Thomas Lange at DebConf 24

Debian Live ISO selbst bauen

Debian-Entwickler Thomas Lange stellte 1999 erstmals seine Software Fully Automatic Installation (FAI) vor. FAI ist ein Werkzeug für die individualisierte, unbeaufsichtigte Installation von Linux auf einem oder mehreren Rechnern. Darauf basiert beispielsweise auch die WebFAI-Installationsmethode von TUXEDO. Lange stellt FAI bereits seit Längerem als FAI as a Service (FAI.me) bereit. Dabei handelt sich um einen webbasierten Erstellungsdienst für benutzerdefinierte Installationsmedien oder bootfähiger Disk-Images für Desktops, Server, virtuelle Maschinen oder Cloud-Plattformen. Dabei ist nicht notwendig, die FAI-Software auf dem lokalen Computer zu installieren. FAI unterstützt verschiedene Architekturen und kann Cross-Architecture Images erstellen. FAI.me dagegen ist derzeit nur für AMD64 verfügbar.

FAI.me erweitert

In einem Vortrag auf der kürzlich zu Ende gegangenen Debian-Entwicklerkonferenz DebConf stellte Lange eine Erweiterung des webbasierten Dienstes FAI.me vor. Der Dienst ist jetzt zusätzlich in der Lage, neben Installationsabbildern auch Live-Images von Debian oder Ubuntu zu erstellen. Dabei kommt im Hintergrund Debootstrap zum Einsatz. Die Konfiguration, die auf der Webseite des Dienstes verfügbar ist, könnte einfacher nicht sein.

Einfache Konfiguration

Zunächst wählt man zwischen grundlegender und fortgeschrittener Konfiguration. Im ersten Fall können zunächst User. Passwort, Lokalisierung und Desktop festgelegt werden. FAI.me baut Images für Stable als auch für Testing. Zudem kann die Desktop-Umgebung festgelegt werden. Bei der Auswahl zusätzlich zu installierender Pakete ist Vorsicht geboten. Wird dort ein Paket angegeben, das in der gewählten Suite nicht verfügbar ist, scheitert die Installation nach einigen Minuten. Hier wäre eine sofortige Überprüfung beim Start des Builds wünschenswert.

Die Auswahl, Backports einzubeziehen, funktioniert nur bei Stable, wird aber auch bei der Wahl von Testing angeboten. Daran scheitert der Build-Prozess aber nicht. Des Weiteren können per Haken Entwickler-Tools, ein Webserver, Open-SSH und Non-free Linux Firmware inkludiert werden. Der Haken bei der Firmware ist besonders wichtig bei der Verwendung aktueller Hardware.

LVM, Postinst-Script und Grub-Optionen

In der erweiterten Konfiguration können SSH-Schlüssel ebenso hinterlegt werden wie GitHub-, GitLab- oder Salsa-Usernamen. Während die vereinfachten Einstellungen keine Partitionierung vorsehen, bieten die erweiterten Einstellungen die Möglichkeit, zusätzlich ein Home mit oder ohne LVM zu erstellen. Zudem kann ein öffentlich erreichbares Repository sowie ein Postinst-Script eingebunden werden, das beim ersten Boot ausgeführt werden kann. Wird kein Root-Passwort angegeben, wird Sudo vorkonfiguriert. Optional können GRUB-Kommandos hinterlegt werden.

Schnell erstellt

Der Bau des Image hat bei mir knapp vier Minuten benötigt. Neben dem Download-Link für das Image kann man das Log herunterladen. Das von mir erstellte Test-Image, in meinem Fall Debian »Trixie« (Testing) funktionierte erwartungsgemäß einwandfrei.

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6 Kommentare

  1. Das klang zu interessant, um es nicht gleich auszuprobieren. Ich kann bestätigen, dass der Bau des ISO und die Installation funktionieren, habe das nämlich gerade völlig unbeabsichtigt über meine Festplatte mit installiertem Fedora drübergebügelt. Ich hatte kaum Zeit vom erstellten Stick das Bootmenü zu studieren, da legte das Ding schon los wie die Feuerwehr und machte sich über die erstbeste Festplatte her. Also aufpassen! Vielleicht hätte auch nachdenken oder ausnahmsweise mal Manual lesen geholfen 😛

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