Mozilla veröffentlicht im Tagesverlauf die neueste Version ihres Open-Source-Browsers Firefox. Neben Firefox 151 werden Firefox 140.11 ESR und 115.36 ESR freigegeben. Erste Vorboten des kommenden Nova-Designs sind auf der jetzt Firefox Home genannten Seite eines neuen Tabs und bei den Einstellungen zu sehen.
PDFs zusammenführen
Wie bereits mit Firefox 150 erhält der PDF-Editor auch in der neuen Version weitere Funktionalität. So lassen sich jetzt mehrere PDFs zu einem Dokument zusammenfassen. Dazu wird ein PDF geöffnet und in der ausgeklappten Seitenleiste das Plus-Symbol angeklickt. Nun lässt sich im Dateimanager die PDF-Datei auswählen, die an das Ende des ursprünglichen PDF angehängt werden soll.
Profile sichern und verschieben
Anwender von Linux und macOS können nun lokale Sicherungskopien ihres Firefox-Profils erstellen – eine Funktion, die bereits vor einigen Versionen für Windows hinzugefügt wurde. Die Sicherungskopien des Firefox-Profilverzeichnisses können plattformübergreifend verschoben oder wiederhergestellt werden, wobei Designs und Erweiterungen vollständig erhalten bleiben sollen.
Besserer Tracking-Schutz
Firefox 151 verlangt von Websites, dass sie um Erlaubnis bitten, bevor sie eine Verbindung zu Geräten im lokalen Netzwerk oder zu Apps und Diensten auf eurem Gerät herstellen. Bisher galt dieser Schutz nur für Nutzer, bei denen der erweiterte Tracking-Schutz auf Streng eingestellt war, während er jetzt in der Standard-Einstellung verfügbar ist.
Einfaches Löschen einer Sitzung
In privaten Fenstern können alle Daten der aktuellen privaten Sitzung gelöscht werden, ohne dass man die Sitzung komplett schließen muss. Dazu dient das Icon einer Flamme oben rechts neben der Adresszeile. Der Schutz vor Fingerprinting wurde bei Verwendung des Modus Erweiterter Tracking-Schutz abermals verbessert, um die Menge der über den Computer preisgegebenen Informationen zu begrenzen und Versuche zu blockieren, euch über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen.
Neue APIs
Firefox verfügt bereits seit Längerem über eine Picture-in-Picture-Funktion für Videos. Das neue Document Picture-in-Picture API dient dazu, Webseiten ein kleines, immer im Vordergrund sichtbares Fenster zu öffnen, in dem nicht nur Videos, sondern beliebige HTML-Inhalte angezeigt werden können. Damit lassen sich etwa zusätzliche App-Inhalte wie Chat, Notizen oder Statusanzeigen aus dem Hauptfenster auslagern und im Vordergrund halten.
Das ebenfalls Fullscreen Keyboard Lock API erlaubt es Webseiten, im Vollbildmodus bestimmte Tasten abzufangen, die sonst normalerweise den Vollbildmodus verlassen oder vom Browser reserviert wären. Der Hauptzweck ist, Vollbild-Anwendungen konsistenter bedienbar zu machen, etwa Spiele oder spezielle Web-Apps mit eigener Tastatursteuerung. Ohne dieses API beendet ein kurzer Druck auf Esc typischerweise den Vollbildmodus. Mit Keyboard Lock kann eine App stattdessen Esc selbst nutzen, etwa zum Schließen eines In-Game-Menüs, ohne dass sofort das Vollbild verschwindet.
Firefox 151 steht seit gestern auf dem FTP-Server von Mozilla zum Download bereit. Das offizielle Release erfolgt am Nachmittag, dann sind auch die Release Notes und geschlossene Sicherheitslücken verfügbar.

Schön zu sehen, dass der PDF-Editor weiter wächst und der Schutz vor Zugriffen aufs lokale Netzwerk jetzt Standard ist.
Beim Fullscreen Keyboard Lock API habe ich allerdings ein leicht mulmiges Gefühl. Vollbild plus abgefangenes Esc plus ein gefälschter Login-Screen klingt nach einer netten Phishing-Spielwiese. Die Schutzmechanismen sind okay, aber im Panikmoment liest niemand die Warnbanner. Mal sehen, ob das in den nächsten Monaten irgendwo ausgenutzt wird.