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Fedora Flatpaks vor dem Aus?

Fedora hat im letzten Jahr ein eigenes Flatpak-Repository mit kuratierten Anwendungen gestartet und dies zum Standard in Fedora Linux 36 gemacht. Wenn ein Anwender beim initialen Setup von GNOME oder später in GNOME Software zustimmt, Software aus Fremd-Repositories zuzulassen, dann aktiviert er damit das Fedora-Flatpak-Repository und nicht wie gewohnt das offizielle Flathub Repository. Fedora-Flatpaks bietet unter 100 Flatpaks an, auf Flathub sind es annähernd 3.000. Während auf Flathub auch proprietäre Apps veröffentlicht werden dürfen, verteilt das Fedora-Flatpak-Repository nur freie Software.

Aus eigenen RPMs gebaut

Viele Anwender waren daraufhin verwirrt, da sie nur einen Teil der auf Flathub verfügbaren Apps installieren konnten, die bei anderen Distributionen installierbar sind. Hintergrund ist, dass Fedora seinen Anwendern Flatpaks anbieten möchte, die direkt aus den eigenen RPM-Paketen erstellt wurden. Das soll unter anderem der Sicherheit und der Reproduzierbarkeit zugutekommen. Manche Flatpaks von dort unterliegen aber auch Einschränkungen. So unterstützt das Firefox-Flatpak von Fedora aus lizenzrechtlichen Gründen keine h264- und HEVC-Codecs.

Verschiedene Quellen

Bei Flathub werden Flatpaks aus verschiedenen Quellen gebaut. Das können DEBs, RPMs, AppImages, Snaps, Binaries oder auch direkt der Quelltext sein. Die Entscheidung, was als Grundlage dient, trifft derjenige, der das Flatpak für Flathub bereitstellt. Wer tiefer in die Unterschiede beider Repositories eintauchen will, kann dazu einen ausführlichen Artikel von Ralf Hersel auf gnu.linux.ch lesen.

Nicht gut angekommen

Derzeit sieht es so aus, dass Fedora-Flatpaks bei den Anwendern nicht sonderlich gut ankommen. Deshalb liegt nach einer Diskussionsphase ein Änderungswunsch für Fedora 37 vor, der zum Ziel hat, den Filter für Fedora Workstation wieder zu entfernen und bei der Aktivierung von Fremd-Repositories den gesamten Umfang von Flathub verfügbar zu machen. Falls das Fedora-Steuerungskomitee FESCo diesem Vorschlag zustimmt, wird bei Überschneidungen der Repositories jedoch das Fedora-Flatpak bevorzugt. Wer der Entscheidung zuvorkommen möchte, kann den Filter auch selbst entfernen:

flatpak remote-delete fedora && flatpak remote-delete fedora-testing

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9 Kommentare

  1. Ich denke nicht, dass die Fedora Flatpaks aufgegeben werden.
    Für RedHat erscheint es mir unverzichtbar Software aus nachvollziehbaren und sichern Quellen anzubieten. Was liegt da näher als auf die eigene Paketbasis zurück zu greifen.
    Wenn man in der Anwendung “Software” den geeigneten Filterbutton erstellt hat, dürfte es wohl dann auch keine Schwierigkeiten mehr geben die Wahl dem Benutzer zu überlassen.

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  2. Da Fedora die Versuchs- und Experimentierplatform für RedHat ist, wird nun langsam klar wohin die Reise geht: Ein gehärtetes Kernsystem auf dem Anwendungen entweder als Container oder als Flatpaks o.ä. installiert werden.
    Das erspart den Distributoren natürlich viel Zeit und Geld.

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  3. Interessante Entscheidung! Zu den diversen Formaten gab es JS bereits diverse Diskussionen. Ich würde das auch begrüßen wenn hier etwas einheitliches gestartet würde wo alle von profitierten …aber das werden wir wohl nicht mehr erleben.

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  4. Interessant zu erfahren, dass nicht nur Canonical immer wieder „überraschende“ Entscheidungen trifft. Wobei es in diesem Fall ja so aussieht, als würde die Veränderung wieder rückgängig gemacht.

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