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Debian überarbeitet seine Infrastruktur

Debians Infrastruktur hat in den vergangenen Monaten eine Überarbeitung erfahren. Das Team FTP Master, das für viele Hintergrundarbeiten verantwortlich war, wurde in die zwei Teams DFSG, Licensing & New Packages Team (kurz DFSG Team) und Archive Operations Team aufgeteilt.

Sinnvolle Aufteilung

Während sich das Archive Operations Team künftig um die Aufgaben zur Pflege des Paketarchivs und die täglichen Updates kümmert, ist das DFSG-Team für einen der historischen Schwachpunkte in Debians Infrastruktur verantwortlich, nämlich die NEW-Queue. In diese Warteschlange gelangen Pakete, wenn sie erstmals in Debian erscheinen oder bestimmte Änderungen auslösen, die eine manuelle Prüfung erfordern.

Was muss in die NEW-Queue?

Dies wird erforderlich beim ersten Upload eines Quellpakets oder bei einem neuen Binärpaket aus bereits bestehendem Quellcode. Auch neue SONAMEs (Shared Object Name) wie etwa Shared Libraries mit geänderter Versionsnummer müssen durch NEW, um Abhängigkeitsbrüche zu vermeiden. Bei neuen Paketen geht es zudem um Legalität, Copyright und um DFSG-Konformität.

Die NEW-Queue war über Jahre hinweg Anlass für Frustration für Entwickler und Maintainer. Das Team war stets unterbesetzt und der Flut der zu prüfenden Pakete nicht gewachsen. Das führte dazu, dass Pakete im Durchschnitt rund zwei Monate in der Schlange standen, bevor sie durchgewinkt oder abgelehnt wurden. Manche Pakete benötigten bis zu einem Jahr bis zu einer Entscheidung.

Arbeitslast besser verteilen

Hier soll das neue DFSG-Team Abhilfe schaffen. Während der Fokus derzeit auf der Aufarbeitung des Rückstands liegt, ist das langfristige Ziel, allen Debian-Entwicklern die Möglichkeit zu geben, einen sinnvollen Beitrag zu den DFSG-Überprüfungsaktivitäten zu leisten und die Arbeitslast effektiver über das Projekt zu verteilen.

Neue Tools

Das fängt bei den Tools an. Ein neues Dashboard soll nicht nur eine bessere Übersicht schaffen, sondern eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise bewirken, wie Pakete priorisiert und bearbeitet werden. In der Review-History haben jetzt nicht nur Debian-Entwickler, sondern auch eine interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, einen umfassenden Überblick darüber zu erhalten, was genau in der Warteschlange geschieht. Ein Ziel scheint bereits erreicht: Die durchschnittliche Bearbeitungszeit konnte in den vergangenen Monaten auf akzeptable zwei Tage reduziert werden.

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