Distributionen erlauben gemeinhin, sogenannte Repositories aus dritter Hand einzubinden. das sind Repositories, die nicht von der Distribution stammen und infolgedessen nicht durch deren Schlüssel abgesichert sind. Die Meinungen, ob man solche Repositories überhaupt einbinden soll, gehen dabei stark auseinander.
Aus dritter Hand
Tatsache ist aber, dass es viel nützliche Software gibt, die die Distributionen aus verschiedenen Gründen nicht anbieten. Das Problem mildert sich seit einiger Zeit etwas ab, da viele dieser Anwendungen als Flatpak oder AppImage angeboten werden, vieles gibt es aber weiterhin lediglich aus den Repos der Firmen, die die jeweilige Anwendung erstellt haben.
Nicht ideal
Die Situation bei Debian ist durch die anstehende Entfernung von apt-key als Tool zum Handling der Schlüssel alles andere als ideal. Anwender sind durch die Warnungen verunsichert und ohne manuellen Eingriff sind die Schlüssel dieser Repositories nicht einzubinden. Ein Ersatz-Tool für apt-key ist derzeit nicht in Sicht.
Da kommt ein Wrapper für APT gerade recht, den Martin Wimpress, Haupt-Entwickler des MATE-Desktops und ehemaliger Chef der Desktop-Sparte von Canonical veröffentlicht hat. Wimpress veröffentlicht auf GitHub von Zeit zu Zeit Tools, die er eher hobbymäßig entwickelt. Ich hatte in diesem Zusammenhang über Ubuntu als Rolling Release berichtet.
deb-get
Sein neuestes Werkzeug ist deb-get, das die Installation solcher Apps aus dritter Hand erleichtert. Das wäre für sich allein nicht erwähnenswert, denn die Anbieter dieser Apps bieten gemeinhin die notwendigen Zeilen für die Quellenliste, die man lediglich kopieren muss. Allerdings verweisen die meisten dieser Anleitungen noch auf das veraltete apt-key. Hier gewinnt Wimpress Tool eine weitere Ebene, denn es legt die Schlüssel ohne Zutun des Anwenders in /etc/apt/trusted.gpg.d ab. Das ist neben /usr/share/keyrings die derzeit von Debian empfohlene Adresse. Für viele Anwender ist das vermutlich eine Verbesserung der Situation und das Tool unterstützt bereits eine recht gute Auswahl an Anwendungen aus dritter Hand.

Problem mildert sich seit einiger Zeit etwas ab, da viele dieser Anwendungen als Flatpak oder AppImage angeboten werden…
Was ist mit Snaps?
Debian ist eine solche Distribution, die das Verwenden eines Fremdrepositories ausdrücklich nicht empfiehlt. Dass diese Repositories trotzdem eingebunden werden, liegt wohl daran, dass sich die Benutzer nur ungenügend informieren, oder eine schnelle Lösung suchen, die sich später meist rächt.
Hinzu kommt, dass von vielen Webseiten empfohlen wird, einfach dieses, oder jenes Repo einzubinden, und oft auch ohne den Hinweis, dass dies eine Ausnahme bleiben sollte und Vorkehrungen getroffen werden müssen, dass beispielsweise keine wichtigen Pakete des Systems überschrieben werden.
Dieser Wrapper ist eigentlich nur dazu gedacht, den Gelegenheitsnutzer die Beschäftigung mit dem System abzunehmen.
Ich halte entgegen, dass dieses Tool nicht benötigt wird. Denn ein Debian System ohne Fremdrepository läßt sich problemlos betreiben. Probleme treten doch überwiegend durch Fremdrepositories, oder mangelnde Ressourcen auf.
Ich möchte dazu folgendes berichten: Seiner Zeit hatte ich Schwierigkeiten mit den Debian Multimedia Quellen bekommen.
Ein Paket hatte ein Problem verursacht und ein Rattenschwanz nach sich gezogen und ich brauchte einiges an Hilfe aus einem netten Debian Forum, um das wieder gerade zu biegen.
Seit dem betreibe ich meine Rechner alle ohne und bin mit Fremdquellen extrem vorsichtig geworden.
Lediglich den Vivaldi Browser habe ich eingebunden und der bereitet null Probleme.
Dadurch laufen die Systeme wirklich sehr, sehr gut.
Wie ich aber schon geschrieben habe, kann ich den Leidensdruck mancher User nachvollziehen und würde mir eine gute und sichere Lösung wünschen.
Ich würde hoffen das Debian User von Natur aus vorsichtig sind, aber da könnte ich vielleicht auch schief gewickelt sein.
Zusammengefasst und im Sinne von Debian, lässt sich folgende Aussage verallgemeinern (meine eigene Interpretation): Um so weniger Fremdpakete installiert werden und um so näher das System an den Debian Vorgaben betrieben wird, um so stabiler und problemloser laufen die Systeme.
Alles andere bedarf vermutlich viel Fachwissen und Aufwand.
Aber gerade der Vivaldi Browser wird auf absehbare Zeit wegen Lizenzproblemen nicht in den Debian Quellen verfügbar sein. Und ganz nebenbei, nur weil etwas scheinbar zufriedenstellend läuft, heißt das nicht automatisch, dass es keine Probleme gibt.
Deswegen als ext. Quelle und das wird auch in Zukunft funktionieren.
Was bereitet den Probleme beim Vivaldi Browser? Ich habe keine.
Dafür kann ich dir aber sagen was beim Firefox nicht funktioniert hat. Unter anderem Video Chats für das Home Schooling bei den Kindern. Das ist inakzeptabel. Bin ja froh das die Kinder Linux akzeptieren und damit arbeiten, aber nur so lange wie es funktionierende und einfache Lösungen gibt.
Mag sein das beim Vivaldi auch nicht alles Gold ist was glänzt. Darüber bin ich mir bewusst und das nehme ich in Kauf.
Kompromisse werde ich wohl immer eingehen müssen wenn das passen soll.
Nenne mir eine Alternative aus den Debian Quellen (außer Chromium wo Mann sich auch streiten könnte) und ich teste das gerne an.
Browser sind eine Philosophie für sich und ich bin um jede Bemühung, auch von Mozilla, dankbar. Allerdings hatten wir das Thema hier auch schon mehr wie nur einmal.
MS Edge! FTW. xD
Lustig!
FTW. xD soll bitte was sein?
Wolltest du nicht berichten welche Probleme es mit Vivaldi gibt und welche grandiosen Alternativen das für Linux, insbesondere aus den Debian Quellen Tür Verfügung stehen?
ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) ist angesagt. Muss ich mir auch immer wieder hier an hören.
Aber wir bleiben alle friedlich, versprochen?
Es gibt schon seit Langem “GDebi”, mit dem sich .Deb-Dateien (also zum Beispiel ein Scannertreiber, welche der Hersteller im -Deb-Format vorhält) auch für Linux-Anfänger problemlos installieren läßt.
Die entscheidende Frage ist, wo das die Schlüssel ablegt.
Gdebi ist ein Front-End von Dpkg.
Insofern gehe ich davon aus, dass der normale Apt-Key verwendet wird.
Mit der Synaptic-Paketverwaltung lassen sich mit Gdebi installierte Programme genau so entfernen, wie Programme aus dem offiziellen Repository.
Anmerken möchte ich noch, dass ich nur zwei Treiber mit einer .Deb-Datei intalliert habe und an Sonsten Drittanbieter-Programme tunlichst meide. Irgendwie scheint in den letzten Monaten die Mode entstanden zu sein, Drittanbieter-Programme sozusagen wie eine -Exe-Datei bei Windows bequem installieren und verwenden zu wollen. Ich sehe da zwar in geringerem Maß, aber dennoch eine Verwässerung der Sicherheitsstruktur von Linux, was neben der Privacy doch wichtige Alleinstellungsmerkmale von Linux sind.
Mag sein, daß ich mich irre, aber ich glaube, gdebi ist nur ein Frontend für dpkg, nicht für apt. Wenn man ein Paket mittels
dpkg -i paket.debinstalliert, wird da weder Schlüsselhandhabung getätigt, noch irgendwas an Quellen hinzugefügt. Da wird einfach nur ein Paket installiert. Dasselbe tut gdebi. Paketquellenverwaltung und Schlüssel (und auch Abhängigkeiten) für eben diese werden von apt erledigt. Wenn gdebi auf unerfüllte Abhämgigkeiten trifft, bricht es auch nur die Installation ab und informiert über die fehlenden Pakete.Genauso verhält es sich, wenn man ein Paket entfernt. Ob mit Synaptic oder mit apt oder dpkg. Am Ende wird nur
dpkg -r paket.debaufgerufen.@chris–blues: Ja, ich glaube Du hast Recht. Irrtum meinerseits.
Im obigen Beitrag geht es ja um die Quellenliste, das hatte ich nicht im Blick.
Unter Bullseye funktioniert das ja alles noch wie bisher. Wird die Änderung mit Debian 12 kommen?
Was passiert dann mit den Quellen die bereits eingebunden sind (denke da an meinen Vivaldi Browser)?
Wird das Tool Deb-Get in den Debian Quellen verfügbar sein?
Die Änderung kommt mit Debian 12, und nein, ich halte es für unwahrscheinlich, dass das in Debian aufgenommen wird. Die bestehenden Fremd-Repos wirst du dann vermutlich per Hand migrieren müssen. Kannst du auch jetzt schon tun.
Ich denke das es Sinn macht vor dem Wechsel zu 12 das zu ändern. Muss ich sonst anschließend tun. Dann besser vorher, wobei zumindest im Fall vom Vivaldi Browser löse ich die Quelle vor dem Upgrade heraus damit es keinen Stress während des Upgrades gibt.
Ich habe bisher nur den Vivaldi als zusätzliche Quelle und vermeide das wo ich kann Fremdquellen ein zu binden, aber ja, ich glaube das wird immer mehr und wichtiger um Debian als Otto normal User zufriedenstellend nutzen zu können. Danke
Auch ein wenig grotesk, dass es genau dieses Tool, vielleicht nicht als Paket in Debian geben wird.
Anydesk ist auch son Kanidat. Hab mich schon gefragt wie das weiter geht, weil ich in Debian halt diese Legacy Meldung kriege. Na da freu ich mich schon auf die neuen Anleitungen und die Umstellung…
Wobei du Spotify auch gut aus dem Browser heraus nutzen kannst.
Ich setze da gerne auf Flatpak. Beispiel Spotify welches direkt vom Entwickler selbst stammt. Mittlerweile mag ich Flathub sehr. Viel Auswahl welche sehr gut gepflegt wird.
Spotify bietet aber auch ein deb-repo an: https://www.spotify.com/us/download/linux/
Leider noch mit alter apt-key Anweisung. Wie es künftig aussehen sollte, zeigt der Signal-Messenger
Ich nutze es nur noch. War ganz entzückt wie schnell das Firefox-Update bereitgestellt wurde (noch am selben Tag) und wie gut Steam funktioniert*. Lutris kommt wohl auch bald als Flatpak. Sehr angenehm alles.
*Das durchreichen von Spielkontrollern bedarf etwas Handarbeit.
Flatpak wurde ja auch schon ein paar mal diskutiert.
Mich schrecken da ein paar Themen ab.
Unter anderem die Größe der Installationen durch die jeweils zusätzlich benötigten Pakete für Libs etc., allerdings kann ich tatsächlich nichts dazu sagen, da ich es halt nicht nutze.
Ich bin da eher etwas konservativ orientiert, schließe aber natürlich nichts aus und würde mich Alternativen auch nicht verschließen.
Runtimes für KDE,Gnome etc lädt man nur einmal herunter. Ich würde das einfach mal ausprobieren. Kann ja nichts kaputtgehen. Ich nutze in Moment 13 Apps das macht auf der Platte:
1,6G /var/lib/flatpak/app
52M /var/lib/flatpak/appstream
836K /var/lib/flatpak/exports
5,3G /var/lib/flatpak/repo
778M /var/lib/flatpak/runtime
2,5G ~/.var/app
In der News ging es mir um Apps, die eben nicht als Flatpak verfügbar sind.
Sorry, hast ja recht. Bischn abgedriftet😅