Plasma 6

Plasma 6 kommt mit Doppelklick

KDE-Entwickler und Blogger Nate Graham bestätigt in seinem wöchentlichen Blog über die Entwicklungsfortschritte bei KDE, dass Dateien und Verzeichnisse mit Plasma 6 standardmäßig mit einem einzelnen Klick markiert und mit einem Doppelklick geöffnet werden. Diese nicht unumstrittene Entscheidung soll Umsteigern von anderen Betriebssystemen den Einstieg erleichtern.

Distributionen wie Kubuntu, Fedora KDE und Manjaro nutzen bereits standardmäßig den Doppelklick, während Arch, neon oder Debian die bisherigen Vorgaben von KDE nutzen. Ich halte die Aufregung für etwas übertrieben, denn es wäre nicht KDE, wenn man den neuen Standard nicht wieder auf Einzelklick ändern könnte.

Bildschirmhelligkeit und Hintergrundbeleuchtung

Die minimale Bildschirmhelligkeit ist jetzt immer 1 und die minimale Tastaturhelligkeit steht bei 0, wodurch sichergestellt wird, dass die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms bei minimaler Helligkeit nie komplett ausgeschaltet wird, während die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur dies immer tut

Das Wechseln durch die Helligkeitsstufen auf der Tastatur (etwa per [FN]+[Leertaste]) zeigt die Änderungen künftig per On-Screen-Display (OSD) an. Wenn man die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur aus- und wieder einschaltet, merkt sich das System die vorherige Helligkeitsstufe.

Icons nur aus einer Quelle

Das Projekt zur vollständigen Entfernung der Icons im Plasma-Style wurde abgeschlossen, sodass mit Plasma 6 alle Icons aus dem systemweiten Icon-Theme stammen. Die bisherige Vorgehensweise mit Icons aus zwei Quellen war undurchsichtig und unzuverlässig und führte des Öfteren zu Problemen, wenn der Anwender das Theme wechselte.

In den Systemeinstellungen zeigt die Autostart-Seite künftig weitere Informationen über Startsequenzen an, die dabei helfen können, Fehlverhalten zu diagnostizieren. Viele weitere Änderungen bei KDE in der vergangenen Woche hält der Blogeintrag von Nate bereit.

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9 Kommentare

  1. Oh wow, KDE ist jetzt offiziell der Kindergarten für Windows Umsteiger, die sich maximal fünf Minuten mit Linux beschäftigen und dann wieder zurück auf ihre „sichere Umgebung“ wechseln. Natürlich, der Doppelklick war ja DAS große Problem, das bisher alle vom Umstieg abgehalten hat! Nicht das Terminal, nicht apt oder pacman, nicht die völlig andere Art, wie man Software installiert – nein, es war der EINZELNE KLICK!

    Jetzt ist also alles besser! Jetzt rennen alle von Windows zu KDE!
    Weil sie endlich so klicken dürfen wie vorher! Juhu! 🎉

    Was kommt als nächstes?

    „Sind Sie sicher, dass Sie sicher sind?“ – Bestätigung nach jedem Mausklick?
    Eingebauter Windows Update-Zwangsneustart, damit’s schön vertraut bleibt?
    Ein KDE-Abo, damit man für die Wahl zwischen hell/dunkel-Modus zahlen darf?

    Aber keine Panik, es gibt eine Lösung für den Mist!
    Falls ihr keinen Bock auf diesen Klick-Kastrationsquatsch habt, hier ein Fix, der KDE direkt wieder repariert:

    Workaround: Einfachklick zurückholen!

    #!/bin/bash
    
    # KDE von diesem Doppelklick-Wahnsinn befreien
    kwriteconfig5 --file kdeglobals --group KDE --key SingleClick true
    
    # Änderungen sofort anwenden
    qdbus org.kde.KWin /KWin reconfigure
    
    echo "So, KDE ist wieder normal. Bitte weitergehen, hier gibt's nichts zu sehen!"
    

    Anleitung:

    Speichere das Skript als fix-kde-single-click.sh
    Führe es aus:

    chmod +x fix-kde-single-click.sh && ./fix-kde-single-click.sh

    Freu dich, dass du KDE nicht mehr wie ein Windows-Rentner bedienen musst.

    Fazit:
    KDE war mal für Leute, die wissen, was sie tun. Jetzt ist es für Leute, die Angst vor einem einzigen Klick haben. Danke, KDE, jetzt fühlen sich auch die Windows-Veteranen mit 20 Jahren Erfahrung in „Nächster > Nächster > Fertigstellen“ willkommen. 🚀

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  2. Persönlich passt das schon für mich. Dann wird das umgestellt und gut ist!

    Aber ob das der richtige Standard ist, da bin ich mir nicht sicher. Klar, Windows macht das so. Aber abgesehen von denen, die z.B. aufgrund von Alter oder anderen Problemen einen Doppelklick kaum schaffen, zeigte sich mir kürzlich auch, dass nicht-technische Personen den Unterschied oftmals nur schwer oder gar nicht verstehen. Entweder wird immer einmal geklickt oder, häufiger, immer nur doppelt geklickt. Muss man ja um ein Programm auf dem Desktop zu starten oder eine Datei im Explorer zu öffnen. Warum also auch nicht zweimal auf den Browser in der Startleiste? Oder den Knopf in der Werkzeugleiste? Oder auf der Webseite (wobei es hier selten zu unerwünschten Seiteneffekten kommt)?

    Kurzum: Manchmal kann es auch besser sein den Mut zu besitzen etwas anders zu machen – es besser zu machen 🙂

    (Und ja, wie schon geschrieben, dann stelle ich das für mich einfach um und schaue, dass ich das an die aktive Person auch anpasse. Es ist nur ein weiterer Punkt, welcher ein “out-of-the-box” subjektiv anspruchsvoller macht.)

    Gute Nacht!

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  3. Dass man die Bildschirmhelligkeit nicht auf 0 setzen kann, ist ja „ungut“ – fürs extreme Akkusparen habe ich das im Sonnenlicht schon genutzt (dennoch ein bisschen was zu erkennen). Und schließlich gibt es noch PixelQi-/E-Ink-artige Displays, die mit genug Licht schlicht keine Hintergrundbeleuchtung brauchen.

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    1. Kurioserweise habe ich mich “versehentlich” mal an das Einklick-System gewöhnt.
      Der Doppelklick fühlt sich für mich inzwischen irgendwie falsch an.
      Aber ja richtiger Schritt und ich hoffe es folgen noch viele weitere!

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    2. Dito – auch wenn ich schon mehrere Male ernsthaft versucht habe, mich an den Singleclick zu gewöhnen, da einige ja wirklich darauf schwören. Beim Markieren ist es aber einfach viel zu nervig als dass das den minimalen Vorteil beim Navigieren nicht über-kompensieren würde imho ^^

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