Es war nur eine Frage der Zeit, bevor Canonical auf den Immutable-Zug aufspringt. Moment mal, die machen das doch schon lange…
Auf OMG!Ubuntu erschien vor zwei Tagen eine News, die berichtet, dass Ubuntu 24.04 LTS in zwei Versionen erscheinen werde. Neben der klassischen Version mit einer Mischung aus Debs und Snaps soll auch eine reine Snap-Version erscheinen. Als Quelle genannt, aber leider falsch verlinkt, wird in der News der Ubuntu Core-Entwickler Oliver Grawert. Die richtige Quelle konnte ich bisher nicht finden. Allerdings erschien gestern im Ubuntu Blog ein ausführlicher Artikel, der die Pläne bestätigt.
Ubuntu Core
Canonical hat mit Ubuntu Core bereits seit 2015 ein containerisiertes immutable System im Angebot, das aber wenig bekannt ist, da es hauptsächlich für den Einsatz im IoT konzipiert ist. Im Rahmen des derzeitigen Trends zu unveränderlichen Betriebssystemen plant Canonical nun, Ubuntu Core für den Desktop zu erweitern. Ein Desktop-Ubuntu ausschließlich mit Snaps für Kernel, Betriebssystem und Anwendungen und den weiteren Zutaten eines unveränderlichen Systems wie nur lesbares Kernsystem, atomaren Updates und Rollback.
Besser aufgestellt
Immutabilität hat Vor- und Nachteile. Einer der Nachteile ist die fehlende Flexibilität. Hier scheint Canonical etwas besser aufgestellt als Systeme wie Fedora Silverblue, Vanilla OS oder Blend OS. Im Gegensatz zu diesen besteht das Kernsystem bei Ubuntu Core nicht aus einem als Ganzes aktualisierten Block, sondern aus mehreren Ebenen, die individuell gewählt und unabhängig voneinander aktualisiert werden können. Snaps verfügen dazu von Hause aus über mehrere Kanäle mit unterschiedlicher Aktualität: stable, candidate, beta, und edge. Das erlaubt somit ein Mehr an Flexibilität für die unveränderliche Desktop-Variante.

Ich mag das Snap-Paketsystem nicht, bin unveränderlichen Systemen gegenüber aber nicht abgeneigt und empfinde das Konzept eines immutable Ubuntu-Desktops als interessant. Wenn Canonical allerdings voll auf Snaps setzt, dann sollten diese besser aktualisiert und gepflegt werden als das momentan der Fall ist. Auf alle Fälle wird es spannend zu sehen, wie viel Interesse diese Ubuntu-Variante erfahren wird.

Was ich an dem Plan nicht ganz verstehe ist, wenn Ubuntu Core nur noch aus Snaps beseht, für was braucht man dann noch immutable. Und welchen Sinn macht das, denn es ging wohl ursünglich bei Ubuntu Core auch darum die IoT Gerätschaften aus der Ferne updaten zu können ohne eine reboot zu benötigen.
Ich frage mich, ob Canonical in Zukunft auch auf btrfs setzen will für das immutable System. Würde mich darüber freuen. Es sieht ja zumindest aktuell danach aus, als ob ZFS nicht mehr weiter verfolgt wird.
Ich finde das klasse. Zurücklehnen und ausprobieren was am besten läuft, kostet ja alles nichts. Ich Liebe dieses Linux. Heute Fedora, morgen vielleicht wieder Ubuntu…schön.
Langsam ist es wieder etwas wie in den Anfangsjahren (Anfang 90er).
Damals dachten Firmen wie suse, redhat auch, wenn sie ihr eigenes Sueppchen kochen, springen alle auf sie auf.
Das wird alles nicht so funktionieren.
Es ist schade, dass Canonical wieder eine eigene Suppe kocht, nur um am Ende nur ein gleich gutes oder schlechteres System zu haben.
Wieso setzt Canonical auf Technologien, die quasi nur sie selbst enwickeln? Da wird einfach das Potential der Community verschenkt. Btrfs hat in den letzten 10 Jahren riesige Sprünge gemacht, SUSE hat schon Jahre immutable Systeme, die Production-Ready sind, Fedora hat das auch schon seit Jahren.
Warum sollte jetzt jemand auf die Technologie von Canonical wechseln, wo die Konkurenten im Polish deutlich weiter sind?
Warum sie das machen? Weil sie es können und der Erfolg gibt ihnen recht.
Ich sehe da kein Problem dabei und machen wir das ganze bitte nicht immer am Henne Ei Problem fest.
Die Community wünscht Vielfalt und nun regt sich die träge Masse der Versteher darüber auf?
Ich verstehe einfach nicht was hier abgeht. Ich verwende seit Jahren Fedora und Ubuntu verwende es einfach und initiiere trotzdem kein Conclave deswegen.
Canonical reitet dieses proprietäre (tote) Pferd snapd wirklich weiter. Warum muss man auf Teufel komm raus versuchen, anders zu sein? Ein weiteres Beispiel wäre dieser Netplan Krempel, unter keinem OS benötigte ich so lange für eine Netzwerkkonfiguration. Gut, dass Ubuntu auf keinem unserer Backend-Systeme mehr läuft.
> Warum muss man auf Teufel komm raus versuchen, anders zu sein?
Weil die Kohle da ist und die Entwickler sonst was anderes tun müßten.
Technisch ist snapd sogar gar nicht mal so schlecht, es ist flexibler und hat einen viel größeren Anwendungsbereich als flatpak, dass sagen sogar Konkurrenz-Entwickler. Das Problem ist nur eben, dass es keine vollständig offene Plattform ist und weitgehend nur für Ubuntu/Canonical ist. Dadurch gibt es auch viel weniger Kontributoren, dies führt wiederum dazu, dass es weniger Snaps gibt, diese von schlechterer Qualität sind und seltener geupdatet werden. Wenn Canonical snapd wirklich erfolgreich machen will, dann sollte es mehrere Repositorien zulassen und auch die Plattform dahinter vollständig offen machen.
Also wäre der Store nicht probitär und fest in der Hand Canonicals, wäre Flatpak schon lange tot. Erfolgreich ist Canonical mit Snap aber aufjedenfall. Irgentwo gabs mal Zahlen dazu.
Es wird des Öfteren erwähnt, dass Snap ja breiter aufgestellt sei als Flatpak. Das liegt an der Konzeptionierung. Flatpak ist für grafische Anwendungen konzipiert, Snap soll aber auch im IoT funktionieren. Deshalb bieten Distros wie Silverblue Tools wie Toolbx und ähnliche für diese Aufgaben.
So ist es und es ist von der Administration her viel umfangreicher ausgebildet.
Interessant auch das Snap vor Flatpak nicht von Interesse war und von der Ausrichtung ganz anders gelagert.
Canonical hat diese Containerlösung vor Flatpak etabliert und somit ist diese ewige Leier das sie immer ihre eigene Suppe relativ entbehrlich.
Auch RH hat eigene kommerzielle Entwicklungen und Produkte die nicht Open Source sind und als ClosedSource zur Administration ihrer Infrastruktur dienen.