Plasma 6.7 Desktop

Plasma 6.7 – letztmalig mit X11-Sitzung

Gerade haben die KDE-Entwickler mit Plasma 6.7.0 eine neue Hauptversion der beliebten Desktop-Umgebung freigegeben. Es ist die letzte Hauptversion, die neben Wayland mit einer X11-Sitzung ausgeliefert wird. Das im Oktober erwartete Plasma 6.8 wird nur noch auf Wayland setzen.

In Vorbereitung auf die Entfernung der X11-Sitzung wurde die Wayland-Integration weiter verbessert. Die Entwickler haben unter anderem die Zuverlässigkeit von Bildschirmfreigaben und Remote-Desktop-Funktionen verbessert, insbesondere bei Anwendungen, die in Sandboxes wie Flatpak laufen. Auch zahlreiche Fehlerkorrekturen in KWin sowie Optimierungen bei Speicherverwaltung und Stabilität fanden ihren Weg in die neue Version.

Virtuelle Desktops werden flexibler

Plasma 6.7.0 erfüllt einen der meist nachgefragten Wünsche der Anwender: die Verwaltung virtueller Desktops auf Multi-Monitor-Systemen. Erstmals lassen sich virtuelle Desktops unabhängig pro Bildschirm wechseln. Bislang galt ein Desktopwechsel immer für alle angeschlossenen Monitore gleichzeitig.

Damit können Nutzer künftig beispielsweise auf einem Monitor dauerhaft viel genutzte Anwendungen geöffnet lassen, während sie auf einem zweiten Bildschirm zwischen verschiedenen Arbeitsumgebungen wechseln. Anwender mit mehreren Monitoren profitieren von dieser deutlich flexibleren Arbeitsweise.

Union Theming

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört zudem die erste öffentliche Vorschau des neuen Theming-Systems Union. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Nachfolger für die bisherige Gestaltung von Qt-Quick-Anwendungen. Ziel ist ein moderneres und konsistenteres Erscheinungsbild über alle Plasma-Komponenten hinweg. In der jetzt vorliegenden experimentellen Version fällt das Theming bei bisher nicht kompatiblen Anwendungen auf Breeze als Standard-Theme zurück.

Rückmeldungen erwünscht

Union befindet sich in Plasma 6.7 allerdings noch ausdrücklich im Technikvorschau-Stadium und ist standardmäßig nicht aktiviert. Das neue Theming kann in den Systemeinstellungen über Systemeinstellungen → Farben & Designs → Anwendungs-Stil → Union aktiviert werden, sofern die Distribution das zusätzliche Paket union bereitstellt. Anschließend müssen Anwendungen neu gestartet werden, um Union zu nutzen. KDE ruft Anwender dazu auf, das neue Designsystem zu testen und Rückmeldungen zu geben.

Verbesserungen bei KRunner und Widgets

Im Alltag profitieren Nutzer vor allem von zahlreichen kleineren Optimierungen. So ist das Plug-in für globale Tastenkürzel in KRunner nun standardmäßig aktiviert. Dadurch lassen sich verfügbare Kurzbefehle schneller finden und ausführen. Auch verschiedene Plasma-Widgets wurden überarbeitet und erhielten Detailverbesserungen bei Bedienung und Darstellung. Das Widget für Laufwerke und Geräte geht zudem besser mit Loop-Devices um, wie sie etwa von ISO-Abbildern oder bei Containern verwendet werden.

KWin als Compositor erhält besser ausgebaute Vulkan-Unterstützung, Intel-GPUs profitieren von Overlay-Planes für bessere CPU-Leistung und geringeren Stromverbrauch. Auch die HDR-Unterstützung wurde verfeinert. Ein Comeback feiert das Air-Theme aus KDE-4-Zeiten, während das Oxygen-Theme deutlich überarbeitet wurde und Breeze-Anwendungen wie Dolphin, Okular oder KMail abgerundete Rahmen für Auswahlfelder erhalten.

Plasma Bigscreen kehrt zurück

Mit Plasma 6.7 wird außerdem das Projekt Plasma Bigscreen wieder stärker in die Plasma-Familie integriert. Die ursprünglich für Fernseher und Set-Top-Boxen entwickelte Oberfläche wurde auf die aktuelle Qt-6- und Frameworks-6-Basis portiert und gehört nun offiziell zu den Plasma-Modulen.

Fork von Plasma mit X11

Die Veröffentlichung von Plasma 6.8 als erster reiner Wayland-Veröffentlichung soll am 8. oder 14. Oktober stattfinden. Wer bis dahin noch Probleme mit Wayland hat, kann auf einen Fork von Plasma namens SonicDE zurückgreifen, über den wir im Februar schon einmal berichtet haben. Mittlerweile ist das Projekt seit Juli 2025 von einem ursprünglichen Patch-Set für KWin/X11 auf GitHub auf 40 Repositories angewachsen und kann in Arch Linux und Debian Unstable installiert werden.

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