Vor einem knappen halben Jahr hatte Debian im Rahmen einer General Resolution (GR) im Sinne der Anwender entschieden, unfreie Firmware auf den offiziellen Installationsmedien zuzulassen, um die Installation für Neueinsteiger zu erleichtern. Dabei wurde mit non-free-firmware auch ein neuer Eintrag für die Quellenliste vorgestellt, der bei Neuinstallationen ab Debian 12 »Bookworm« automatisch in die Quellenliste eingetragen wird, sofern der Anwender dem während der Installation zustimmt.
Quellenliste anpassen
Diese Änderung betrifft aber bereits jetzt die Zweige Unstable und Testing, ohne dass Debian das klar genug kommuniziert hat, wie ein Eintrag auf einer Debian-Mailingliste moniert. Der Umzug der unfreien Firmware-Pakete in das neue Repository ist in vollem Gange und Anwender ohne den neuen Eintrag in der Quellenliste bleiben auf veralteten Versionen der Firmware sitzen.
Anwender von Unstable oder Testing, die bisher keine unfreie Software mittels des Eintrags non-free in der Quellenliste zulassen, aber unfreie Firmware zulassen möchten, hängen non-free-firmware an die entsprechende Zeile in /etc/apt/sources.list.d/debian.list an, wie folgende Zeile beispielhaft zeigt:
deb http://deb.debian.org/debian/ unstable main non-free-firmware
Damit kann unfreie Firmware installiert oder aktualisiert werden, andere unfreie Software bleibt aber außen vor. Anwender, die bereits jetzt non-free und/oder contrib in ihren Quellen haben, fügen den Eintrag non-free-firmware hinzu:
deb http://deb.debian.org/debian/ unstable main contrib non-free non-free-firmware
Damit ist sichergestellt, dass künftig der Zugriff auf unfreie Software weiter besteht und gleichzeitig auch unfreie Firmware im Zugriff ist. Wer nach dem zusätzlichen Eintrag bei Unstable oder Testing ein Upgrade macht, wird vermutlich bereits aktualisierte Firmware erhalten.

Hmm, wie wird eigentlich zwischen Software und Firmware unterschieden ?
Und wer trifft diese Entscheidung ?
Die Definition ergibt sich aus der Funktion. Firmware ist eine bestimmte Klasse von Computersoftware, die die Low-Level-Steuerung für die spezifische Hardware eines Geräts übernimmt. So ist das BIOS eine Firmware, ebenso wie es Firmware für WLAN und GPUs und vieles andere gibt. Mit unfreier Firmware versuchen Hersteller, ihr geistiges Eigentum zu schützen.
Ja, schon klar, aber wer entscheidet ob ein Paket Firmware ist oder nicht. Das ist ja manchmal gar nicht so einfach. Ich vermute mal “läuft nicht auf dem Haupt-Prozessor” ist ein Kriterium, aber der Microcode ist ja auch Firmware…
Mir ist nicht klar wie man das sauber trennen kann.
Ferdinand hat es doch schon klar gesagt.
Firmware ist System/low/level Bereich (bios, treiber, fs, Kernel, module) und keine Software im herkoemmlichen Sinne (mc, tar, gzip etc).
Es ist einmal die Firmware direkt vom Hardwarehersteller (meist non-free) und es gibt die Firmware, die durch die Linux-community erstellt wird (free).
Mittlerweile gibt es aber auch vom Hersteller free-firmware, das war frueher nicht so, da musste sich die community doch auch selbst ihre firmware(treiber) selbst schreiben.
Das ist schon klar abgegrenzt, denn es gibt zb. Systemprogrammierung und Anwendungsprogrammierung.
Ich hoffe, das hat etwas geholfen.
Wer Fehler in meiner Aussage findet bitte verbessern. 🙂
Hmm, also dass kernel und filesysteme als firmware gelten hab ich so bisher nicht gehört, und dass gzip in firmware nicht verwendet wird halte ich für unwahrscheinlich. Naja, wie gesagt, im Detail ist das wohl nicht so einfach wie es manchmal dargestellt wird.
Wie ist das dann zB mit den Nvidia proprietary binary drivers? Gehen die dann ins nonfree-firmware repo und sind damit bei der Installation gleich verfügbar ?