Die Linux-Distribution KaOS erschien erstmals 2013 und war seitdem eine dem KDE-Desktop verpflichtete Distribution, die immer einen sehr aktuellen Plasma-Desktop ausgeliefert hat. Damit ist mit der aktuellen Ausgabe KaOS 2026.02 Schluss, denn KDE tritt bei KaOS ins zweite Glied.
Alternativen zu systemd gesucht
Auslöser dieser Abkehr von KDE, das mit seinem K sogar im Namen verankert ist, ist laut den Entwicklern der Wunsch, Alternativen zu systemd zu erforschen, da Plasma laut den Entwicklern Systemd fast zwingend voraussetzt und es bald vollständig obligatorisch sein wird. Das stimmt nicht so ganz. Von systemd abhängig ist lediglich der optionale neue Plasma Login Manager (PLM), der mit Plasma 6.6 ausgeliefert wird.
Dinit fürs Init?
Somit wurde KaOS 2026.02 mit dem Wayland-Compositor Niri und der Noctalia-Shell veröffentlicht. Der Plasma-Desktop und der Fenstermanager KWin fehlen auf den Abbildern, sind aber noch im Repository verfügbar. Damit verbleibt KaOS zwar eine Qt-basierte Distribution, frei von GTK, aber ohne KDE-Desktop. Die aktuelle Veröffentlichung basiert zwar noch auf systemd; die Entwickler untersuchen gerade, ob Dinit eine Alternative sein kann.
Niri
Mit Niri bildet ein scrollbarer Tiling-Compositor die Grundlage, wie Fenster auf dem Desktop verteilt werden. Bei Niri werden Fenster in Spalten auf einem unendlichen Streifen angeordnet, der sich nach rechts erstreckt. Das Öffnen eines neuen Fensters führt niemals zu einer Größenänderung bestehender Fenster. Jeder Monitor hat seinen eigenen separaten Fensterstreifen. Fenster können niemals auf einen benachbarten Monitor übergreifen. Die Funktionalität wird in einem YouTube-Video von Brodie Robertson ausführlich erklärt.

Noctalia
Noctalia ist eine für Wayland entwickelte minimale Shell, die mit dem Qt-basierten Quickshell-Toolkit gebaut wird, neben Niri auch Hyprland, Sway, Scroll, labwc und MangoWC unterstützt und mit über 30 Plug-ins erweitert werden kann. KaOS 2026.02 basiert auf Kernel 6.18, systemd 255.2 und Mesa 25.3.5. An die Stelle von systemd-boot ist allerdings der Bootloader Limine getreten.

“da Plasma Systemd fast zwingend voraussetzt und es bald vollständig obligatorisch sein wird.”
Das stimmt nicht ganz. Es sind bisher keine Abhängigkeiten zu Systemd geplant: https://discuss.kde.org/t/a-quick-anti-fud-faq-to-debunk-the-kde-is-forcing-systemd-hoax/44414
Für Standard-KDE-Plasma, so, wie es ausgeliefert wird, stimmt es schon. Natürlich kann man auch Lightdm oder was anderes nehmen.KaOS ist halt ne reine Qt-Distro, da wird’s dann schon schwierig, da SDDM zwar ohne systemd geht, aber nicht so ganz einfach.
Der kommende SDDM Ersatz wird nach aktuellem Stand ausschließlich für systemd entwickelt.
Leider!
D.h. ich werde weiterhin greetd mit tuigreet verwenden und kann mich _nicht_ auf den neuen Loginmanager freuen.
Das mit den Systemd-Abhängigkeiten bleibt doch aber nicht bei den Desktops, Podman ist z.B. auch darauf ausgelegt Systemd zu nutzen, um den (verglichen mit Docker) fehlenden Daemon auszugleichen. Und so werden die Abhängigkeiten immer mehr zunehmen.
Sehr spezialisierte Distributionen können das machen, aber für normale Desktops halte ich das nicht für zielführend.