Euro-Office

Euro-Office erstmals stabil veröffentlicht

Euro-Office, die europäische Open-Source-Alternative zu Microsoft Office und Google Docs, wird heute in Version 1.0 veröffentlicht. Das Projekt eines Konsortiums europäischer Unternehmen veröffentlicht damit rund zweieinhalb Monate nach der Ankündigung Ende März sein erstes stabiles Release.

Europäisches Konsortium

Euro-Office basiert auf einem Fork von OnlyOffice und bietet Editoren für Textdokumente, Tabellenkalkulation, Präsentationen und PDFs als Webanwendung und als Desktop- und Mobile-App. Hinter dem Projekt stehen IONOS, Nextcloud, Eurostack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, OpenXchange, Office.eu und Tuta. Die erste stabile Version ist direkt in das ebenfalls heute veröffentlichte Nextcloud Hub 26 Spring integriert.

Code aufräumen und Sicherheitsupdates einpflegen

Beim ersten Release lag der Fokus auf Stabilität und Sicherheit. Nextcloud-CEO Frank Karlitschek erklärt dazu: »Oberste Priorität war eine Version, mit der man wirklich arbeiten kann. Zunächst mussten wir den Code aufräumen, Sicherheitsupdates einpflegen und Euro-Office in bestehende Lösungen integrieren.« Als nächste Schritte nennt er Desktop- und Mobile-Apps sowie die vollständige Unterstützung offener Standards wie ODF-Formate. Weitergehende Informationen sind auf der GitHub-Seite des Projekts zu finden.

Lizenzstreit

Die Veröffentlichung ist von einem Lizenzstreit überschattet: OnlyOffice wirft den Euro-Office-Initiatoren vor, gegen die Bedingungen der AGPLv3 zu verstoßen. Stein des Anstoßes ist das Entfernen zusätzlicher Lizenzbedingungen, die OnlyOffice 2021 auf Basis von Paragraf 7 der AGPLv3 hinzugefügt hatte und die unter anderem die Beibehaltung von Logos und Markenzeichen vorschreiben. OnlyOffice beendete daraufhin seine acht Jahre alte Partnerschaft mit Nextcloud.

Der Streit wurde zwischenzeitlich der Free Software Foundation vorgelegt, die ein Gutachten zur Rechtmäßigkeit des Forks erstellte. Die FSF positioniert sich darin klar auf der Seite von Euro-Office und argumentiert, dass die AGPLv3 nicht dazu genutzt werden kann, die Freiheiten nachgelagerter Nutzer einzuschränken. Konkret stellt sie fest, dass OnlyOffices Anforderung, das ursprüngliche Produktlogo beizubehalten, eine unzulässige Zusatzbeschränkung darstellt, die Empfänger des Codes entfernen dürfen.

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17 Kommentare

  1. Hat sich mal jemand die Webseite angeschaut, die hier als “Kritikstandort” gegen Euro-Office verlinkt wird?
    TKP… und was findet man da noch an Beiträgen?
    “EU-Kommission greift in nationale Wohnungspläne ein: Energieklassen-Zwang und de-facto-Enteignung drohen”
    “Europa marschiert direkt in Krieg und Enteignung der Ersparnisse der Bürger – Armstrong Prognosen”
    “Die große Enteignung – wie der „Great Reset umgesetzt wird”
    “Neues EU-Gesetz sieht massenhafte Beschlagnahmung von PKWs vor”

    Jetzt mal ernsthaft, wenn da was geschreiben wird, wie viel Wahrheiten erwartet ihr da?

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  2. “Zum Start der Version 1.0 am 9. Juni 2026 äußert The Document Foundation (TDF), die Organisation hinter Libreoffice, in einem offenen Brief deutliche Kritik. TDF wirft dem Projekt vor, die eigenen Ziele zu verfehlen.

    Streit um das standardmäßige Dateiformat

    Die Foundation stört vor allem die Wahl des Dateiformats. Euro-Office nutzt standardmäßig das von Microsoft entwickelte OOXML-Format, das die Stiftung als pseudo-offen bezeichnet. TDF-Vorstandsmitglied Italo Vignoli argumentiert, dass OOXML gezielt entworfen worden sei, um Nutzer an das Ökosystem von Microsoft zu binden. Ein freier Austausch von Inhalten sei nur mit dem offenen Standard ODF möglich.”:
    https://www.golem.de/news/buerosoftware-euro-office-startet-mit-viel-kritik-in-version-1-0-2606-209556.html

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        1. OOXML als Standard-Dateiformat kann man von mir aus gerne kritisieren, überrascht sein sollte da aber niemand. Das war in OnlyOffice, für das immer mit der besonders guten Microsoft-Kompatibilität geworben wurde, eben so, und ist im Fork jetzt eben auch (noch) so. Das wird sich kurzfristig vermutlich auch nicht ändern (lassen).

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        1. Die geäußerte Skepsis in dem von mir verlinkten Artikel bezieht sich vor allem auf Gesetzesvorhaben der EU und betrifft eigentlich ganz allgemein das Coud-Computing.
          Aber sowohl bei Euro-Office, als auch bei “Euro-NSA” wird man die weitere Entwicklung abwarten müssen, um das konkret beurteilen zu können.

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