DietPi ist eine leichtgewichtige, auf Debian basierende Linux-Distribution für Single-Board-Computer (SBC) und Serversysteme, die auch die Option der Installation einer Desktop-Umgebung mitbringt. Sie bietet für die jeweilige Hardware vorkonfigurierte Software aus verschiedenen Bereichen und unterstützt eine wachsende Zahl an Geräten. DietPi ist in fast allen Belangen ressourcenschonender als Raspberry Pi OS und wird monatlich aktualisiert.
DietPi 10.7 für den Monat September führt unter anderem ein neues Werkzeug zur Netzwerkkonfiguration ein und erweitert die Unterstützung für virtuelle Systeme und Container.
Erweitertes dietpi-network
Das neue dietpi-network löst Teile der bisherigen Netzwerkkonfiguration ab und erlaubt es, mehrere Ethernet- und WLAN-Schnittstellen unabhängig voneinander einzurichten. So lässt sich beispielsweise ein Interface mit Gateway für den Internetzugang mit einer zweiten Schnittstelle kombinieren, die über eine statische Adresse ausschließlich das lokale Netzwerk bedient. Dabei ist das Werkzeug nicht mehr auf klassische Namen wie eth0 oder wlan0 angewiesen, sondern unterstützt auch die Predictable Network Interface Names von systemd sowie virtuelle Interfaces in Containern.
Die Einstellungen legt DietPi künftig pro Schnittstelle unter /etc/network/interfaces.d/ ab. Bestehende Konfigurationen aus /etc/network/interfaces werden beim Bearbeiten automatisch migriert. Die neue Architektur soll zudem die Grundlage für komplexere Konfigurationen wie Bridges, NAT oder flexiblere WLAN-Hotspots bilden. Neben der interaktiven Bedienung steht auch eine CLI zum Hinzufügen, Entfernen und Ändern einzelner Interfaces bereit.
ARMv8-VMs und Container mit Custom-Network
Erweitert wurde außerdem das Angebot an Images. DietPi stellt nun Varianten für ARMv8-VMs sowie Container mit eigenem virtuellem Netzwerk bereit. Letztere enthalten bereits einen Netzwerk-Stack und einen SSH-Server und konfigurieren beim ersten Start standardmäßig die erste erkannte Veth- oder VLAN-Schnittstelle per DHCP. Damit eignen sich die Images unter anderem für LXC‑Container. Neu unterstützt wird überdies das LubanCat 4 SBC mit Rockchip RK3588S, für das DietPi auf Mainline-Linux und U-Boot setzt.
Neu im Softwarekatalog
Der Softwarekatalog erhält mit HomeBox eine selbst gehostete Lösung zur Verwaltung des heimischen Inventars. Ebenfalls neu ist Scrypted, eine Plattform zur Integration und Automatisierung von Video- und Smart-Home-Systemen. Bei Chromium entfernt DietPi einige veraltete Optimierungen für leistungsschwache Hardware und aktiviert --no-sandboxkünftig nur noch dann automatisch, wenn der Browser tatsächlich als Root gestartet wird.
Fehlerkorrekturen
DietPi 10.7 behebt darüber hinaus mehrere hardwarespezifische Fehler. Auf dem Raspberry Pi funktionierten bestimmte dtparam-Einträge zusammen mit DRM/KMS nicht korrekt, beim Orange Pi 5 und 5B waren seit DietPi 10.5 USB-2.0- und USB-C-Anschlüsse betroffen. Beim Orange Pi 3 LTS und ROCK 3A sollen zudem mögliche hohe Paketverlustraten über Ethernet behoben sein. Fehlerkorrekturen gibt es außerdem für Ampache, WiringPi, Roon Bridge und die Installation von Immich.
Die vollständige Liste der Änderungen findet ihr in den Release Notes zu DietPi 10.7.
