Langjährigen Debian-Anwendern ist das Prinzip des Einfrierens eines Teils der Repositories zur Vorbereitung einer neuen Version von Debian bekannt. Seit einigen Jahren wird dieser Freeze in mehreren sukzessiven Phasen durchgeführt, die die Zugänglichkeit hauptsächlich des Testing-Repositories graduell zunehmend einschränken. Dadurch gewinnen die Entwickler und Maintainer mehr Spielraum beim Veröffentlichen ihrer Pakete.
Im nächsten Jahr steht die Freigabe von Debian 12 »Bookworm« an. Jetzt hat das Release-Team im Rahmen einem Rundbrief des neuen alten DPL vorläufige Termine für den Freeze zu »Bookworm« bekannt gegeben.
Vorläufige Freeze-Termine:
- 12.01.2023: Milestone 1 – Transition and toolchain freeze
- 12.02.2023: Milestone 2 – Soft Freeze
- 12.03.2023: Milestone 3 – Hard Freeze for key packages and packages without autopkgtests
- bisher ohne Termin: Milestone 4 – Full Freeze
Der Termin des Full Freeze hängt vom Ablauf der vorhergehenden Phasen ab. Das Release Team bitte die Entwickler und Maintainer, ihre Vorbereitungen im Sinne eines kurzen Freeze vorzunehmen.
Microsoft zahlt für LWN
Im Rundbrief des DPL geht es des Weiteren um Debians Wahlmechanismen und um Community-Strukturen. Ferner erfahren wird, dass Microsoft wieder die Kosten für 520 Abonnements von LWN übernommen hat, die offiziellen Debian-Entwicklern kostenfrei zur Verfügung stehen. Um Rollen und Verantwortlichkeiten in Debian ging es unter anderem in einem virtuellen Sprint im Januar.
Große und kleine DebConf
Eine MiniDebConf unter dem Titel Debian Reunion findet in der letzten Maiwoche in Hamburg statt. Auch die jährlich abgehaltene Entwicklowe-Konferenz DebConf ist in diesem Jahr wieder als Präsenzveranstaltung ausgelegt und findet von 17. – 24. Juli in Prizren im Kosovo statt. Dem voraus geht eine Woche DebCamp zur Vorbereitung der Konferenz und für Teams zum ungestörten Hacking.

Weiß eigentlich jemand warum es so lange dauert, bis ein Paket von upstream nach sid kommt?
Ich habe mir gestern interessehalber mal die Ausgabe von “rmadison wine” angesehen und habe festgestellt, dass die wine version in sid und testing noch bei Version 6.0.3 ist und die sogar erst am 18.3.2022 nach testing gewandert ist.
Siehe:
https://tracker.debian.org/pkg/wine
Zu dem Zeitpunkt war aber schon längst wine Version 7.0 released, das erschien am 18.1.2022:
https://www.winehq.org/announce/7.0
Und inzwischen ist man bei wine schon seit dem 22. April 2022 bei Version 7.7
https://www.winehq.org/announce/7.7
Wine 6.0 erschien am 14. Januar 2021, also vor über einem Jahr. Es hat also ein ganzes Jahr gedauert, bis diese Version jetzt nach sid gewandert ist. Bei dem Tempo ist es kein Wunder, wenn so manches Paket zum Releasezeitpunkt in Debian bereits hoffnungslos veraltet ist.
Ich finde, dass man bei Debian, wenn es an Leuten mangelt, Prioritäten setzten sollte und wichtige Projekte beschleunigt behandeln sollte.
Und gerade Wine würde ich als wichtiges Projekt einstufen, da es auf dem Desktop für viele Umsteiger wichtig ist. Da sollte die Version zum Releasezeitpunkt also durchaus halbwegs aktuell sein.
Das war aber schon bei Bullseye, also dem aktuellen Debian stable nicht der Fall.
Dieses erschien am 14. August 2021 und hat die wine Version 5.0.3.
Offiziell in Upstream erschien die Version 5.0 von Wine aber bereits schon am 21. Januar 2020, also 1,5 Jahre vor dem Release von Debian stable.
https://www.winehq.org/news/2020012101
Danke für die schöne detaillierte Darstellung.
Ehrlich gesagt fällt mir das oft im Detail gar nicht auf.
Hängt halt damit zusammen, welche Pakete für einen wichtig sind.
Trotzdem hast du Recht und ich habe mich auch schon über das ein oder andere Paket in der Vergangenheit geärgert was angestaubt war, mich aber damit dann abgefunden.
Das ist die Kröte die ich schlucke oder der Kompromiss den ich eingehen muss.
Hi,
ja so etwas habe ich auch schon unter diesem Beitrag kritisiert. Da haben mich hier Leute als Troll beschimpft.
Also sei vorsichtig. Die Debainleute lassen keine Kritik zu.
Ich kann nur für mich sprechen und finde das übertrieben. Klar hast du immer wieder fan boys, Fanatiker, Leute mit überzogenen Werte Vorstellungen, aber i.d.R. finde ich die Debianer recht friedfertig. Konstruktive Kritik ist etwas gutes. Nicht zu verwechseln mit den teils angestaubten Strukturen innerhalb des Projektes.
Trotzdem spielt Debian eine tragende Rolle in der Linux- und Computerwelt wie ich mehrfach auf gezeigt habe.
Also ich finde eure Beiträge durchaus berechtigt und sollte zur Diskussion anregen.
Das tut man sicher auch – eben immer die Priorität, die es für die jeweiligen Entwickler hat … vielleicht braucht es da noch den passenden Kermet, der hilft 😉 Aber ja, bei manchen Paketen wundere ich mich auch.
Wofür steht LWN?
Die wichtigste Regeln aller Regeln wenn man Text schreibt:
https://de.wikipedia.org/wiki/LWN.net
Ah, Linux Weekly News, danke.
Warum hast du mein Kommentar in dem ich Wine als Beispiel heranziehe gelöscht?
Falls ich das getan habe, war es nicht gewollt. Sorry. Danke einiger Poster sah ich mich eine Löschorgie genötigt. Mea Culpa, falls dein Beitrag da mit reinrutschte. Edit: der musste erst freigeschaltet werden…
Danke. Mich hat das gewundert, weil normalerweise steht da dann immer noch dran “waiting vor approval”, aber das Kommentar war einfach ganz weg. Deswegen habe ich gefragt.
Wie zuvor erwähnt, ich musste ihn freischalten und hatte ihn übersehen.
Freeze schon Monate vor Release ist der Gund weshalb Debian so veraltet erscheint.
Rentnerlinux
Ich behaupte mal du hast keine Ahnung von Entwicklungsprozessen und Qualitätssicherung …und bevor du auf die Idee kommst: Ja, ich habe durchaus davon Ahnung (muss nicht zwingend Software sein).
Ich finde das ganz schön Anmaßend wie du über die Arbeit von anderen her ziehst und dir da ein Urteil erlaubst. Das solltest du dringend über denken.
Auf so ein Schwachsinn einfach nicht reagieren. Wir beide wissen es doch besser. Also. :€)
Für viele ist eine Debian*Distro einfach zu langweilig. System installiert, was nun? Oh nur 1 Update im Monat. Langweilig, ich will frickeln! Jeden Tag müssen Updates rein, alles muss neu.
Verstehe ich, ist vollkommen OK, jedem das seine, aber bitte qualifiziert, mit Respekt und nicht so abwertend.
Immer schön sachlich bleiben, damit die Gemüter nicht hochfahren.
Linux sollte eigentlich eine Gemeinschaft sein und kein Krieg untereinander.
Debian wird kommerziell eingesetzt. Da kann man nicht einfach mal ungetestet was ausrollen. Um das in Zahlen auszudrücken: Es geht bereits um Milliarden von Dollars.
Das unterstreicht den vernünftigen Entwicklungsprozess und eine entsprechende Qualitätssicherung.
Genau dafür ist Debian bekannt und findet darauf hin sicherlich den Vorzug.
Damit erklären sich dann auch die Phasen.
Danke
Das bezweifle ich… Wer mit Millarden von Dollarumsätzen unterwegs ist, benutzt kein Linux das umsonst von irgendwelchen Hobbyfricklern gebastelt wird, sondern ein professionelles System.
Da kann ich aus erster Hand sprechen: RHEL oder SLES. Anderes wirst du selten finden
Firmen wollen halt immer Support.
Damit scheidet Debian i.d.R. erst einmal aus.
Ich kann auch nur zu RHEL (nutzen wir im eigenen Konzern) sagen, dass es zum Einsatz kommt.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Systeme die auf Debian aufsetzen (könnten auch Derivate sein), zum Einsatz im professionellem Umfeld kommt.
Ist Arch auch ein frickel System? Das z.B. kommt bei Steam zum Einsatz.
Ich bin mir sicher das Debian im Server Bereich zum Einsatz kommt (Spekulation von meiner Seite), aber hier können die “Profis” unter uns sicherlich mehr dazu sagen welche Distribution wo zum Einsatz kommt.
Nicht wirklich – gibt auch Support für Debian.
Klar, gibt es auch und das meine ich. Du hast kommerzielle Projekte/Anwendungen/Lösungen die auf Debian aufsetzen. Für die wird dann auch Support angeboten. Damit verdienen die ihr Geld. Das ist wie z.B. bei OpenProject. Die Lösung ist for free aber der Support, Anpassungen, etc. kosten halt und damit verdienen sie Geld. Open Source ist nicht gleich Open Source.
Was ist mit Canonical und Ubuntu?
Was ist mit Ubuntu Enterprise? xD
Spricht du von Debian oder Linux im allgemeinen?
Debian
Ich habe gezeigt wer und wo Debian eingesetzt wird. Das passt also nicht zusammen.
Ich bin mir sicher, dass eine weitere Recherche noch viele mehr Einsatzszenarien und Firmen/Organisationen hervor bringt, die Debian im professionellem Umfeld einsetzen.
Du solltest deine Aussage über denken und dich vorher informieren.
Kennst du kommerzielle Einsatzszenarien?
Würde mich interessieren und wir könnten Stefan zeigen, dass eben nicht nur RHEL und SEL zum Einsatz kommen.
Wobei Stefan wahrscheinlich kein Problem damit hätte.
NACHTRAG: Habe nach kurzer Suche folgendes gefunden was ich interessant fand.
https://www.debian.org/users/index.de.html
Das ist eine recht lange Liste und spiegelt das Gegenteil von “Debian wird nicht im kommerziellen Umfeld benutzt” wieder!
Proxmox Server Solutions GmbH, s. Artikel https://linuxnews.de/2022/05/proxmox-ve-7-2-veroeffentlicht/
Also damit sollte doch bitte geklärt sein welche Rolle Debian spielt.
Der TS schließt bezüglich dem Freeze die falschen Schlüsse, aber trotzdem muss man sich fragen, warum Pakete aus upstream nicht automatisiert und schnell nach sid landen.
Siehe dazu mein Beispiel mit Wine weiter oben. Es wäre nett, wenn du das mal erläutern könntest warum das bei Debian so ist.
Wieso wurde mein Kommentar mit Wine als Beispiel gelöscht?
Das war inhaltlich nicht zu beanstanden und ist wichtig, da ich in den anderen Kommentare ja darauf referenziere!
Jup, war ich auch am suchen.
Jetzt ist es ja zum Glück wieder da.
Das kann wahrscheinlich nur jemand aus dem Debian Projekt erklären.
Da bin ich der falsche für …so gerne ich das würde.
Hilf mir mal bitte mit TS. Bedeuted was? Teilnehmer …?
Stehe gerade auf dem Schlauch.
TS = Threadstarter
Aaaah, ja. Danke
Wie war das mit den Abkürzungen (grins).
Immer diese Rumhetzerei. Ich finds gut. Ich nutze alte und neue systeme und debian ist stabil.
Nein, eher weil man bei Sid schläft Pakete aus Upstream zu ziehen. Siehe dazu mein obiges Kommentar mit Wine als Beispiel.
Hui… In Hamburg. Da habe ich es nicht weit. Eventuell fahre ich da mal vorbei. 🙂
Dito … und dann sehen wir uns vielleicht dort.
Wie steht es um Kde in Debian 12? Da war doch ein wichtiger Maintainer raus geeckelt wurden.
Da gibt es noch keine Pläne. Zunächst muss der Umstieg auf Qt 6.x gemeistert werden.
Ja, Norbert Preining. Er wollte KDE weiterpflegen, so lange er noch Debian-Maschinen besitzt sowie Zeit und Lust dafür aufbringen kann.
Auch wollte er laut Aussage im Kommentarbereich seiner Internetseite die ganze Geschichte veröffentlichen. Würde mich schon interessieren, was da genau vorgefallen ist.
Noch tut er das und vermutlich mindestens bis zum Ende von Plasma 5.24.
Hässliche Geschichte und ich erinnere mich an den teils sehr heftigen Austausch hier.
Ich meine mich aber erinnern zu können, dass es zwei Seiten bei dieser Auseinandersetzung gab. Wie so oft.
Letztlich wird das wohl nur derjenige beurteilen können, der auch dabei war.