fehlt einem die herausforderung. Normales Linux hab ich schon zu oft durchgespielt 😜 wäre als sparsamer heimserver / TV Box ne schöne Alternative in Zukunft zu einem x86 System 🙂 Zum produktiven arbeiten würde ich mir das natürlich nicht anschaffen.
Schon interessant aber kein Core/Libre Boot. Von Mainline Support für solche Geräte sind wir leider auch noch weit weg. Dennoch eine erwähgenswerte Alternative!
https://frame.work/de/de/linux
Ich denke, dass du aktuell noch Kompromisse eingehen musst. Purism wäre dann aber vielleicht auch noch einen Blick wert, aber halt alles unter einem anderen Gesichtspunkt.
nur warum immer notebook?
Ein Orange Pi 400 oder 800 ist auch was cooles.
Eine Tastatur vom X220 ist aber schon richtig geil.
Warum (immer gleich) ein ganzes Notebook?
Klar, es wäre einfacher nur eine Entwicklerplatine zu entwerfen.
Sinn der ganzen Übung ist es aber wohl eher, zu einer universelle Basis für eine ganze Reihe von Projekten zu kommen und dafür sind die Anforderungen, wie sie bei einem Notebook bestehen nun mal ideal. (Soundausgabe, Akkuladetechnik, Touch-/Screen).
Auf einem »Balthazar Personal Computing Device« müsste man dann lediglich noch das gewünschte RISC-V- bzw. Arm-Modul aufstecken um für das nächste offene Smartphone oder Tablett entwickeln zu können.
Das ist ja mal eine Perspektive. Hatte ich so noch gar nicht gesehen, aber ja, da ist ebbes dran.
Das wäre schlau.
Dann hoffe ich mal das es noch richtig spannend wird.
Damit betrachte ich das aus einem vollkommen anderem Winkel.
Danke
Solche Projekte sind richtig und wichtig.
> Die Webseite ist nicht auf dem neuesten Stand, aber auf GitHub kann die derzeitige Entwicklung verfolgt werden.
Meist du diese Repos hier: https://github.com/balthazar-space
Ich habe nach einem Fosdem Talk oder ähnliches gesucht und nichts gefunden. Was ist denn deine Quelle?
Ja, diese Repos sind gemeint. Und den Text hab ich gerade etwas angepasst: Auf der FOSDEM war laut The Register die Rede von dem Projekt.
Einen recht guten Überblick der Aktivitäten zeigt diese Seite: https://balthazar.space/wiki/News
Jo, danke.
Würde mich freuen und belebt die Welt, aber leider wäre es nicht das erste Projekt was scheitert. Pro: Da steht eine Organisation dahinter, wobei das auch nichts bedeuten muss.
Ich drücke die Daumen.
Finde auch ein sehr schönes Projekt.
Mal sehen wenn die Risc-V notebooks guenstiger werden.