Der überarbeitete Fedora-Installer Anaconda wurde nach mehreren Jahren Arbeit mit Fedora 43 systemweit eingeführt. Seit Entwicklungsbeginn war geplant, den webbasierten Installer auch für Remote-Installationen über das Netzwerk auf Headless-Systemen, Servern und Einplatinencomputern einzusetzen, ohne dass hierfür ein VNC-Client oder RDP-Software benötigt werden.
Weboberfläche per HTTPS
Technisch baut das Vorhaben auf der Web-UI des Anaconda-Installers auf, der auf Cockpit-Werkzeugen basiert. Bisher musste der Browser zwingend auf dem zu installierenden System laufen. Nun soll Anaconda seine Weboberfläche per HTTPS ausliefern, sodass man sich von einem anderen Gerät aus per Browser verbinden und die Installation steuern kann. Die Authentifizierung erfolgt über eine PIN, die per Kickstart oder Boot-Parameter gesetzt wird.
Weniger Bandbreite
Als Anwendungsszenarien nennt das Entwicklerteam vor allem Headless-Server im Rack, ressourcenschwache ARM-Systeme wie den Raspberry Pi sowie die komfortable Überwachung laufender Installationen vom eigenen Laptop aus. Gegenüber VNC und RDP soll die Lösung deutlich weniger Bandbreite benötigen und eine spürbar geringere UI-Latenz bieten. Außerdem entfällt die Installation eines dedizierten Clients.
Proof of Concept
Aktuell liegt ein Proof-of-Concept vor, das PIN-basierte Authentifizierung, eigene Cockpit-Konfigurationspfade und sitzungserhaltende Cookies mitbringt. Noch fehlen die technische Absicherung, dass wirklich nur ein Browser gleichzeitig verbunden sein kann, und die Erkennung einer bereits laufenden Installation. Beides ist nötig, damit ein Wiederverbinden zuverlässig funktioniert. Die Verbindung soll per TLS mit selbstsignierten Zertifikaten gesichert werden, was zunächst Browser-Warnungen auslösen wird.
Weitere Informationen zur Remote-Installation mit Anaconda bietet ein Blogeintrag im Fedora Magazine. Das Projekt kann im Matrix-Raum anaconda:fedoraproject.org und auf GitHub verfolgt werden.
