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KDE Linux als frühes Test-Image

Vor einem knappen Jahr berichteten wir über das Bestreben einiger KDE-Entwickler, eine offizielle KDE-Distribution zu erstellen, die Entwicklern als Testbasis dienen, aber auch in freier Wildbahn auf euren Rechnern eine gute Figur machen soll. Zudem sollen OEMs angesprochen werden, die KDE Linux auf ihren Geräten vorinstallieren möchten.

KDE Linux soll nicht nur eine Referenz-Implementierung werden, sondern das KDE-Projekt und seine Software nach außen hin bestmöglich repräsentieren. Es soll dem Anwender genau die Erfahrung bieten, die die Entwickler von KDE Plasma beabsichtigen, ohne die Einflussnahme von Maintainern anderer Distributionen.

KDE neon

Rund 10 Jahre sind ins Land gegangen, seit KDE-Urgestein Harald Sitter zusammen mit Jonathan Riddell 2015 KDE neon aus der Taufe gehoben hat. In einem Vortrag auf der letztjährigen KDE-Konferenz Akademy stellte Sitter sein neues Projekt KDE Linux vor. Er erklärte, eines der Hauptprobleme von neon neben den schwierigen Upgrades von einer zur nächsten LTS-Version seien die mit der Zeit nicht mehr ausreichend aktuellen Bibliotheken, die dann zusätzlich in der benötigten Version vom Projekt gepflegt werden müssten.

Die Entwickler selbst definierten KDE neon als KDE-Projekt, nicht aber als die offizielle KDE-Distribution. KDE Linux ist als Endanwender-Distribution geplant, was beim eher experimentellen KDE neon nicht der Fall war. Das hinderte Anwender aber nicht, neon als produktives System zu nutzen.

KDE Linux

Das neue Konzept KDE Linux macht vieles anders. Angefangen bei der Basis: Hier kommt Arch Linux zum Einsatz, allerdings wirklich nur als Grundgerüst, es wird zum Beispiel keinen Pacman-Paketmanager geben. Zudem wird KDE Linux ein mit Btrfs erstelltes unveränderliches Basissystem nach dem A/B-Prinzip mit doppelt redundanten Root-Dateisystemen haben, nur Wayland unterstützen und UEFI voraussetzen. Die Ansprüche an die Hardware sind moderat, vorausgesetzt werden 4 GB RAM und mindestens 40 GB Platz auf der Festplatte. Apple-Computer mit »M«-basierten CPUs werden nicht unterstützt.

NVIDIA-GPUs, die älter sind als die GTX 1650, sind auf die weniger leistungsfähigen Nouveau-Treiber beschränkt. Die proprietären NVIDIA-Treiber werden im Gegensatz zu den offenen Kernel-Modulen nicht unterstützt. Ebenfalls nicht unterstützt ist alles, was das Laden nicht vorinstallierter Kernel-Module benötigt. Die Architektur ist ausführlich in einem Wiki-Artikel beschrieben.

Testen erwünscht

Zum Testen des immer noch als pre-alpha bezeichneten Projekts sucht man sich das aktuellste RAW-Image und legt es auf einen USB-Stick. In VirtualBox und Unraid hatte ich mit der Virtualisierung bisher kein Glück. Wer sich näher für das Thema interessiert, sollte sich den 6. September 13:30 Uhr vormerken. Dann hält Harald Sitter auf der KDE-Entwicklerkonferenz Akademy 2025 in Berlin einen weiteren Vortrag zum aktuellen Stand und den weiteren Plänen zum Thema KDE Linux.

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9 Kommentare

  1. Wie Arch und dann kein Pacman Paketmanager ?!
    Wie soll den dann da das installieren von Paketen laufen?

    Das klingt für mich nicht Überzeugend, da bin ich dann raus.
    Da sollen sich dann mal andere mit beschäftigen, ich bleibe dann bei Arch mit Pacman.🙄

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