Ich nutze Proxmox seit rund drei Jahren auf zwei Home-Servern, wobei einer für die Tests von Distributionen in Virtuellen Maschinen dient und ständig rund 20 VMs beherbergt. Der zweite dient LXC-, Podman- oder Docker-Containern als Heimstatt, in denen verschiedene Dienste wie unter anderem Vaultwarden, Tandoor Recipes, LinkAce oder Pi-Hole laufen. Darüber hinaus gibt es noch ein Qnap NAS, dass sich um die Medien kümmert, die am TV über Plex abgespielt werden. Auf einem externen Server läuft zudem noch eine Nextcloud einsam vor sich hin.
Unraid to the Rescue
Viele davon soll nun einmal zusammengeführt werden. Dazu plane ich, den zweiten Proxmox-Server zunächst probeweise mit Unraid zu versehen. Ziel ist es, bei Gefallen einen größeren Server zu bauen, der auf der Basis von Unraid als NAS den Plex-Server und die Medien als auch die Docker-Dienste und die Nextcloud aufnimmt.
Was ist Unraid?
Jetzt werden sich einige fragen, was Unraid ist. Unraid ist ein auf Slackware Linux basierendes Betriebssystem, das für die Ausführung auf Home-Servern als NAS, Anwendungsserver und Virtualisierungshost ausgelegt ist. Unraid kostet einmalig zwischen 59 und 129 US-Dollar, je nachdem, wie viele Platten es verwalten soll. Gerade gibt es einen Summer-Sale mit 15% Rabatt, den ich nutzen werde. Man kann vorab Unraid für 30 Tage kostenfrei testen.
Der Name Unraid rührt daher, dass Unraid Festplatten-Arrays erstellt, diese aber flexibler als in einem RAID einbindet. Eine oder zwei Parity-Platten dienen der Ausfallsicherheit. Zur Erhöhung der Geschwindigkeit können SSDs eingefügt werden. Dabei können Platten unterschiedlichster Größe gemischt werden, solange keine davon größer ist als die Parity-Platte(n).
Interessante Features
Die auf Unraid gespeicherten Inhalte werden über NFS- oder SMB-Shares geteilt. Eine sehr aktive Community hat bisher über 1800 Apps und Dienste in Form von Docker-Containern bereitgestellt und ständig kommen neue hinzu. Auch VMs können in Unraid erstellt werden. Nach dem, was ich bisher gesehen habe, bietet Unraid zur Steuerung ein übersichtliches Web-Interface, das Zugriff auf viele Konfigurationsoptionen bietet.
Ob Unraid bei mir eine Spielerei bleibt oder produktiv eingesetzt wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Wenn ihr Unraid nutzt oder getestet habt, würden mich eure Erfahrungen interessieren.
Foto von Jordan Harrison auf Unsplash

Mal eine doofe Frage von mir, wenn jetzt der USB-Stick die Mücke macht, wie es @Bernhard Wernli geschildert hat, wie kommt man dann an seine Dateien ran, welche dort im Raid Array liegen?
Muss da unbedingt wieder ein Unraid Stick erstellt werden, oder würde auch ein anderes erstelltes Live Linux (Debian, Ubuntu etc.) das mounten können?
Danke
Du kannst einmal im Jahr (mit Kulanz auch öfter) kostenfrei deinen Account auf einen neuen Stick legen lassen, sofern der alte hinüber ist. damit kommst du wieder in Unraid rein. Ich würde auch immer Backups vom Stick vorhalten.
Danke dir für die Auskunft.
Was jetzt den USB Stick als solchen anbelangt, ich habe das so verstanden, das bei der Installation auf dem Stick, die Seriennummer/HardwareID vom Stick, mit zur Lizenzierung genommen wird. Ansonsten könnte man ja locker flockig per dd x Clone von einem Master erstellen. Liege ich da richtig?
Ja, und das kann man auf einen neuen Stick übertragen, wenn nötig.
Ich habe Unraid mehrere Jahre benutzt. Ich war auch immer zufrieden (ausgenommen von 2 defekten USB Sticks über die Zeit). Bin aber auch schon länger mit Proxmox unterwegs. Am Anfang hatte ich Unraid noch als VM laufen lassen, aber da ich unterdessen sowieso sämtlich Applikation in Docker oder LXC Container laufen lasse, war Unraid schlussendlich nicht mehr notwendig für mich. Einzig als NAS für meine alten HDDs wäre noch ein Einsatzgebiet gewesen, aber nochmals Hardware für “alte” Hardware bei den heutigen Strompreisen…..neeee
Unraid ist super, aber die VM Integration und Funktionalität ist eher bescheiden.
Hallo zusammen,
bei mir läuft ein Unraid-Server seit ca. drei Jahre ohne Probleme.
Darauf läuft für mich und meine Familie eine Nextcloud (Docker) zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Als Spielerei experimentiere ich ab und zu mit virtuellen Maschine herum 🙂
Am Anfang muss man sich etwas mit den Besonderheiten von Unraid beschäftigen, aber das Unraid-Forum (auch in Deutsch) hilft da sehr. Es gibt auch gute Anleitungen bei YouTube o. ä.
Warum kein TrueNAS SCALE? Das kann auch Docker nur die unterschiedlichen Festplattengrößen kann es nicht dafür ist es Open Sorce.
Hatte ich auch in die Auswahl einbezogen. Vorerst erscheint mir Unraid für mich geeigneter, da ich dabei einige Festplatten und SSDs unterschiedlicher Größen, die hier rumliegen, einsetzen kann.