Ubuntu Logo

Ubuntu 23.10 »Mantic Minotaur« mit neuer Ausrichtung

Wer sich dieser Tage einen Daily Build von Ubuntu 23.10 herunterlädt, sieht sich einem stark begrenzten Angebot bei den vorinstallierten Paketen gegenüber. Meine Vermutung ist, dass das Test und Vorbereitung auf ein unveränderliches Ubuntu ist, dass zusammen mit Ubuntu 24.04 LTS erscheinen soll.

Nicht für Einsteiger

Es mag für viele User, die bereits länger mit Linux arbeiten, ein schlüssiges Konzept sein, sich ihr System von Anfang an selbst mit Software der Wahl auszustatten. Für Einsteiger, für die Ubuntu ja immer noch prädestiniert sein will, ist es eher der falsche Weg. Neueinsteiger mit einem System zu konfrontieren, dass weder eine Office-Umgebung mitbringt, noch ermöglicht, ein Dokument zu scannen, ein Bild zu beschneiden, eine Webcam zu testen oder einen Musicplayer mit der MP3-Sammlung zu befüllen, wirkt eher abschreckend.

Ein Browser und nicht viel mehr

Der Softwarebestand auf einem Distributions-Image sollte zumindest die gängigsten Aufgaben erfüllen, denn Neueinsteiger kennen meist das Software-Ökosystem von Linux nicht und stehen einem System gegenüber, dass sie nicht wirklich testen können. Und das ist schließlich einer der Vorteile von Live-Medien. Jede Distribution sollte stolz darauf sein, ihre bevorzugten Linux-Anwendungen im besten Licht zu präsentieren. Es ist keine Hexerei, diesen Bestand dann bei der Installation zu erweitern oder zu beschneiden.

Das Internet ist nicht die Lösung

In diesem Zusammenhang liest man des Öfteren das Argument, dass doch viele Tätigkeiten ins Internet oder auf das smarte Phone verlagert sind, wie etwa der E-Mail-Client, das Streamen von Musik, das Beschneiden von Bildern oder das Umwandeln von einem Format in ein anderes. Klar geht das alles, die Frage ist, ob das jeder so möchte oder kann. Immerhin gibt es noch genug Gegenden mit schlechter Internetanbindung, auch bei uns in Deutschland.

Das derzeitige Angebot von Ubuntu 23.10 »Mantic Minotaur« gleicht eher dem, was bisher als »minimal install« ausgewählt werden konnte. Da frage ich mich doch, warum das Abbild aus den Daily Builds trotzdem 3.8 GByte groß ist.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

8 Kommentare

  1. Finde es eher schade , daß ein Großteil der Distribution da draußen erst gar nicht auf die Idee kommen , einen minimal Installation anzubieten. Gerade heute , wo sich viele für Flatpaks/Snaps oder auch Appimages entscheiden. Es gibt ja wirklich interessante Distribution da draußen , die ich sogar gerne langfristig einsetzen würde. Aber wenn ich zum Löschen der ganzen Bloatware länger brauche , als ein Arch ohne archinstall , dann ist es einfach nichts für mich . Und oft bekommt man nur durchs entfernen , ohne großen Aufwand , die ganzen unnötigen Abhängigkeiten nicht weg .

    5
    1. So gehts mir auch. Selbst “mein” Debian installiert bei der normalen Installation lauter Zeugs mit, das ich nicht will, vor allem die Spiele. Daher installiere ich erst mal das System ohne Oberfläche dann Gnome-Core.
      Eine Auswahl mit minimaler Installation wie bei Ubuntu fände ich nicht so schlecht.

      2
    2. Stimmt alles, was du geschrieben hast. Man muss bei einer solchen Konzeption auch die Kenntnisse der Anwender und Anwenderinnen im Blick haben, ebenso die Bedienbarkeit des Systems. Klar kann man z.B. ein Debian mit einem Desktop, ohne zusätzliche Programme, als minimale Installation gestalten. Dazu braucht es dann auch eine intuitive Softwareverwaltung (Appstore). Nur wissen dann viele nicht, was sie installieren sollen/brauchen. Imho sollte schon eine gewisse Basisausstattung dabei sein, um erstmal grundlegend damit arbeiten zu können.

      Jeder und jede hat da auch so seine eigenen Vorstellungen, wie ein System sein sollte. Ein großer Teil nutzt eben auch hauptsächlich Smartphone/Tablets in der “Grundausstattung”, daher wie es gekauft wurde.

      3
  2. Ich mag den leichtgewichtigen Desktop. Kein Bloat und keine Spiele, wie man es bei Windows hat. 🙂 Genauso stelle ich mir einen professionellen Desktop vor.

    MP3s kann man mit totem (“Videos”) abspielen. Gut, eine MP3-Sammlung kann man damit nicht erstellen, aber zumindest das Abspielen geht. Bilder schneiden und zu drehen ist mit dem integrierten Bildbetrachter ebenso möglich.

    Office: Da hat man eben die Wahl. Nicht jeder will Libreoffice. Es gibt auch OnlyOffice oder Softmaker Office. Viele nutzen mittlerweile Online-Office-Suiten wie Google Docs oder Microsoft Office 365 (Ja, das geht auch unter Linux!).

    E-Mails und Musik kann man heute auch über den Browser abrufen, die Webcam kann man auch über den Browser testen. Ansonsten kann jeder die gewünschte App mit wenigen Klicks nachladen.

    Canonical hat übrigens heute (leider) angekündigt für Ubuntu 23.10 die “Vollständig”-Option vorrübergehend vorerst wieder zurückzubringen. (Quelle: https://discourse.ubuntu.com/t/thank-you-for-the-passionate-discussion-an-update-on-installation-options-and-provisioning-overhaul/38397)

    4

Kommentar hinterlassen