Die breite Masse der neuen Distributionen vermag mich nicht mehr zu begeistern, doch gelegentlich landet ein Neuankömmling auf meinem Schreibtisch, der meine Neugier anfacht. Origami ist eine solche Distribution und hat mit Version 2026.03 die Betaphase verlassen und das erste als stabil bezeichnete Release veröffentlicht. Sie verbindet das Immutable-Konzept mit Bleeding-Edge-Komponenten.
Origami ist ein bereits 2021 von John Holt gestartetes Community-Projekt mit dem Ziel, eine moderne, stabile und anpassbare Linux-Distribution zu schaffen, die Immutable-Technologie mit einem hochwertigen Desktop verbindet.
Aus dem großen Linux-Baukasten aus Distributionen, Desktop-Umgebungen und Kerneln hat sich Origami für ein atomares Fedora 43 entschieden, das mit dem aktuellen COSMIC Desktop 1.0.8 und dem CachyOS-Kernel v6.19.3 kombiniert wird. Der hochoptimierte Kernel von CachyOS zeichnet sich durch volle Link Time Optimization (LTO) aus, was zu einem spürbar flüssigeren Desktop-Erlebnis führt.
Mit dem Ende der Beta-Phase kommt auch ein neues Release-Modell zum Einsatz. An die Stelle der bisherigen täglichen Builds tritt ein Rolling-Snapshot-Modell, bei dem regelmäßig getestete Stände als ISOs/Snapshots markiert werden, während das installierte System per rpm‑ostree weiter aktualisiert werden kann.

Installation und Paketauswahl
Origami kann aber nicht nur über einen Snapshot installiert, sondern auch per Rebase von Fedora Atomic ausgerollt werden. Für NVIDIA-Nutzer wird ein eigens vorbereitetes ISO bereitgestellt. Die Distribution überzeugt mit einer nicht aufgeblähten, sinnvollen Paketauswahl, die traditionelle CLI-Tools wie ls, cat, und cd gegen moderne Umsetzungen wie eza, bat und zoxide austauscht und zusätzlich nützliche Tools wie ripgrep, fzf, axel, aria2c, zellij, tealdeer, yazi und gigawatt mitbringt. Für Entwickler ist Origami mit Distrobox/Toolbox und Podman als Container-Workstation vorbereitet, was für konfliktfreies Arbeiten sorgt.

John Holt will mit Origami ein System schaffen, das wie Origami-Papierfalten flexibel anpassbar ist: Aus einer robusten Fedora-Atomic-Basis mit rpm-ostree lassen sich via Container, Layers und Rebase Varianten falten, ohne die Stabilität zu gefährden. Der Fokus liegt auf Sicherheit durch Atomic Updates, Performance durch den CachyOS-Kernel und einem nach modernen Gesichtspunkten gebauten COSMIC-Desktop. Er konnte kürzlich neben Cloudflare, GitLab und CDN77 auch Framework als Partner für sein Projekt gewinnen.

Und wenige Tage nach dieser News legt der Entwickler eine Pause ein wegen Burnout …
Hoffentlich findet sich ein kleines Team, das die Distribution weiter pflegt.
Hab gestern den Rebase von Fedora Silverblue gemacht, lief glatt. Meine, dass mir die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems danach etwas fixer vorkam, nice.
“[…] die traditionelle CLI-Tools wie ls, cat, und cd gegen moderne Umsetzungen wie eza, bat und zoxide austauscht und zusätzlich nützliche Tools wie ripgrep, fzf, axel, aria2c, zellij, tealdeer, yazi und gigawatt mitbringt.”
Danke für die Tipps mit yazi und vor allem mit bat. Da nutzt man 25 Jahre das “stumpfe” cat und plötzlich freut man sich über die formartierte Ausgabe mit Farben passend zum Code und der Zeilennummerierung. 🙂
Das klingt wirklich spannend. Mal sehen, da ich aktuell mit Fedora Kinoite schon im Atomic Zweig von Fedora unterwegs bin, wage ich vielleicht zukünftig einfach mal den rebase zu Origami Linux…
Frage: Weißt du, ob man Kinoite auf einem Mirror RAID installieren kann? Mit ebenso gespiegelter EFI-Partition?
Ich finde leider bei keiner der “großen” Distributionen die Möglichkeit.