Plasma 6.7 ist da und damit endet eine Ära: Die KDE-Gemeinschaft hat die letzte Hauptversion der Desktop-Umgebung freigegeben, die noch eine X11-Sitzung erstellen kann. Mit Plasma 6.8 verschwindet die X11-Session aus dem Anmeldebildschirm, übrig bleibt ausschließlich eine Wayland-Session. Für alle, die X11 schlicht nicht loslassen wollen oder können, gibt es inzwischen eine Alternative: SonicDE.
X11‑Unterstützung soll ausgebaut werden
Das Projekt reicht zurück bis zu einem KWin/X11-Patchset namens kwin-x11-improved, das Joseph Crowell im September 2025 mit dem vollständigen KWin/X11-Quellcode zusammenführte. Was zunächst unter dem Namen »KDE-Lite« auftrat, wurde im Dezember zu SonicDE umbenannt. Das Ziel ist die Entfernung der Wayland-Abhängigkeiten und die aktive Weiterentwicklung der Teile des KDE-Plasma-X11-Stacks, von denen sich KDE verabschiedet. Die X11‑Unterstützung soll ausgebaut werden, statt sie nur einzufrieren.
Vom Patchset zu 40 Repositories
Das Projekt umfasst inzwischen 40 Repositories auf GitHub. Die drei zentralen Komponenten sind sonic-win (ein Fork von KWin/X11 für Fensterverwaltung und Compositing), sonic-workspace (abgeleitet von plasma-workspace) sowie sonic-desktop-interface (ein Fork von plasma-desktop für die Desktop-Shell). sonic-win bietet dabei einen leichtgewichtigen X11-Compositor, ein Vulkan-Backend befindet sich in Entwicklung. Pakete für Gentoo, NixOS, OpenMandriva und FreeBSD befinden sich bereits in Arbeit.
Wayland-Adoption bei 95 %
Aus dem KDE-Projekt verlautete kürzlich, die Adoption von Wayland in Plasma liege bereits bei 95%. Ob SonicDE eine langfristige Heimat für die verbleibenden X11-Enthusiasten wird oder ein Übergangsprojekt bleibt, muss die Community entscheiden. Das Projekt wird auf GitHub gepflegt und kann bereits in Arch Linux sowie Debian Unstable und Devuan eingebunden werden.
Bildquelle: Joseph Crowell

so klasse ich es auch finde, so alt ist es auch
die Zeit dreht sich weiter und man muss kein totes Pferd weiter reiten.
Mal sehen. Es lässt sich nun mal nicht wegdiskutieren das die KDE Codebasis… nennen wir es mal “Umfangreich” ist. Mit TDE gibt es bereits einen Frok von KDE 3 (Welcher vermutlich auch auf X11 läuft 😉 ) und da sehen wir bereits das sich das Entwicklungstempo doch deutlich verlangsamt hat. Ich finde Vielvalt grundsätzlich gut, aber man sollte sich schon bewusst sein, dass das eine Mamutaufgabe ist. SonicDE basiert aktuell auf Plasma 6.6, wird vermutlich auf 6.7 mitziehen und dann? Kompletter Fork oder möglichst nahe an Plasma bleiben und die fehlenden komponenten Nachbauen? We will see.
Ähnliche Effekte sieht man natürlich auch bei GNOME Forks wie Cinnamon und MATE, Die haben aber Linux Mint im Rücken.
Ich bin da offen gestanden auch noch skeptisch, ob das so einfach zu stemmen ist.
Für die überaus Standhaften, gibt es https://vendefoul-wolf-linux.sourceforge.io/index_en.html
Eine Distribution aus Spanien auf Devuan mit XLibre aufbauend und Desktops wie u.A. XFCE4, SonicDE und Trinity.
Für jede Zielgruppe muss halt ein passendes (neues!) Problem erfunden werden.