Anwender des E-Mail-Clients Thunderbird, die bisher auf Version 91 verharrt sind, können unter macOS und Windows nun offiziell aus der Anwendung heraus auf die aktuelle Version 102 aktualisieren. Der Ende Juni veröffentlichte Thunderbird 102 war der Ausgangspunkt der geplanten Modernisierung, die mit Thunderbird 114 im nächsten Jahr ihren Abschluss soll.
Nur in wenigen Distributionen
Durch die vielen Änderungen zur Vorversion 91 sahen sich die Entwickler gezwungen, Updates innerhalb des Clients zunächst abzuschalten, um Probleme beim Update einer so wichtigen Komponente wie E-Mail zu vermeiden. Jetzt, mit Thunderbird 102.1.2 wurde die Sperre aufgehoben und Anwender können über die Update-Funktion auf die neue Version umsteigen. Das Update ist unter Help => Thunderbird zu finden. Unter Linux haben leider erst wenige Distributionen wie Debian Testing und Unstable, KaOS, Mageia, Slackware und Void Linux die neue Version im Angebot. In den OpenBSD Ports ist 102.1.2 ebenfalls verfügbar.
Roadmap für Thunderbird 114
Die Entwickler sind schon weiter und geben in ihrer Roadmap bereits einen Ausblick auf Thunderbird 114, der im nächsten Jahr erscheinen soll. Unter den geplanten Änderungen ist unter anderem die Unterstützung für Firefox Sync, um E-Mail-Konten, Einstellungen und Filter auf dem Desktop und mit Android synchron zu halten. Neu ist auch eine Unified Toolbar genannte Leiste als globale Symbolleiste, die durchgehend sichtbar ist und als einfacher Interaktionspunkt für die Suche, die Interaktion mit dem App-Menü und die Registerkartenverwaltung dient.
Dort soll rechts auch das neue Menü für den oder die Accounts untergebracht werden und dann auch die Zuordnung eines Profilfotos erlaubt.

Konversations-Ansicht
Der Mail-Tab soll ebenso neu gestaltet werden wie die Kalenderansicht. Die mit Thunderbird 102 eingeführte Link Preview soll optisch und funktional aufgewertet werden. Die neue Konversations-Ansicht zeigt Nachrichten in einem Thread als Unterhaltungen an. Jede Nachricht in einem Thread kann ein- und ausgeklappt werden, wobei alle Nachrichten in diesem Thema angezeigt werden, unabhängig davon, in welchem Ordner sie sich befinden.
In diesem Zusammenhang sorgt der Global Message Index als Datenbank dafür, den Überblick darüber zu behalten, in welchen Ordnern sich Nachrichten in einem Thread befinden, damit sie in einer Konversation angezeigt werden können. Es gibt also genug, worauf sich Thunderbird-Fans im nächsten Jahr freuen können. Für Nostalgiker gibt es aktuell einen Rückblick auf Thunderbird 0.1. Was vermisst ihr denn am meisten bei Thunderbird?

Was ich in erster Linie vermisse ist eine vernünftige KDE-Integration (mit Firefox dasselbe). Eine pdf öffnen funktioniert nicht out-of-the-box; man muss den gewünschten Reader erst manuell aus dem Verzeichnis /user/bin heraussuchen.
Außerdem nutze ich seit ein paar Monaten Betterbird und bin sehr viel zufriedener damit als mit TB
Ich vermisse Enigmail. Das neue PGP-Interface ist scheußlich und unpraktisch.
In openSUSE Tumbleweed ist Version 102.1.2 ebenfalls bereits verfügbar.
Dazu kann man sich die neuste Version als binary von der Webseite holen – dabei werden aber leider keine Einstellungen und Konten aus einem installierten Thunderbird übernommen.
Sehr schade, dass kein offizielles Flatpak zur Verfügung steht. Andere bekommen das deutlich besser hin…
Ich bin sehr gespannt, wie sich Thunderbird weiterentwickelt. Das geplante UI-Redesign verspricht ja sehr viel.
TB ist auf flathub zu finden. Aber zur Zeit noch die 91.12.0.
https://flathub.org/apps/details/org.mozilla.Thunderbird
Es dauert wohl immer etwas, wenn die aktuelle Version geuppt wird.
Das meine ich mit “offizielles Flatpak”. Das obige ist kein offizielles Paket.
Das ist nämlich ein Freiwilliger, der das für Flathub packt und nicht von Thunderbird selbst. Zumindest meinen Informationen nach. Und das ist schade und unnötig.
Ah, ok verstehe. Ich nutze auch vieles von flathub und da muss man eben dem Herausgeber vertrauen. Klar wäre es am Besten, wenn die Pakete auf direktem Weg in flathub geuppt werden. Aber es ist wie es ist, dann muss man eben mit dem vorlieb nehmen.
Grüße
Mozilla unterstützt (kaum nachvollziehbarer Weise) nur Snap, vielleicht kommt ja noch die Einsicht.