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Flathub-Roadmap für 2023

Robert McQueen Präsident der GNOME Foundation und CEO von Endless hat die Pläne für Flathub im Jahr 2023 in einem ausführlichen Blogpost näher erläutert. Vor rund drei Wochen hatte ich bereits über die Pläne für verifizierte Apps auf Flathub berichtet.

Akzeptanz

Flathub bietet zurzeit 2.000 Apps von 1.500 Beitragenden an, was zu rund 700.000 Downloads und einem Datenstrom von 88.3 TByte pro Tag führt. Diese hohe Akzeptanz von Flatpak liegt laut McQueen daran, dass Flatpak das größte technische Problem gelöst hat, dass das Mainstream-Wachstum und die Akzeptanz von Linux auf dem Desktop in den vergangenen 25 Jahren gebremst hat: nämlich die Schwierigkeit für App-Entwickler, ihre Arbeit zu veröffentlichen auf eine Weise, die es für Menschen einfach macht, sie zu entdecken, herunterzuladen, zu installieren und zu nutzen. Das Fazit lautet: Mehr Apps einfacher zugänglich sind ein Mehrwert.

Juristische Person

Im vergangenen Jahr wurden gemeinsam mit Codethink Funktionen wie Konten für Benutzer und Entwickler, die Zahlungsabwicklung über Stripe und die Möglichkeit für Entwickler, Upload-Token für die Verwaltung der Apps für die Flathub-Web-App erdacht. Bisher fungierte die GNOME Foundation als Inkubator und legaler Host für Flathub, obwohl es sich nicht um ein reines GNOME-Produkt handelt. Da jetzt durch Spenden an Entwickler rechtliche Probleme entstehen könnten, ist geplant, eine unabhängige juristische Person zu etablieren, die Flathub betreibt und damit das Risiko für die GNOME Foundation reduziert.

Sponsoring

Flathub soll distributionsübergreifend platziert werden, weshalb ein übergeordnetes Leitungsgremium aus Mitgliedern von GNOME, KDE und anderen Organisationen eingesetzt werden soll. Endless Network, die Schirmorganisation, die auch die Endless OS Foundation finanziert, hat für 2023 100.000 USD bereitgestellt, die für die Deckung der Infrastruktur-, Rechts- und Betriebskosten für den Betrieb von Flathub und den Aufbau der oben beschriebenen Struktur verwendet werden sollen.

Rebranding/Redesign

Bereits in Arbeit sind ein Rebranding von Flathub und das dazugehörige Redesign der Webseite sowie die bereits erwähnte Verifizierung für Apps. Damit einher soll die Möglichkeit für Anwender gehen, nur verifizierte oder lediglich FLOSS-Apps auf Flathub und den verbundenen Desktop-Stores wie Discover oder GNOME Software angezeigt zu bekommen. Auf dem Linux App Summit in Brno im Mai 2023 sollen Flathub Focus Groups entstehen, um sicherzustellen, dass die Stimmen von App-Entwicklern, Betriebssystem-Distributoren und Linux-Nutzern in den Plänen für 2023 und darüber hinaus widergespiegelt werden.

Eine weitere, kurz vor dem Abschluss stehende Neuerung sind direkte Uploads. Sie ermöglichen etwa Dinge wie die Erstellung von Electron-Apps außerhalb von flatpak-builder oder die Steuerung automatischer Flathub-Uploads aus GitHub-Aktionen oder GitLab-CI-Flows.

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Ein Kommentar

  1. Hier hält das große Geld Einzug in das Linux Ökosystem.
    Das Flatpak-System monopolisiert zwar nicht von vornherein wie das bei snap geschieht, aber es monetarisiert die Entwicklung freier Software und unterläuft gleichzeitig wichtige Kontrollstrukturen.
    Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob das jetzt positiv oder negativ ist.
    Die Analyse von McQueen ist jedenfalls fadenscheinig. Möglichkeiten Software an den Mann bzw. Frau zu bringen gab und gibt es genügend. Die Möglichkeiten mit seiner Entwicklung dann aber auch Geld zu verdienen, waren hingegen weniger gegeben.
    Mit den nun eingeführten Strukturen in flatpak ändert sich das alles und Linux wird zunehmende Kommerzialisierung erfahren. Flatpak ist nicht nur eine Technik, es ist ein Kulturwandel und ich fürchte, dass dies der freien Software Bewegung langfristig Schaden zufügt.

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