Zimtstangen

Cinnamon 6.6. erhält neues Anwendungsmenü

Gestern haben die Entwickler von Linux Mint ihre Standard-Desktop-Umgebung Cinnamon 6.6 veröffentlicht. Sie wird das Herzstück vom um Weihnachten herum erwarteten Linux Mint 22.3 sein.

Die neue Version bringt eine Reihe von Verbesserungen, insbesondere ein neu gestaltetes Anwendungsmenü, zwei neue System-Tools und eine bessere Unterstützung für Tastaturlayouts unter Wayland.

Flexibles Menü

Anwender haben mit dem überarbeiteten Anwendungsmenü mehr Freiraum, zu entscheiden, wo die Bedienelemente für ihren Arbeitsablauf am sinnvollsten platziert sein sollen. So können etwa die Suchleiste und die System-Buttons von oben an den unteren Rand wandern. Letztere finden auf Wunsch auch am unteren Ende der Seitenleiste einen neuen Platz.

Zwei neue System-Tools

Das bisher als System Reports bekannte Tool wurde stark erweitert und heißt jetzt System Information. Es wurden vier neue Bereiche hinzugefügt, die Details über angeschlossene Geräte, Grafikkarteninfos, interne Komponenten und allgemeine Systemparameter aus den Bereichen USB, GPU, PCI und BIOS liefern.

Diese Informationen sind hilfreich, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Sucht man als Anwender Hilfe in Foren oder Chats, so ist dies umso erfolgreicher, je mehr Informationen man dem Supporter liefern kann, ohne dass dieser sie erst mühsam erfragen muss.

Die neue Seite für PCI liefert etwa eine detaillierte Ansicht der internen Komponenten des Computers inklusive PCI-ID und dem jeweils verwendeten Treiber. Die Informationen können über einen Button zeilenweise für entsprechende Geräte kopiert werden.

System Administration

Das zweite Tool wurde neu entwickelt und soll die Systemadministration vereinfachen. Derzeit bietet es nur eine Seite namens Boot-Menü. Darüber lassen sich elegant Einstellungen zum Bootvorgang setzen. So kann man das Boot-Menü ein- oder ausblenden und festlegen, wie lange es vor dem Starten der Standardoption sichtbar bleibt.

Ungeübten Anwendern kommt die zweite Option sehr gelegen, kann man doch hier Parameter an den Kernel übergeben, ohne beim Hochfahren des Rechners den Bootvorgang unterbrechen und händisch die Kernel-Kommandozeile editieren zu müssen.

Verbesserte Wayland-Unterstützung

Die Desktop-Umgebung ist jetzt vollständig kompatibel mit Wayland für traditionelle Tastaturlayouts und IBus-Eingabemethoden. Somit geht Cinnamon einen weiteren Schritt in Richtung vollständiger Wayland-Unterstützung, die die Entwickler im Jahr 2026 zu erreichen hoffen. Zudem wurden die Einstellungen für die Tastatur und das Tastatur-Applet aktualisiert, um eine robustere Handhabung verschiedener Layouts zu gewährleisten.

Cinnamon 6.6 wird in der zeitnah erwarteten Beta für Linux Mint 22.3 »Zena« zum Test bereitstehen.

Foto: Rens D auf Unsplash

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

8 Kommentare

  1. Wer das OS, aus welchen Gründen auch immer, nicht mag, ist doch eigentlich gut beraten, sich einem anderen System zuzuwenden. Ich finde, es gibt kaum ein System, das so stabil und anwenderfreundlich arbeit wie LM. Die Neuerungen finde ich beim ersten Hinsehen klasse. Ob es dann auf GTK 3 läuft …., welcher User merkt das schon?

    1
  2. Wenn man in den Einstellungen (Bildschirm) die “Bruchteilsskalierungssteuerung”
    aktiviert, lassen sich Skalierungen in 25% Schritten schalten.
    Das benutze ich seit einiger Zeit (Mint 22 ?), anfangs mit einer GTX 1070 und jetzt mit einer RX 9060XT. Klappt ohne Probleme bei mir mit 125%.

    0
  3. Und wieder basierend auf GTK3 ohne Unterstützung für moderne Hardwarebeschleunigung, fraktionelle Skalierung und moderner Barrierefreiheit? Es ist für mich irgendwie verschwendete Energie von dem Linux Mint-Team, mit “Leichen” zu arbeiten.

    0

Kommentar hinterlassen