Mullvad VPN

Mullvad bringt WireGuard in Rust

Mullvad hat eine neue WireGuard-Implementierung namens GotaTun vorgestellt, die in Rust statt in Go geschrieben wurde. Ziel ist nicht ein neues VPN-Protokoll, sondern eine stabilere, schnellere und effizientere Userspace-Umsetzung von WireGuard mit modernen Techniken wie sicherem Multithreading und zero-copy-Speicherzugriff. Dabei werden Daten nicht unnötig im Speicher kopiert, sondern möglichst direkt dort verarbeitet, wo sie liegen. GotaTun ist ein Fork von Cloudflares BoringTun und der Name spielt auf den Götatunneln in Göteborg, dem Sitz von Mullvad, an.

Auf Mobilplattformen instabil

Der Grund für diesen Schritt liegt in der Praxis: Mullvads bisherige Userspace-Bibliothek wireguard-go war auf Mobilgeräten, insbesondere auf Android, sehr anfällig für Abstürze. Mullvad hat auf Android bereits auf GotaTun umgestellt und dort die Absturzrate dramatisch senken können. Das Feedback zu stabilerer Verbindung, besserer Leistung und geringerem Akkuverbrauch bestätigt die Entwicklung.

Rust+Go=NoGo

Technisch war die Kombination von Rust-basiertem VPN-Stack und Go-Code bislang schwer zu pflegen, weil Rust und Go unterschiedliche Laufzeitmodelle und Schnittstellen haben. Durch den Austausch gegen GotaTun entfallen diese Schwierigkeiten, was Debugging und Wartung deutlich vereinfacht.

Ausblick auf 2026

Wie es in der Ankündigung heißt, plant Mullvad, GotaTun 2026 auf weiteren Plattformen wie Desktop und iOS einzusetzen. Zum Jahresbeginn findet zudem eine weitere Sicherheitsprüfung durch einen Drittanbieter statt. Des Weiteren soll die Gesamtleistung weiter verbessert werden.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

8 Kommentare

  1. Mullvad – sicher ‘ne feine Sache. Schwierig finde ich allerdings, dass da ein schwedischer Rechtsextremist mitmischt(e). Zitat:

    “This article is by our founders and sole shareholders, Daniel Berntsson and Fredrik Strömberg. Mullvad VPN is here to stay, and we are not interested in ever selling it.” (https://mullvad.net/en/blog/ownership-and-future-mullvad-vpn).

    Wer ist Daniel Berntsson? Übersetztes Zitat von heute aus dem französischen TechBlog Korben (https://korben.info/mullvad-fondateur-finance-extreme-droite.html):

    “Daniel Berntsson, Mitbegründer des schwedischen VPN Mullvad, gab der rechtsextremen Örebropartiet-Partei 5 Millionen Kronen (ca. 450 000 Euro), die per E-Mail an die Flamman-Zeitung bestätigt wurden.
    Diese Spende macht im Jahr 2025 72% des Einkommens der Partei aus und ist die größte private Spende an eine schwedische politische Partei in diesem Jahr.
    Mullvad und sein anderer Mitbegründer Fredrik Strömberg haben sich von Berntsson getrennt, aber der Artikel weist darauf hin, dass die Spende indirekt aus den Gewinnen des VPN-Dienstes stammt.”

    Wenn’s stimmt, dass sich Mullvad von Berntsson getrennt hat, wäre das zumindest in meinen Augen beruhigend.

    0
    1. Ob Örebropartiet als rechtsextrem einzuordnen sei, darüber gibt es geteilte Meinungen, wie ich gestern bei einer kurzen Recherche erfuhr. Gesichert scheint, dass sie beim Thema Einwanderung in diese Richtung tendieren. Aber wie zuvor erwähnt, habs erst oberflächlich recherchiert.

      0
      1. Ja, ich habe WG_QUICK_USERSPACE_IMPLEMENTATION angegeben. Zunächst hatte dies keine Wirkung, da das Kernelmodul Vorrang hat. Ich musste /usr/bin/wg-quick (aus dem Paket wireguard-tools) bearbeiten und die Zeilen löschen, die das Kernel-Modul starten. In diesem Fall wurde versucht, gotatun zu starten, es wurde eine Netzwerkschnittstelle erstellt, aber sie war nicht konfiguriert und hing sich auf. /usr/bin/wg konnte sie nicht konfigurieren.
        Ich habe auch boringtun kompiliert. Das ist eine verlassene Wireguard-Implementierung in Rust von Cloudflare (Mullvad hat sie als Grundlage genommen). boringtun funktioniert bei mir. Aber ich habe die Leistung noch nicht bewertet.
        Es gibt viele Forks von boringtun von verschiedenen Unternehmen. Ich bin mir nicht sicher, welches das beste ist.

        0
          1. Ich denke, du musst gotarun händisch konfigurieren, mit wg-quick wird das nicht zusammenarbeiten. Sowas wie gotatun run /etc/gotatun/client.conf. Daraufhin sollte ip link show sowas wie tun0 oder gotarun0 ausspucken. Dann den Tunnel mit sudo ip route add default dev tun0 erstellen (oder wie das device halt heißt) Dann fehlt immer noch DNS. Das ist alles Theorie, ich hatte noch keine Zeit, das selbst durchzuspielen.

            0

Kommentar hinterlassen